Kreator vs. Tomte vs. Muff Potter
Im Studio: Metal ist der neue Indie
12.12.2008, 15:50, Text:
linus volkmann, Foto: Katharina Poblotzki
[49 Kommentare]
Eine Gewissheit in Rock wurde 2008 anhand der Veröffentlichungen von AC/DC und Metallica mal wieder deutlich sichtbar: Heavy Metal ist eigentlich gar keine Nische. Dafür sorgen neben der stabilen Szene vor allem die Millionen Normalos, die alle doch irgendwo Iron Maiden und Co. in ihrer Vita führen. Bei vielen geht es dabei noch weiter: Venom, Sodom, Rage, Kreator etc. Und nun klatschen einen im Zusammenhang mit der aktuellen Kreator-Platte auch bekannte Indie-/Punk-Landesfürsten ab. Linus Volkmann (Text), Thomas Venker und Felix Scharlau holten sich die ganze Story ab.
Thees Uhlmann von Tomte und Muff Potters Nagel fiel in ihrer ohnehin gern besetzten Rolle als universelle Super-Fans ein herrliches Post-Dorf-Jungs-Highlight in den Schoß.
Sie durften Gast- bzw. sogar Duett-Singen mit Mille Petrozza - im Rahmen der Aufnahmen zum neuen Kreator-Album "Hordes Of Chaos". Produziert wurde dieses beim Berliner Indie-Must-Have Moses Schneider. Zudem ließ Kreator-Mastermind Mille im Vorfeld zu den neuen Texten verlauten, einiges zitiere Ton Steine Scherben, einiges Tocotronic. Ach ja, eine Bad-Religion-Coverversion fiel auch an. Hey, was für einen Indie-Erlebnispark wollen die krassen Essener Thrash-Meerschweinchen denn noch für uns aufstellen? Ist ja total irre! Aber ist sowas denn bei der vernagelten Kernzielgruppe überhaupt erlaubt? Und wie kam es zu all diesen Brückenschlägen? Wir haben vier Teilnehmer dieser Herzblatt-Folge getrennt voneinander befragt. Also Thees, Nagel und Moses am Stück und später Mille.
Awakening Of The Gods
Thees: Bei mir ging es in den Achtzigern los, AC/DC, Iron Maiden und dann Slayer, Metallica und Kreator. Dann habe ich in der Rock Hard ein Bild gesehen, wo Mille ein Bad-Religion-T-Shirt anhatte - und nur über dieses Shirt habe ich dann selbst Bad Religion kennengelernt. Das war so die Kreator-Zeit mit "Flag Of Hate" und "Extreme Aggression" - bevor ich mit Hardcore und Punk zu tun hatte, war das mein Kontakt mit extremer Musik.
Meine Eltern haben sich damals echt beschwert - und das hat mich einfach total angemacht. Dieses Harte, Brachiale und Milles Art, dass er nie verschämt zugab "Hmm, ist auch so bisschen politisch", sondern nur: "Ja, es ist Metal, es ist politisch, ich hasse Nazis, die Welt ist scheiße, destroy!" Das war für mich Dynamit damals auf dem Dorf. Ich habe das meinen Kumpels vorgespielt und die meisten "Ich höre da gar keine Melodie". Und ich sie so angeschrieen: "Natürlich ist da eine!" Und dann schön mit den drei Kings Of Violence, die es auch kapiert hatten, Kassettenrekorder geschnappt, durch Hemmoor gelaufen, und Kreator dröhnte aus den Boxen.
Video: Iron Maiden - "22 Acacia Avenue" (live in Dortmund, 1983)
Nagel: Vor Punk war ich wie alle Dorfjungs Metalfan und bei meinen ersten drei, vier Konzerten, die ich besuchte, habe ich so Berichte in mein Schulheft geschrieben. Acht Jahre später habe ich das dann noch mal in meinem Fanzine "Wasted Paper" abgedruckt. Da wird auch ein Gig im PC 69 in Bielefeld beschrieben, wo ich Danzig sah. Am Ende kommt eine Aufzählung, welche berühmten Persönlichkeiten ich getroffen habe - und wie weit die von mir entfernt standen. Zum Beispiel "Götz Kühnemund: drei Meter", oder "Glen Danzig: 30 Zentimeter", weil der sich so einmal in die Menge gebeugt hatte. Und da findet sich auch "Mille: ein Meter". Ist schon ein Held gewesen für mich.
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advocatus diaboli 28.11.2008 | 13:02:08
wenn die indie boys vom dorf tatsächlich so grosse "metal" fans sind wie sie hier verkünden, dann hätten sie sich doch zumindest eine sache abschauen können: beim metal muss man SPIELEN können.
buenaventura 28.11.2008 | 13:20:34
hashomer
allerdings nicht der einzige grund, warum metal scheisse ist.
advocatus diaboli 28.11.2008 | 13:21:13
nee metal is eigentlich nicht scheisse
CATzilla 28.11.2008 | 13:40:53
mag auch hunde!
