Late Of The Pier
Von Lufthansa, Erol Alkan und Kostümen
14.09.2008, 18:30, Text:
Thomas Venker
Erol Alkan feierte sie im Interview in Intro #162 ab wie sonst nichts, Elena Lange flankierte ihn dabei journalistisch, und das Melt! bot Thomas Venker die Gelegenheit, eine der vielversprechendsten britischen Bands ihrer Generation endlich mal live zu sehen und vor allem zu sprechen. Hier sind einige Momente davon.
Samuel Eastgate (a.k.a. Samuel Dust): Kann ich hier mal Dampf über die Lufthansa ablassen? Ja? Super. Da wollen die erst beim Einchecken von uns 900 Euro wegen Übergepäck - normalerweise kommen wir immer ohne durch -, und dann verschlampen sie es auf dem Weg nach Berlin auch noch, und wir hätten fast nicht hier beim Melt! spielen können. Die haben alles nach Genf geschickt. Aber unser Tourmanager ist sehr gut darin, böse zu werden. Er hat sie so richtig angeschrieen, und so bekamen wir die Sachen noch rechtzeitig geliefert. Guter Nebeneffekt: So sind wir viel mehr als sonst auf der Bühne rumgesprungen, da wir so unvorbereitet waren.
Lass uns mal kurz über Erol sprechen, der ja nicht nur als bloßer Fan von euch begeistert ist, sondern auch das Album produziert hat.
Wir haben ihn kennengelernt, als wir unsere ersten Shows in London spielten. Er kam gemeinsam mit einem Kerl von Because Records zu der Show in einer Art College. Because nahmen uns danach für Frankreich unter Vertrag, und Erol begann mit uns zu arbeiten - also ein erfolgreicher Abend. Erol gab uns gleich das Gefühl, mit ihm auf einem Level zu sein, er ist so natürlich, absolut nicht arrogant. Mit dieser Haltung hat er schon einige positiv beeinflusst: Plötzlich sehen die Leute, dass man nicht von sich selbst eingenommen sein muss, um erfolgreich zu werden und Fans zu bekommen. Er sagte direkt, dass er mit uns arbeiten wolle. Er hat uns auch ermutigt, unsere Texte klar und deutlich auszusprechen, und dazu geraten, persönlich zu texten.
Sag doch mal was zu euren originellen Bühnenoutifts.
Wir sind alle von eher seltsamen Bands und Künstlern beeinflusst, was die Outfits angeht. Patrick Wolf beispielsweise ist ein großer Einfluss für uns. Nachdem wir ihn live gesehen haben, wollten wir auch so ein visuelles Spektakel abziehen. Er ist nicht einfach nur ein hart arbeitender Musiker, er hat das Zeug zum Idol, da er etwas Spezielles darstellt. Wir wollen unserer Show auch das gewisse bisschen Drama hinzufügen. Die Sachen sind allerdings, ähm, einfach nur aus dem Secondhandladen - aber es kommt ja auf die Ideen und nicht die Herkunft der Sachen an. Wir bemühen uns um Abwechslung: Mal tragen wir gerne wie heute schwarze Kleidung mit verspielten goldenen Accesscoires, ein andermal aber auch helle Farben, Knalliges. Wir wollen auf jeden Fall vermeiden, dass wir in der Wahrnehmung der Leute die eine Uniform haben, es geht darum, eine Vielfalt zu entwickeln, die aufeinander eingeht.
Wo geht es als Nächstes hin?
Nach Moskau. Ich bin mir sicher, wir werden dort sehr viel Wodka trinken. Wir spielen dort gemeinsam mit Glass Candy und den Teenagers.
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