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Das Jahr 08

Deutschland gegen Raven: Pille, palle, pralle

03.12.2008, 17:44, Text: Sebastian Ingenhoff, Foto: Tobias Vollmer
[25 Kommentare]

Pille palle, alle pralle: Druff druff druff druff druff. Drogen waren lange nicht mehr so präsent in der Popkultur wie 2008, was sich nicht nur am durchschlagenden Erfolg von Lützenkirchens Feierhymne ablesen lässt.

Man kann kaum noch auf die Straße gehen, ohne von irgendwem eine Line oder einen Fingerdipp MDMA angeboten zu bekommen. Rudel von Menschen drängen sich Wochenende für Wochenende dicht in den Klokabinen der Clubs. Drogen nehmen ist chic, die Maßlosigkeit kennt keine Grenzen. Das Zeug wird förmlich gefressen. Befeuert wird das Ganze auch durch die stetig wachsende Afterhour-Kultur. Donnerstag in den Club und Sonntagabend zum Tatort aufs heimische Sofa zurück - längst keine Seltenheit mehr.


Dazwischen liegen drei Tage wach und jede Menge Speed, Koks, MDMA, Pillen, neuerdings auch immer wieder Liquid Ecstasy, eine Droge, deren enthusiasmierende Wirkung alles bisher Dagewesene toppt, deren Einnahme bei Fehldosierung aber auch mal auf der Intensivstation enden kann.

Video: 3 Tage Wach - Party People Version (inoffiziell)



Drogen waren immer schon eine tragende Säule der Popkultur und besonders der elektronischen Musik. Was wären Acid House und Manchester-Rave Ende der Achtziger ohne Ecstasy gewesen? Doch nach der durchrauschten Nacht ging man am nächsten Mittag brav nach Hause und übte sich ob des folgenden Seelenkaters in Reue und Demut. Unter der Woche wurde wieder mit protestantischem Eifer gearbeitet beziehungsweise über der Revolution gebrütet.

Heute gibt es keine Arbeit und auch keine Revolution mehr, und der Seelenkater wird weggeschossen. Das Wochenende verlängert sich ins Unendliche. Das Leben ist ein einziges Remmidemmi. Manche nennen das Systemdestabilisierung. Bleibt nur die Frage, welches System sich hier langfristig destabilisiert.





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aus Intro #167 (Dezember 2008 / Januar 2009)
 
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  • User: KrassKoolDraufJunge
  • KrassKoolDraufJunge 21.12.2008 | 15:36:24
    WA?
    Was für n Schwachsinn! Lass die armen Leute doch was einwerfen. Wer viel arbeitet soll am Wochehende gefälligst auch voll sein dürfen. Und da kein Job so hart ist wie kein Job, muss man dann eben noch mehr Zeug reinballern.....

  • AlexColonia 21.12.2008 | 16:18:18

    Ein Artikel ohne Hand und Fuß! Schlimmer kann man etwas nicht an den Haaren herbeiziehen.

  • DembaBa 21.12.2008 | 19:27:57

    zu dem thema hätte schons lieber was schreiben sollen. echt jetzt.

  • User: Headdropunit
  • Headdropunit 21.12.2008 | 21:26:33

    Da schaut man nach langer Zeit mal wieder auf intro.de verbei und muss dann so was lesen. Einfach ein sehr peinlicher Artikel... Bin wieder weg...

  • User: Haar will atmen
  • Haar will atmen 21.12.2008 | 21:34:41

    Pillen und MDMA? Und letzteres auch noch als Fingerdipp? Also mit sonem modernen Zeug will ich nichts zu tun haben, das weiß ich unbesehen.

  • User: plemo
  • plemo 22.12.2008 | 13:49:07

    Ich finde den Artikel gut und wahr.
    Es ist maßlos. Wie man das findet bleibt jedem selbst überlassen. Ich finde die Entwicklung gefährlich.
    Sebastian, schön daß auch so eine Meinung mal gesagt wird.

  • User: Der Jeff_Dieter
  • Der Jeff_Dieter 23.12.2008 | 07:32:51
    proper tea is theft
    Da sind sie wieder, die ganz unbequemen Querdenker, die sich nicht scheuen, mit viel Mut das Gleiche zu sagen wie alle anderen auch.

