Oxford Collapse
Dein Nirvana-Shirt
15.09.2008, 18:44, Text:
Felix Scharlau
Oxford Collapse aus Brooklyn werden mit Album Nummer vier wohl endlich auch in Europa gehört werden. Schuld daran ist neben ihrem melodieseligen Power-Punk wohl auch: die Zugkraft ihres Labels Sub Pop. Intro befragte die Band als Nachklapp unseres Label-Spezials (vergleiche Intro #163) zu Segen und Fluch eines Sub-Pop-Daseins.
Auf welche Art und Weise ist Sub Pop denn für euch als Band etwas anderes als die anderen Labels, auf denen ihr zuvor veröffentlicht habt?
Du meinst abgesehen davon, dass Sub Pop ein legendäres, fast ikonisches Label ist, dessen Ruf seit der Fopp/Screaming-Life-Split 1987 ständig gestiegen ist? Sie holen sich einmal die Woche einen Haustierpsychologen für die Tiere der Angestellten ins Büro.
Ist es mitunter nervig, (so wie jetzt) ständig auf dieses Label angesprochen zu werden?
Haha, nee, nervig ist das nicht. Wenn überhaupt, dann schmeichelhaft. Und egal, wie schlecht der Tag ist, den man gerade hat, es findet sich für mich immer ein bisschen Trost in der Tatsache, dass wir Platten bei diesem Label veröffentlichen können. Wie viele Bands können das schon von sich behaupten? (Okay, eine ganze Menge, aber trotzdem!)
Jetzt scheißen wir aber mal auf Nostalgie: Was ist aus deiner Sicht das schlechteste Sub-Pop-Album überhaupt und warum? Keine Angst, das bleibt unter uns.
Hmm, es gab definitiv eine dunkle Zeit, circa von 1996 bis 2000. Ich erinnere mich an eine Platte von The Yo-Yos, die waren so eine Art lahmarschige, schmierige Rancid-Kopie. Ich habe die Platte für eine Website rezensiert und erinnere mich, dass ich dachte, das sei eine ganz billige Nummer. Tut mir leid, Jungs!
Gibt es eine Band des Labels, mit der ihr nie die Bühne teilen würdet?
Fällt mir jetzt gerade keine ein, außer du meinst eine Band, die so gut ist, dass wir Angst haben müssten, sie würde uns in Grund und Boden spielen. In dem Fall: Tad.
Kannst du dich daran erinnern, was du tatest und dachtest, als die Nachricht vom Tod Kurt Cobains reinkam?
Ich stand da gerade in einem T-Shirt- und Head-Shop auf Long Island namens Utopia. Ich glaube, ich wollte mir ein Fishbone-T-Shirt kaufen. Abends übernachtete ich bei einem Freund, der Geburtstag hatte, und wir sahen die ganze Nacht und bis zum nächsten Morgen die MTV-News. Ich weiß noch, dass ich wie vor den Kopf gestoßen war. Aber am allermeisten machte ich mir Sorgen um einen Klassenkameraden, der der größte Nirvana-Fan der ganzen Highschool war. Er kam am Montag dann zur Schule und trug ein weißes T-Shirt, auf das er mit einem schwarzen Edding alle Nirvana-Songtitel geschrieben hatte.
Zurück in die Zukunft: Was wird das Erste sein, das du in Deutschland machen wirst, wenn ihr demnächst endlich mal auf Tour kommt?
Meinen 30. Geburtstag feiern, indem wir unsere erste Show in Deutschland spielen. Und danach hängen wir im Schwarzwald ab.
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