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Glasvegas

Im Interview: Am seidenen Faden

03.02.2009, 10:59, Text: Daniel Koch, Christine Franz, Foto: Sibilla Calzolari
[7 Kommentare]

Dass sich Schottisch und Schokolade nicht so gut vertragen, haben Daniel Koch und Christine Franz beim Treffen mit der Band Glasvegas herausgefunden. Als wenn der Glasgower Dialekt nicht schon fies genug wäre, absolvierte Sänger James Allan weite Strecken des Interviews mit einem Riegel Zartbitter-Schokolade im Mund. Yummy!

Glamour und Glasgow - bei dieser seltsam anmutenden Verbindung müssen nicht unbedingt schmalbrüstige Anzugträger rauskommen, die sich Schampus mit Lachsfisch servieren lassen. Das geht auch mit Sonnenbrille, Lederjacke und Pomadentolle. Zumindest, wenn man sich wie Glasvegas nicht davor scheut, die ganz große Pathoskeule auszupacken.


Da wird geheult (manchmal gar auf der Bühne), da flöten Doo-Woop-Chöre im Hintergrund, da werden Emotionen poetisch und fankurvenkompatibel zugleich formuliert. Sänger und Cheftexter James Allan schafft dabei das Kunststück, vermeintlich kleine Dramen der schottischen Working Class übergroß erstrahlen zu lassen.

Bestes Beispiel ist der Song "Geraldine" - klingt wie die Ode an eine Gottheit, ist auch so gemeint, handelt aber von Allans ehemaliger Sozialarbeiterin. "I'll be the angel on your shoulder. My name is Geraldine, I'm your social worker." Dazu passt der fast größenwahnsinnig produzierte Übergitarrensound, den sich Glasvegas von Starproduzent Rich Costey haben servieren lassen, der schon andere Pathospatienten wie Muse und My Chemical Romance verarztet hat. Die wirken im Vergleich zu Glasvegas allerdings geradezu eklig modern: James Allan und seine Gang kultivieren den frühen Shoegazer-Sound der 80er.

Video: Glasvegas - "Geraldine"



(Einbetten auf Anfrage deaktiviert, hier geht's zum Video.)

Kein Wunder, dass Alan McGee die Band als "beste Band der Welt" für sich entdeckte - der hatte diesen naiv-leidenschaftlichen Größenwahn ja schon bei einer anderen Band so geliebt: Oasis, und mit genau denen teilten sich Glasvegas unlängst die Bühne in München.

Auf der nächsten Seite: Im Interview mit James Allen.


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aus Intro #168 (Februar 2009)
 
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  • User: linus volkmann
  • linus volkmann 29.01.2009 | 11:50:08
    während du schliefst
    der mit der frisur auf dem foto sieht aus wie lämmermann von viva...

    diese wichtige info hat wohl nicht mehr in den text gepasst, was?
    na, dafür steht ja zum glück alles andere drin.

  • lookintro 29.01.2009 | 11:55:31

    glasvegas... waren die nicht letzten monat voll angesagt?

  • User: Daniel Koch
  • Daniel Koch 29.01.2009 | 12:39:11

    Autsch... das sollte eigentlich mal Glaswegian heißen...

  • creation2 29.01.2009 | 13:53:44
    Fortunist
    und der Typ ganz links ist Frank Rost.

  • User: Joel Gion
  • Joel Gion 29.01.2009 | 15:23:05

    Liebe Christine, lieber Daniel,
    *Klugscheißermodus an* das ist ein Dialekt, was die da sprechen... einen Akzent wäre es, hättet Ihr das Interview in deutscher oder von mir aus auch russischer oder finnischer Sprache geführt und sie hätten in eben dieser geantwortet. * Klugscheißermodus aus*

    Editiert von Joel Gion am 29.01.2009 15:47:53
    Editiert von Joel Gion am 29.01.2009 15:48:29

  • User: Stan Gim
  • Stan Gim 10.02.2009 | 12:19:48

    Noch mehr Klugscheißerei meinerseits, muss aber sein, denn das Glasvegas-Halbwissen, mit dem die meisten Musik-Journalisten inzwischen panisch um sich werfen, ist schon etwas irritierend.

    Dass James Allan über "seine Sozialarbeiterin" einen Song geschrieben hat, ist zwar eine schöne Legendenbildung, aber einfach nur Unsinn. Und schlecht recherchiert.
    Geraldine ist eine ehemalige Sozialarbeiterin aus Glasgow, die Glasvegas so toll fand, dass sie ihren Job an den Nagel gehangen hat, um fortan als Merchandise-Verkäuferin und "Mädchen für alles" für die Band zu arbeiten. Und so die Inspiration für diesen Song wurde.
    James Allan hat zwar früher Fussball gespielt, in den Knast gesteckt wurde er dafür aber nicht. ;-)

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