  • User: trigger08
  • trigger08 23.12.2008 | 09:43:14

    zuviele drogen sind einfach zum kotzen

  • User: Andre Bijan_
  • Andre Bijan_ 23.12.2008 | 10:46:17

    Die hilflose Basis-Überbau-Metaphorik in der Form von tragende Säule der Popkultur, abgerundet durch den in logischer Konsequenz begangenen moralisierenden Rückgriff auf das Volk/die Arbeiter-werden-doch-nur-hintergangen-Argument durch mit protestantischem Eifer gearbeitet, ist aber auch eine Kunst für sich. Denn: Wenn die Drogen nicht wären, wäre die Arbeit schon längst abgeschafft und sie schrieben schon längst auf den Klos der Clubs dieser Welt bei vollem Bewußtsein der Verhältnisse über die good ol' days von Acid House und Manchester Rave.

    Die Entmenschlichung der Drogenkonsumenten im besten Enartisierungsstil bei Das Zeug wird förmlich gefressen. schießt natürlich den Vogel ab.

  • User: schons
  • schons 23.12.2008 | 11:03:48

    ist halt eine subjektive sache. ich persönlich fand drogen, die im übrigen schon immer in der popkultur extrem präsent waren (von den 50ern amphetamine etc. 60ern amphetamine, lsd und so bis zu den metallern mit alk und speed), im letzten letzten jahr nicht präsenter als in den jahren davor. im gegenteil; die krankenwagendichte vor berliner clubs ist geringer geworden, der rise of keta hat sich fortgesetzt, aber offensichtlicher, öffentlicher oder ausgeprägter empfand ich das alles nicht. aber wie schon geschrieben: das ist halt eine subjektive sache und der eigene erfahrungshorizont spielt natürlich auch immer eine große rolle.

  • User: Andre Bijan_
  • Andre Bijan_ 23.12.2008 | 11:22:25

    ist halt eine subjektive sache.

    Tja, im Artikel von Ingenhoff kommt kurioserweise das Wort Ich kein einziges Mal vor.

  • User: art_i_ficial
  • art_i_ficial 23.12.2008 | 14:54:27
    freedom oy!
    ist halt eine subjektive sache.

    so ist das eben, wenn auch die letzten indie-nerds elektronische feiereikultur für sich entdecken und dröge pädagogik-studentinnen sich auf fachschaftsparties plötzlich reihenweise 3 tage wach wünschen.

  • User: Brundlefly
  • Brundlefly 23.12.2008 | 16:07:29
    Mäuse sind Glitch
    Dieses "In den 80ern war das noch ganz anders"-Argument ist auch unsinnig - es wurde schon im Second Summer Of Love Panikstimmung gemacht, dass die Gesellschaft stehen bleibt, weil alle Jugendlichen vor lauter Raven und Ecstasy nicht mehr zur Arbeit gehen. Mir scheint eher, dass der Autor nur selten aus Berlin rauskommt und dadurch das große Clubangebot dort nicht richtig zu schätzen weiß.

  • User: Haar will atmen
  • Haar will atmen 23.12.2008 | 16:37:19

    Der kommt aus Köln, der Autor. Dass es da eine "stetig wachsende Afterhour-Kultur" gibt, ist mir neu, aber dazu liest man ja die Intro: um sich zu informieren.

  • User: gesichtsporsche
  • gesichtsporsche 23.12.2008 | 17:08:17
    it´s o.k. to henning around
    so lange die krassen 4 tage wach - schmeisser einen dienstags nicht anrufen und "nie wieder" schwören und seelenpflege bis spätestens zum nächsten freitag verlangen soll mal jeder machen.

    meins ist das gerade nicht mehr so....oft. mir persönlich sind die halbe woche mehr oder weniger schlimme nachwehen (allerdings auch bei alk...) schlicht und einfach zu anstrengend und ich habe mittlerweile meistens auch keine zeit mehr dafür.

    Editiert von gesichtsporsche am 23.12.2008 17:11:17

  • User: Hijo de Putin
  • Hijo de Putin 24.12.2008 | 14:35:26
    Verteidigungsminister
    ich freue mich schon auf den noch ungeschriebenen artikel, deutschland gegen flatrate saufen!
    der drogenkosum ist zurückgegangen, nur ist einfach die feierkultur schriller lauter und offensiver geworden.
    schön reingefallen der herr!

    Editiert von Hijo de Putin am 24.12.2008 14:36:31

  • User: snorej
  • snorej 24.12.2008 | 15:21:45

    das passt doch schön.



    der satz mit "mir reichen 10 mark am abend" ist super. das ging damals schon nicht.
    also rein getränke technisch.

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