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The Killers

Im Interview: Glamorous Indie Schlager

28.10.2008, 10:51, Text: Peter Flore

Irgendwo zwischen Selbstzweifeln und dem Vertrauen in die eigenen Stärken: Mit Madonna-Produzent Stuart Price klopfen The Killers an die Tür zur Pop Champions League und gebärden sich dabei wie schüchterne Kinder. Peter Flore traf Brandon Flowers und Dave Keuning in London.

Brandon Flowers ist nicht zu beneiden. In der ersten Titelstory zum neuen Album "Day And Age" schießt der britische NME trotz mangelnder Hörbeispiele in gewohnt großen Lettern aus allen Rohren: Der Sänger habe die Kontrolle verloren, und es sei zumindest anzuzweifeln, ob er sie jemals wiedererlangen würde. Kurzum: Er stecke in einer schweren persönlichen Krise. Und die zwei Songs, die der offenbar eh auf Krawall gebürstete britische Kollege vorab im Studio in Las Vegas zu hören bekam, seien durchwachsen: der eine ganz gut, der andere nicht so.


Vielleicht ist der schüchterne, fast jungenhafte Flowers, der mir bei der Londoner Listening Session des dritten regulären Albums gegenübersitzt, deswegen so vorsichtig - einige behaupten: schwierig -, weil seine Zitate immer wieder für eine aus dem Zusammenhang gerissene Schlagzeile herhalten müssen. Fast verschämt und weitestgehend einsilbig antwortet Flowers, der in natura viel jünger aussieht als auf Fotos, manchmal lächelt er verlegen, so, als wolle er sagen: "Ich weiß, du erwartest viel mehr, aber das ist alles, was ich zu geben habe."

Ob er, wenn er an neuen Songs arbeite, immer noch denke, das sei das Beste, was The Killers je gemacht hätten, will ich von ihm wissen - denn derart großspurige Verlautbarungen las man zu "Hot Fuss"-Zeiten ständig. "Ja", kichert er verschämt. Nur, um auf die nächste Frage, ob man sich und der Welt nach knapp zwölf Millionen verkauften Tonträgern überhaupt noch etwas beweisen müsse, zu antworten: "Ich habe ständig das Gefühl, mich beweisen zu müssen. Ich denke, unser neues Album wird zeigen, ob die ganzen Lorbeeren gerechtfertigt waren ..." Er und seine Bandkollegen wollten "ständig das Beste geben", sagt er und klingt dabei wie ein ehrgeiziger Sportler, der versucht, seinen eigenen Rekord stetig zu verbessern.

Derjenige, der The Killers bei der Arbeit zu "Day And Age" zu Höchstleistungen anspornen sollte, heißt Stuart Price. Unter anderem bekannt durch seine Arbeit mit keiner Geringeren als Madonna, für die er große Teile ihres 2005er-Werks "Confessions On A Dancefloor" produzierte. Schon 2004 remixte er unter seinem Spitznamen Thin White Duke die Killers-Hitsingle "Mr. Brightside", auf der Rarities-Collection "Sawdust" arbeitete die Band mit ihm am Track "Sweet Talk". Grund genug, mal ein ganzes Album mit dem Briten anzugehen. "Wir merkten damals schon, dass wir auf einem Level funktionierten", erklärt Gitarrist Dave Keuning, ungleich auskunftsfreudiger als der Sänger. "Eines Abends trafen wir uns in Stuarts Apartment, und das Ergebnis der ersten Nacht war 'Human'."


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