"Heavy Metal ist eigentlich gar keine Nische. Dafür sorgen neben der stabilen Szene vor allem die Millionen Normalos, die alle doch irgendwo Iron Maiden und Co. in ihrer Vita führen."
krieg ich nicht mit
"Metal ist der neue Indie"
zusammen.
es sei denn, intro würde (richtigerweise) behaupten, dass indie durch "Millionen Normalos" gar nix mehr mit indie zu tun hat.
und dass das beim metal (erst jetzt?) genau so ist.
wobei ich mich wiederum fragen würde, ob das historisch gesehen nicht eher umgekehrt war.
so oder so: interessant, dass metal als (füller eines winterlochs?) beim allgemein-indiepopper als schick gilt.
zu advocatus diaboli's kommentar kann ich nur sagen:
die musikerpolizei darf sich gerne daheim verschanzen und musikergesetzestexte schreiben. ist doch wurscht.
advocatus diaboli 28.11.2008 | 13:51:27
ich eröffne einfach so gerne threads, weil ich irgendwie immer zu fast allem eine meinung habe und dann wenns voller wird und alle anfangen zu blöken hab ich meist keine lust mehr mich weiter zu beteiligen.
haru_specks 28.11.2008 | 13:55:30
shine on
das nennst du "voll"?
kann mir irgend jemand mal erklären, was der begriff "indie" zwischenzeitlich bedeuten soll? und ja, ich gebe buenaventura unumwunden recht: metal ist scheisse.
CATzilla 28.11.2008 | 14:05:46
mag auch hunde!
indie ist doch derzeit wie emo besetzt, bloss ohne weinen zu müssen und mit engeren hosen. oder?
Peter Flore 28.11.2008 | 14:08:58
Köstlich
Metal ist so scheiße wie Indie.
LucTonnerre 28.11.2008 | 14:11:11
Metal ist nicht gleich Metal!
Was ich mich gefragt habe: Wo sind die Fotos von Mille?
CATzilla 28.11.2008 | 14:23:22
mag auch hunde!
ich sehe es wie die herren flore und tonnerre.
Editiert von
CATzilla am 28.11.2008 14:23:49
haru_specks 28.11.2008 | 14:24:09
shine on
ich mag auch den metal nicht, der nicht gleich metal ist.
nanker 28.11.2008 | 14:45:10
metal-scheiße zu finden ist in etwa so pfiffig wie dance-musik scheiße zu finden. so von disco zu trompetenhosen.trance ist da doch ein recht weites feld. is im metal genauso.
(gut das ist jetzt KEINE neue erkenntnis, nur angebracht um harus prinzipielle abneigung etwas zu entkräften)
haru_specks 28.11.2008 | 14:52:50
shine on
ich halte mich ab sofort raus. das gibt nur böses blut.
addictedTOchocolate 28.11.2008 | 14:56:14
an sich ist mir metal & die metal fans sympathisch, da nische, echte menschen, kein plastik und es wird mit herz vertrieben & verkauft. mit der musik kann ich mich nicht anfreunden.
Editiert von
addictedTOchocolate am 28.11.2008 15:01:41
CATzilla 28.11.2008 | 14:58:49
mag auch hunde!
ojeje, kaum fällt der begriff metal, sprudelt hier das blut.
und das böse...
leichte_teile 28.11.2008 | 15:03:24
alles was wir brauchen
metal-scheiße zu finden ist in etwa so pfiffig wie dance-musik scheiße zu finden. so von disco zu trompetenhosen.trance ist da doch ein recht weites feld. is im metal genauso.
drehen wir das doch mal um:
metal gut zu finden ist in etwa so pfiffig wie dance-musik gut zu finden. so von disco zu trompetenhosen.trance ist da doch ein recht weites feld. is im metal genauso.
nee. funktioniert nicht.
leichte_teile 28.11.2008 | 15:09:24
alles was wir brauchen
der artikel beweist erstmal nur dass tomte und co wie immer nix kapiert haben und irgendeinem konsens von vor drei jahren (oder noch mehr, will ich gar nicht so genau wissen) hinterherhecheln. dass metal ja eigentlich voll super ist. das geht dann besonders gut mit so brunzdummen vollspacken wie kreator, bolt thrower oder glen "I love my mommy" danzig.
labr 28.11.2008 | 17:26:25
obey!
Himmel, als hätte es die letzten 20 Jahre nicht gegeben - als müsste man jede Schlacht nochmals schlagen, damit es auch die letzten kapieren oder an ihren dümmlichen Vorurteilen krepieren (möglichst qualvoll). Dass selbst vernunftbegabte Menschen wie Haru nicht über ihren glatt polierten Tellerrrand hinwegsehen können sondern meinen, irgendwelchen nix merkenden Arschlöchern nach dem Mund reden zu müssen, das ist schon verdammt trist. Aber Queen auflegen, das hamma gern.
buenaventura 28.11.2008 | 17:32:04
hashomer
hihi
Peter Flore 28.11.2008 | 17:34:00
Köstlich
Ich bin mit Metal aufgewachsen, wir hatten ja damals nichts. Kurzzeitig war es mir dann aus Coolnessgründen peinlich, heute höre ich viele der alten Scheiben - und auch gutes neues, wobei ich das nicht mehr so verfolge - wieder mit Genuss. Zum Beispiel finde ich immer noch, dass Bruce Dickinsons "The Chemical Wedding" das wohl beste Metalalbum der Neunziger ist. Atmosphärisch und unprätenziös. Zumindest was traditionelleren Metal angeht.
CATzilla 28.11.2008 | 17:36:56
mag auch hunde!
offen und ehrlich:
ich höre meine (wenigen) metalplatten tatsächlich aus nostalgischen gründen, was aber nicht heisst, dass ich sie nicht toll finden würde. aber das war ja eh nur ein zweig meines musikalischen mammutbaums (ihr armleuchter :P )
snorej 28.11.2008 | 17:38:30
was ist den daran scheisse?
ElvisHH 28.11.2008 | 17:53:49
Panda Du Prince
Hauptsache true!
CATzilla 28.11.2008 | 18:04:41
mag auch hunde!
the one and only true-ness:
Legoland 28.11.2008 | 18:10:58
Legolize it!
was ist datten für ne diskussion? metal scheiße oder nicht? he? gehts noch? weiter unten bin ich als schubladenlaberer beschimpft worden. das hier ist schlimmer, find ich.
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