TV On The Radio
Im Interview: Von Jackson Pollock zum ...?
15.09.2008, 15:56, Text:
Joachim Schaake
Für viele gelten sie als eine der wichtigsten US-Bands dieses Jahrzehntes. Dazu tragen sicher nicht nur ein sehr eigenständiger musikalischer Ansatz, sondern die Haltung und Statements der Band bei. Wie sie sich nun der stetig wachsenden Erwartungshaltung entziehen und gleichzeitig dem hohen eigenen Anspruch genügen wollen, erfährt unser Autor Joachim Schaake.
"Dear Science", Studio-Album Numero drei nach dem 2006er "Return To Cookie Mountain" und dem 2004 erschienenen Debüt "Desperate Youth, Blood Thirsty Babes", wirkt bei aller Opulenz aufgeräumter, klarer und wartet mit vielen großen Popmomenten auf. "Wir haben versucht, unsere Ideen zu fokussieren und präziser auszuarbeiten. Dabei wollten wir vor allem nicht zu viele Dinge parallel ablaufen lassen", erklärt der in der Fachpresse stets als Multiinstrumentalist titulierte David Sitek. Er ist Produzent und zusammen mit Sänger Tunde Adebimpe Gründungsmitglied der Band.
Bestes Beispiel für die neue Klarheit ist der Opener "Halfway Home", einer der besten TV On The Radio-Songs bisher, der trotz seines voluminösen Arrangements nicht überladen wirkt. David Sitek bezeichnet sich selbst gern als Track-süchtig, da versteht es sich von selbst, dass er sich in dieser Hinsicht keinerlei Selbsteinschränkungen auferlegt. Zumal er "Dear Science," wie schon den Vorgänger im eigenen Studio und nicht mehr im Schlafzimmer aufgenommen hat.
Video: TV On The Radio - "Golden Age"
Das Mehr an Popsongs auf der neuen Platte resultiert für David Sitek aus einer direkteren Herangehensweise: "Die Songs kommen schneller zum Punkt, anstatt langsam auf einen bestimmten Moment hinzuarbeiten, der in der nächsten Minute wieder verschwunden ist." Und doch ist die Musik von TV On The Radio glücklicherweise immer noch von stilistischer Vielseitigkeit, Schrägheit und eigenständiger Soundästhetik geprägt, sodass sich seine Aussagen in gewisser Weise wieder relativieren.
Our way statt my way
"Wenn es immer nur nach mir gehen würde, wäre ich am Ende der Einzige von uns, dem die Platte gefällt", erklärt Gitarrist und Songwriter Kyp Malone die Erweiterung der Band auf nun fünf vollwertige Mitglieder. Bassist Gerard Smith und Drummer Jaleel Bunton wurden erstmals mit in den Songwriting-Prozess einbezogen, und in diese Richtung will man unbedingt weiterarbeiten.
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