Annie
29 Stunden Drumsounds
07.10.2008, 12:27, Text:
Johannes Mihram
Norwegen will kill you. Die Disco-Laptop-Queen Annie tauchte vor ein paar Jahren auf und wurde schnell zu einem der hottest dates in the biz. Publikum wie Künstler (die Rock-Boys Maximo Park beispielsweise remixten Annie bereits) standen Schlange. Und weiter geht's. Wenn auch bei Wunderkindern nicht alles ganz so leicht ist, wie Johannes Mihram erfuhr.
Achtung, Musikjournalistenfrage: Worin siehst du die Unterschiede zwischen deinem Debüt "Anniemal" und dem neuen Album?
Annie: Vor allem in der Produktion, ich war diesmal viel konzentrierter dabei und habe mich stärker mit den Details befasst. Und übrigens im Vorfeld sehr viele Songs geschrieben.
Wie viele denn?
Ich will nicht angeben, aber 300 bis 400. Echt. Von denen sind jetzt zwölf auf "Don't Stop".
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Produzenten Brian Higgins?
Kennengelernt habe ich ihn über Saint Etienne. Wir trafen uns im Studio in Paris, und er war brillant. Ich war zunächst etwas verstört, weil er immer eine ganz klare Idee hat, was er möchte. Schließlich hat er sechs Songs des Albums produziert. Könnte mir aber auch gut vorstellen, das alles mal selbst zu machen. Das einzige Problem ist dabei, dass ich so skeptisch bin, dass ich immer noch was verändern würde. Niemals würde ich fertig! Ich brauche jemanden, der sagt: "Annie, let's go! Du kannst nicht 29 Stunden an den Drums basteln!"
Warum hast du dein Label gewechselt?
Das war sehr schwer für mich, denn mein früheres Label 679 ist großartig, aber es gab nie ein Treffen mit den Leuten von Warner Music, dem Mutterkonzern, es gab keinen Plan, was mich betrifft. Ich hatte eigentlich mit zwei separaten Labels zu tun, was es viel komplizierter gemacht hat. So wollte ich mit dem neuen Album zu einem neuen Label, am liebsten zu Island, und die waren gleich sehr interessiert daran. Ich bin ein großer Fan der Sachen dort.
Und eine Frage, um die ein Musiker heutzutage nicht herumkommt: Wie ist deine Haltung zu Filesharing?
Da bin ich in einer schwierigen Situation, denn ich bin ein Blog-Artist. Die ersten Reaktionen auf meine Musik kamen von Websites wie Pitchfork und Popjustice, und das hat mir sehr geholfen, weil die Leute so auf mich aufmerksam geworden sind. Auf der anderen Seite wünsche ich mir natürlich, dass die Leute mein Album kaufen.
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