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Eurosonic & M For Montreal

Checkt das, neue Bands

16.03.2009, 15:14, Text: Felix Scharlau, Daniel Koch

"... [Sie] wären demnach die Gewinner des kommenden Jahres", mutmaßte Intro in dieser Rubrik Ende 2007 über eine junge Band aus Brooklyn, deren Auftritt vor 50 New Yorkern zwei Intro-Redakteure Wochen zuvor begeistert hatte. Der strickmützige Sänger war anschließend gestellt worden, das Albumdebüt mit unaussprechlichem Namen aus dem Handschuhfach des verrosteten Vans erbettelt ("Gerade aus dem Presswerk gekommen"), das Interview geführt. Der Name der Band: MGMT.

Klar: Nicht immer hatten wir in dieser Rubrik einen so guten Riecher für Zukunftsmusik wie in diesem Fall. Aber oft genug, um Spaß daran zu entwickeln, zu orakeln und aufregenden Bands lange vor und jenseits von Album-Veröffentlichungen oder geskripteten Promo-Terminen eine Plattform zu geben. Das Eurosonic Festival im niederländischen Groningen und das M For Montreal in Kanada boten Daniel Koch und Felix Scharlau auch diesmal wieder genügend Gründe dafür. Los geht's.


Buraka Som Sistema
Gesehen: Simplon, Groningen
Im Netz: www.myspace.com/burakasomsistema
Das Wichtigste: Wie klingt eigentlich dieser Kuduro, den die Band aus Lissabon auf hiesige Tanzflächen bringt? Fragen wir doch Lil' John vom Buraka Som Sistema: "Kuduro klingt, als versuchten afrikanische Kids mit ihren Mitteln Techno nachzuspielen." Diesen schiebenden Sound, der seinen Ursprung in Angola hat, pimpen sie gehörig auf, und zwar mit wilden Rapeinlagen, Breakbeats, Live-Drumming, portugiesischen Sprachsamples und was ihnen sonst noch so durch den Laptop rauscht.
Akt. Release: "Black Diamond" (Pias)
Aussichten: Man wird sich an die portugiesischen Lyrics gewöhnen müssen - aber stellt diese Jungs (und das eine Mädchen) auf eine Festivalbühne, und das wird funktionieren.


Wie tanzt man eigentlich auf Kuduro?
Lil' John: Es gibt tatsächlich einen Kuduro-typischen Dance-Move, der aus dem Jean-Claude-van-Damme-Film "Kickboxer" stammt. Es gibt da eine Szene, wo Jean-Claude betrunken tanzt. Das hat jemand auf der Bühne aufgegriffen, und der MC hat gerufen: "This is kuduro! This is kuduro!" Das war der Ursprung. Aber wir haben viele Einflüsse - Kuduro ist nur im Moment der größte -, es kann also jeder tanzen, wie er will.

Was kann man von eurer Live-Show erwarten?
DJ Riot: Wir sind in erster Linie mit Shows aufgewachsen, bei denen es darum geht, so gutes Entertainment zu bieten, dass die Leute nicht die ganze Zeit biertrinkend an der Theke stehen. Wir wollen die Leute anspruchsvoll bei Laune und vor der Bühne halten. Sie an den Eiern packen und zum Tanzen bringen - auch wenn sie unsere Songs noch nicht kennen.
The Conductor: Newcomer-Bands wollen ja immer unbedingt alle ihre Songs im Set unterbringen. Wir sind da relaxter: Wir mischen auch mal einen Kanye-West-Track dazwischen, wenn es der Show guttut.

Ihr habt schon mit vielen Acts kollaboriert. Mit M.I.A. zum Beispiel. Was wären eure Traumkandidaten für eine künstlerische Zusammenarbeit?
L: Ich fände es spannend zu hören, was Timbaland aus unserem Sound machen würde.
D: Nelly Furtado! Man kann ein wenig Baile Funk auf Gwen Stefanis letztem Album raushören, deshalb ist es an der Zeit, ein wenig Buraka auf einem Furtado-Album zu hören. Wir wissen, dass unser Sound zu speziell ist, um jemals im Mainstream anzukommen. Aber so könnte man Spuren hinterlassen. Spreading the message of Buraka!
T: Ich möchte einen Kuduro-inspirierten Song mit Slipknot machen.


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aus Intro #169 (März 2009)
 
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