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Das Hippie-Comeback

Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies

28.10.2008, 12:28, Text: Martin Büsser, Foto: Jazz Archiv Hamburg
[15 Kommentare]

Die Hippies sind zurückgekehrt. Erst haben sie die Ränder besetzt, die verschiedenen Free-, Neo- und Antifolk-Genres, doch inzwischen ist es ihnen gelungen, auch den "ganz normalen" Pop zu erobern. Bands wie MGMT und Fleet Foxes knüpfen in Sound und Outfit ganz an die ausgehenden Sixties an und schaffen es zugleich, Hippie an "hip" rückzubinden. Martin Büsser ging auf Feldforschung.

Im Grunde ging ja alles schon mit dem Film "Shortbus" (2006) los, dem der ebenfalls mit allen Hippie-Insignien ausgestattete Songwriter Scott Matthew seine spätere Musikerkarriere verdankte. Was war "Shortbus" denn anderes als ein zeitgemäßes Update der alten Utopie von freier Liebe? Mit dem Unterschied, dass in "Shortbus" die unterschiedlichsten queeren Zwischenformen nicht nur gezeigt, sondern geradezu propagiert werden, während die "freie Liebe" der Hippie-Kommunarden von einst dann doch meist dem Ausleben der männlich heterosexuellen Libido vorbehalten war. Dass in "Shortbus" coole Leute aus dem Riot-Grrrl- und Post-Punk-Umfeld mitspielen, darunter Musikerinnen von Le Tigre und den Hidden Cameras, macht noch etwas ganz anderes deutlich: Der alte "Style Clash" (so ein im August ausgestrahlter arte-Beitrag zum Thema) zwischen Punks und Hippies gehört endgültig der Vergangenheit an.


Möglicherweise ist dieser "Style Clash" sowieso nur ein historischer Mythos, eine Schimäre. Als John Lydon 1977 als Gast-DJ für eine Londoner Radiostation Platten auflegte, spielte er nicht etwa Iggy Pop und The Damned, schon gar nicht die Sex Pistols, sondern Tim Buckley, Can, Peter Hammill und die Third Ear Band - allesamt waschechte Hippies. Punk musste sich wahrscheinlich anfangs nur deshalb so vehement als Style von den Hippies abgrenzen, weil sich beide im Innersten viel zu ähnlich waren. Im Grunde gab es nur einen Unterschied, nämlich den, dass Punk seinen Hedonismus als apokalyptische Haltung zelebrierte, die kein Morgen mehr sah, während die Hippies der Sechziger fast ein Zuviel an Zukunft hatten.



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aus Intro #166 (November 2008)
 
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  • User: hatebag
  • hatebag 30.10.2008 | 13:06:31
    You're welcome
    Die heutigen Hippies, wenn man sie denn überhaupt so nennen mag, sind Hippie-Post-Punker.

    Die heutigen Hippies sind Fake-Hippies, aus dem Paradies Vertriebene,


    Die heutigen Hippies sind Nu Hippies!

  • KLAXON 30.10.2008 | 15:29:46

    Haha, den gleichen Scheiß habe ich mal spaßeshalber schon vor nem halben Jahr zu nem Kumpel gesagt. Herrlich und hier steht's nun ernstgemeint.

  • User: haru_specks
  • haru_specks 30.10.2008 | 16:26:18
    shine on
    höchste zeit, die hippies zu rehabilitieren. aber wann sind endlich die popper drann?

  • jimbob 30.10.2008 | 21:09:25

    ich habe mir heute von dennis wilson die pacific ocean blue als 3er vinyl gezogen. mehr toller hippie geht nicht.

  • User: lucktrone
  • lucktrone 30.10.2008 | 21:23:58
    summer fever!
    aus guten punks werden eitle popper die wiederum als smart-hippies zu langhaarigen skinheads mutieren.

  • User: GlammyEmmy
  • GlammyEmmy 30.10.2008 | 21:59:02
    Immer locker bleiben
    Nee, stimmt nicht. Zumindest nicht in meinem Fall. Als Teenie habe ich (ein wenig) Punk-Musik gehört, war aber nie Punk, und bin mit 20 wegen schlechter Einflüsse kurzfristig zum Popper mutiert (war aber dabei nicht eitel). Als smarten Hippie hätte man mich später vielleicht auch mal bezeichnen können, aber ich bin ganz weit entfernt von einem langhaarigen Skin!

    (Auch wenn ich tatsächlich gern lange Haare hätte, aber die taugen dafür leider nichts.)

  • grotesqueness 30.10.2008 | 22:08:34

    für was oder warum sollten hippies rehabilitiert werden? popper dagegen sind ok - ich steh auf aktenkoffer. ich rehabilitiere die mit.

  • User: GlammyEmmy
  • GlammyEmmy 31.10.2008 | 10:40:14
    Immer locker bleiben
    @Hijo de Putin: Genau, nicht lang genug. Schulterlang würde mir gefallen, am besten mit ein paar großen Locken. Außerdem sind sie im Moment etwas kürzer, auf dem Foto sieht man die längere Variante meines Haarschnitts.

  • User: snorej
  • snorej 31.10.2008 | 10:42:32

    poppers war nie out.

    @jimbob, die dennis wilson ist super, da wachsen mir die haare wieder fast bis zum hintern.

  • User: Andre Bijan_
  • Andre Bijan_ 31.10.2008 | 11:06:47

    Auch wenn ich tatsächlich gern lange Haare hätte, aber die taugen dafür leider nichts.

    Da haben die genetischen Finger ihren Unsegen mit im altbekannten an-den-Haaren-herbeigezogenem-Vergleiche-Spiel.

  • User: haru_specks
  • haru_specks 31.10.2008 | 11:15:34
    shine on
    best of both worlds: der hippiepopper. rettet die welt und sieht dabei noch klasse aus.

  • User: haru_specks
  • haru_specks 03.11.2008 | 10:04:42
    shine on
    ich hab den artikel in der aktuellen intro nun mal genauer unter die lupe genommen. so neu ist das phänomen "post-hippietum" ja nun auch nicht. flaming lipps und mercury rev fallen mir da ganz spontan ein (auch wenn sie gerne mal einen anzug tragen, sind ihre einstellung und soundvorstellungen sehr hippie-esk).

    und die beispiele für "damalige hippies" sind auch nicht sonderlich gelungen. electric light orchestra? wo waren das hippies? oder emerson, lake & palmer. und warum vergisst man die größte, aller hippiebands: greatful dead? oder von mir aus auch gerne incredible string band?

  • User: CATzilla
  • CATzilla 03.11.2008 | 11:13:03
    mag auch hunde!
    tragen hippiepopper dann röhrenschlaghosen?

    bei jethro tull seh ich die hippieness auch nur sehr sehr eingeschränkt...

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