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Tanzen

mit Ben Klock

25.02.2009, 17:57, Text: Thomas Venker, Markus Tomsche

In Berlin ist Ben Klock dank seiner Residency im Technoüberclub Berghain so was wie eine Legende. Mit seinem Debütalbum "One", das auf dem dem Berghain angegliederten Ostgut-Label erscheint, wird sich der Klang des Namens endgültig auch außerhalb der Stadt herumsprechen. Anlass genug, ihn zum Interview und für Gastreviews einzuladen.

Wie wichtig ist die Vorarbeit, die eine Technoinstanz wie das Hardwax in Berlin geleistet hat, für den Erfolg des Berghain/Ostgut?
Plattenläden wie das Hardwax hatten schon immer eine wichtige Rolle durch das Vorfiltern von Musik.

Dadurch haben sie auch in gewissem Maße einen Anteil daran, einen Stil mitzuprägen. Das Hardwax hat viel dazu beigetragen, dass Berlin für eine Technoästhetik steht, die mehr zu bieten hat als nur oberflächliche Tanzmusik. Dieser Linie hat sich auch das Berghain verschrieben.

Nun haftet dem Berghain ja der Ruf einer sehr strengen und kalten Techno-Ästhetik an, dein Album hingegen ist bei aller Direktheit zugleich sehr deep im Sinne von Detroit geworden. Ist das der Unterschied zwischen dem Club-DJ Klock und dem Produzenten Klock?
Ich sehe da keine große Diskrepanz. Ich spiele in meinen Sets teilweise auch Platten, die eher einen etwas schrofferen Touch à la Chicago haben. Aber die Grundstimmung meiner Sets ist schon eher deep. Natürlich geht es im Club etwas straighter zur Sache als auf dem Album, denn mir war wichtig, dass es kein reines Clubalbum wird. Eine Aneinanderreihung von Clubtracks finde ich als Albumkonzept nicht interessant.

Und daraus abgeleitet: Ist das der Einflusshorizont des Musikers Klock: Techno zwischen Detroit und Berlin, also die klassische Freundschaftslinie?
Die Linie Detroit/Berlin spielt sicher eine wesentliche Rolle. Allerdings immer nur als Inspiration, um etwas Neues, Frisches zu schaffen, und auf keinen Fall, um einen vergangenen Sound künstlich am Leben zu erhalten. Man kann sicher teilweise auch Acidhouse oder Dubstep heraushören, ich bin kein Techno-Purist und habe viele andere Einflüsse wie zum Beispiel Radiohead. Allerdings läuft das beim Produzieren eher unbewusst zusammen - es formt sich der eigene Sound.

Ein Track des Albums heißt "Check For Pulse" - war ja letztlich das Thema 2008: Drogen und Clubkultur. Ist das nun kritisch gemeint?
Schön, wenn Titel Interpretationsfreiraum lassen. Diese Auslegung kannte ich noch nicht, obwohl sie eigentlich naheliegt. Klar, Clubs und Drogen liegen nie weit auseinander, da beides Momente sind, um den Alltag hinter sich zu lassen. Natürlich liegen da auch Gefahren. Das ist aber kein Thema, womit ich mich vorrangig beschäftige oder was ich mit "Check For Pulse" thematisieren wollte.

Was war dein bester Clubmoment 2008?
Schwer, da einen speziellen Moment herauszuheben. Silvester 08/09 im Berghain war eine ganz tolle Party. Was das Auflegen in anderen Städten und Clubs angeht, waren meine Highlights das Redrum in Helsinki, wo ich in diesem Jahr regelmäßig sein werde, und das Twisted Pepper in Dublin.



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aus Intro #169 (März 2009)
 
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