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Ausblick 2009

Aber hallo: Checkt das, neue Bands.

12.12.2008, 15:49, Text: Thomas Venker, Christian Steinbrink

Das Jahr geht, Bilanz wird gezogen. Doch noch spannender als der Blick zurück sind die ersten Versuche, das Kommende zu erahnen. Christian Steinbrink und Thomas Venker haben in New York (CMJ-Festival, das jährliche Schaulaufen der US-Indie-Labels) und Köln nach neuen Bands gesucht und wurden fündig.


Little Boots
Gesehen: Fader, The Fort, 25.10.
Im Netz: www.myspace.com/littlebootsmusic
Das Wichtigste: Freche Gören braucht die Musiklandschaft. Little Boots ist so eine. Unbekümmert covert sie sich in ihren Youtubefilmchen durch die Popwelt, stellt Mixe und Lieblingsliederlisten ins Netz (derzeit u. a. "Till Death Do Us Part" von Madonna, "Veronica's Veils (Erol Alkan Rework)" von Fan Death und "The Nearness of You" von Ella Fitzgerald) - und trifft damit in die Herzen aller Fans von Synthie-Pop, der eben nicht so kalt perfekt daherkommt.
Lieblingsalben 2008: Hot Chip "Made In The Dark" (EMI), Britney Spears "Blackout" (Jive)
Auf wen muss man 2009 achten?
Es gibt da eine Band namens Heartbreak, die haben großartige Songs. Und Fan Death machen epische Disco. Und dann ist da noch ein Songwriter namens Marina and The Diamonds - ich remixe den gerade, ein umtriebiges Talent.
Aktuelles Release: "Arecibo" (This Is Music Ltd / Import)
Was war das Beste, was du beim CMJ gesehen hast?
Die Hunde. In New York habe ich mit die schönsten Hunde gesehen, die mir je über den Weg gelaufen sind. Wenn es dir um die Musik geht: Ich hatte leider absolut keine Zeit, andere Bands zu sehen, da ich viel zu viel mit meinen Shows zu tun hatte. Gesehen habe ich aber The Virgins und Passion Pit. Die waren beide ganz gut.
Du bist ja zum ersten Mal in den USA. Als wie groß empfindest du den Unterschied zu England?
Ich war etwas unsicher, wie die Leute hier auf meine Musik reagieren würden, da Popmusik in Amerika ja schon anders funktioniert. Aber bislang läuft es prima. Nur die Hektik mit so vielen Shows und DJ-Sets war etwas zuviel - ich freu mich schon, wenn ich zurückkomme und es etwas entspannter ist.
Du bist lange allein auf der Bühne gestanden, jetzt geht es aber los, dass Little Boots als Band auftritt. Wieso?
Es ist noch immer ein Soloprojekt. Es ist nur so, dass meine Songs live schwierig alleine zu präsentieren sind - und ich will nicht nur über Backing Tracks singen, das wäre mir zu karaokeesk. Deswegen helfen mir bei den Konzerten Musiker am Schlagzeug und Synthesizer aus. So hat das Ganze mehr Energie und ist reizvoller fürs Publikum. Aber wenn es um das Songwriting geht, so kommt das noch immer allein von mir. Ich war in der Vergangenheit auch in Bands und habe es immer als sehr schwierig empfunden. gemeinsam im Übungsraum Songs im Jam zu entwerfen. Ich bin lieber alleine am Klavier und arbeite mich langsam in die Akkorde und Melodien rein, texte, während ich im Bus sitze. Oder beim Trinken in der Bar.

Video: Little Boots - "Meddle" (live bei "Later with Jools Holland")



Derzeit hört man ja auch von einigen Kollaborationen, u. a. mit Hot Chip. Was geht denn da?

Joe von Hot Chip hat eins meiner frühen Demos in die Hände bekommen und mochte die Songs sehr. Er hat dann einige Songs für mich produziert. Normalerweise ist es so, dass ich den Song bereits fertig geschrieben habe, bevor ich ihn ihm maile. Er nimmt ihn dann auseinander, arbeitet mit den einzelnen Sounds. Da wir beide elektronische Musik und Popsongs mögen, läuft unsere Zusammenarbeit so gut.
Du bist durch Youtubeclips bekannt geworden, in denen du Songs coverst. Diese Clips zeigen dich sehr privat. Hast du nicht manchmal Angst, zuviel von dir preiszugeben?
Nicht wirklich. Heute ist es doch so, dass die Leute so nah wie möglich an einen rankommen wollen, das Internet mit seinen Blogs und Facebook hat diese Tendenz verstärkt. Die Videos zeigen mich doch nur in meinem Schlafzimmer, wie ich Blödsinn treibe, an Songs arbeite, lerne. Ich teile damit den Schreibprozess mit den Leuten, zeige, dass das keine künstlich produzierte Musik ist.



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aus Intro #167 (Dezember 2008 / Januar 2009)
 
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