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Kanye West

Im Interview: Der bildende Künstler des Pop

12.12.2008, 15:46, Text: Martin Riemann
[3 Kommentare]



Kanye West in der Defensive. Viele Statements des Dandys mit dem "Midas Touch" lassen darauf schließen, dass er für sein aktuelles Album Unverständnis seitens der Kritik antizipiert.


So verkündete er bei einer ersten Listening-Session in Los Angeles, dass man ihn für sein "Mein Vocoder und ich"-Album "808's & Heartbreak" nicht kritisieren dürfe, da es von Herzen komme. Nun, bei dem Erfolg, den der Mann bislang verbuchen konnte, gibt es in Sachen futuristischer Urban-Sound vielleicht wirklich keine höhere Instanz als ihn - das macht sein Album für den Rest der Welt allerdings nicht weniger anstrengend. Kanye West erklärt Martin Riemann, warum er nur mit verzerrter Stimme er selbst sein kann.


Dein neues Album ist dank deines Gesangs als Dreh- und Angelpunkt ja überraschend homogen geworden. Bist du von Anfang an mit einem strengen Konzept an die Arbeit herangegangen?
Es gab zu Beginn nur ein Thema, über das ich singen wollte. Der Keyboarder spielte ein paar Akkorde, und ich sagte: "Okay. Lass uns den Refrain mit einem Chor-Sound aufnehmen!" Und er drückte den Knopf, und ich sang [singt]: "Hey, hey, hey, hey, say you will." Dann freestylte ich den Rest, und dann ging es weiter mit dem nächsten Song. So haben wir das Album aufgenommen.

Das Material ist also teilweise improvisiert?
Alles ist improvisiert.

Die Texte auch?
Ich habe mich vorher um nichts gekümmert. Als ich das Studio betrat, kam es alles direkt aus meiner Seele.

Die eingeschränkte Wahl der Mittel - du hast nur mit der TR 808 gearbeitet -, der konsequente Einsatz von Auto-Tune, die Tribal-Beats. Das alles war nicht geplant?
Ich habe überhaupt nichts geplant. Mir fiel ziemlich schnell der Titel des Albums ein: "808's & Heartbreak". Also benutzten wir ausschließlich die TR 808, und ich setzte das gebrochene Herz obendrauf.

Und so wurde das Album durch die intuitive Arbeitsweise sehr persönlich.
Normalerweise ist zwischen meiner Person und meiner Arbeit immer ein Filter. Doch mit all den Verlusten, die ich erlitten habe, war jetzt nicht mehr der Zeitpunkt dafür. Alle müssen sich bis zu einem gewissen Grad verstellen, um sich anzupassen. Aber ich gehöre nicht mehr dazu. Ich bin eine Berühmtheit. Dadurch genieße ich viele Vorteile, ich bin aber auch ein Gefangener, der den Rest seines Lebens nicht mehr frei herumlaufen kann. Ich sollte meinen Einfluss also wenigsten dazu nutzen, andere dazu zu bringen, sich freier zu entfalten.


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aus Intro #167 (Dezember 2008 / Januar 2009)
 
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  • jackal 16.12.2008 | 15:18:28

    wann wird Intro lernen, dass auf dem Album kein Vocoder, sondern das Autotune-Plug-In von Antares verwendet wird?
    so sollte es nicht "...,dass man ihn für sein "Mein Vocoder und ich"-Album "808's & Heartbreak" nicht kritisieren dürfen,..." sondern "...dass man ihn für sein "Mein Auto-Tune und ich"-Album "808's & Heartbreak" nicht kritisieren dürfen,..." heißen :)

    Editiert von jackal am 16.12.2008 15:22:28

  • User: Felix Scharlau
  • Felix Scharlau 16.12.2008 | 15:36:40
    Mobilfunk deutlich teurer
    Dabei benutzen die meisten Redakteure privat selbst Autotune! Das Problem: Wenn die Töne halbwegs stimmen, legen sie noch Vocoder bis zur Unkenntlichkeit drüber. Da kann man das dann schon mal durch einander bringen. Ich nenn keine Namen!

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