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Filthy Dukes

Im Interview: Aufstand der Ahnungslosen

17.03.2009, 09:05, Text: Peter Flore, Foto: Nadine Preiss

Die Londoner DJs Tim und Olly hatten eigentlich gar nicht vor, ein Album zu machen, ihre Remixe gefielen dem Label Fiction aber zu gut, als dass sie sich weiter davor hätten drücken können. Gut so, denn ihr Debüt "Nonsense In The Dark" wird für strahlende Gesichter sorgen. Peter Flore hat die Jungs bei einem ihrer ersten Auftritte als Band getroffen.

Die Frage muss man einfach stellen: Wann eigentlich haben die Londoner Filthy Dukes die Zeit gefunden, ihr Debütalbum "Nonsense In The Dark" zu schreiben, zu produzieren und aufzunehmen? Immerhin waren Tim und Olly, neben dem im Hintergrund agierenden Produzenten Mark die beiden Gesichter der Band, bisher ja auch so schon gut ausgelastet: als Resident-DJs im geschätzten Londoner Fabric Club, als Promoter und Partyveranstalter diverser Raves in der englischen Metropole und zuletzt eben auch als begehrte Remix-Künstler. Eigenes Material aufzunehmen stand anfangs gar nicht zur Debatte, erzählt der bärtige Olly, gerade zurück vom holländischen Eurosonic, dem erst zweiten regulären Gig der Band außerhalb ihrer Heimat:


"Das war nur der logische nächste Schritt. Tim und ich waren umtriebige DJs, und irgendwann fragten dann The Rakes, Freunde von uns, ob wir nicht ihre neue Single remixen wollten ['22 Grand Job' vom Debüt 'Capture / Release']. Und wir fragten uns: Wie zur Hölle sollen wir das machen? Wir hatten eigentlich gar keine Ahnung. Später fragten dann auch The Maccabees an. Ihrem Label Fiction schien unser Remix zu gefallen, also luden sie uns zu einem Meeting ein, in dem sie uns fragten, ob wir nicht ein eigenes Album machen wollten. Davon hatten wir eigentlich noch viel weniger Ahnung, wir haben uns dann in ein Studio verschanzt und einfach mal gemacht."

Ein Einstand nach Maß mit dem Gestus völliger Unbekümmertheit, denn "Nonsense In The Dark" - das deutet der Titel schon an - kümmert sich wenig um Genregrenzen und die anerkannten Dos&Don'ts des DJ-Betriebs: Es ist ein Popalbum zum Tanzen geworden, das hemmungslos und schulterzuckend in den Achtzigern wildert und sich mit New Order, Kraftwerk, Daft Punk oder auch The Chemical Brothers an einen Tisch setzt.

Direkt nach den Aufnahmen folgten wiederum Remixe, diesmal für Late Of The Pier (deren Sänger Samuel Dust wiederum beim Album-Opener "This Rhythm" singt), die US-Band Foreign Islands, die UK-Hipster White Lies und sogar für Bloc Party - gutes Fahrwasser für eine erfolgreiche Performance auch mit eigenem Material.



"Late Of The Pier fragten uns, ob sie bei unserer 'Kill Em All'-Partynacht, die wir in der Londoner Fabric hosten, spielen dürften. Sie waren damals gerade 17, 18 Jahre alt, und das, was wir von ihrem MySpace-Auftritt kannten, war nicht gerade das, was man heute von ihnen kennt. Wir buchten sie dann aufs Geratewohl, und sie waren fantastisch. 'This Rhythm' war dann auch der erste Track, an dem wir arbeiteten, gemeinsam mit Sam, ihrem Sänger, und er gefiel uns von Anfang an! Dieser Track sollte die Benchmark für alle weiteren Tracks werden ..."



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aus Intro #170 (April 2009)
 
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