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Kaiser Chiefs

Abschied vom Indie-Ballermann

15.09.2008, 15:42, Text: Henrik Drüner

Selbst skeptische Hörer faszinierte der bisherige Erfolg der Kaiser Chiefs zu sehr, um jene komplett zu ignorieren. Und jetzt das: Statt grölenden Pubrock zelebriert das Quintett aus Leeds den Triumph des Geschmacks und der stilistischen Verfeinerung. "Off With Their Heads" heißt ihr neues, von großen Namen produziertes Album. Henrik Drüner hat es sich in London angehört.

Wie rotzfrech und vor Selbstüberschätzung strotzend erschien 2005 die Aussage im Booklet von "Employment", als man der Öffentlichkeit das eigene Debüt als eine "exciting new CD suitable for 6 million listeners" präsentierte. Doch muss man ihnen mittlerweile, nach dem stupenden Einstieg und dem dank "Ruby"-Bohei noch erfolgreicheren Nachfolger "Yours Truly, Angry Mob", nachträglich recht geben. Auch ohne die exakte Zahl zu kennen.


"Uns war es wichtig, keine Platte zu machen, bei der Meinungen und Kritiken bereits im Vorfeld feststehen und durch die neuen Songs bestätigt werden", beschreibt Gitarrist Andrew "Whitey" White die überraschende Neuverortung. Das Grobschlächtige und Plumpe wurde in den Hintergrund gerückt, am Indie-Ballermann haben sie sich freiwillig Hausverbot erteilt.

Eigentlich wollte die Band gar kein neues Album aufnehmen, sondern ein Jahr Pause machen. Doch schon nach drei Wochen der Enthaltsamkeit kam Langeweile auf, und es war mit dem Vorsatz schnell wieder vorbei. Sänger Ricky Wilson: "Eine Albumveröffentlichung gleicht möglicherweise dem Babykriegen. Es ist wirklich harte Arbeit, und man denkt sich: 'Das mach ich nicht noch mal durch!' Aber dann kommt man ins Grübeln und überlegt sich, wie es wäre, noch eines zu bekommen. So war es auch bei 'Off With Their Heads' - eher ein Unfall, als hätten wir keine Kondome benutzt!" Gekicher auf dem Sofa des Universal-Headquarters im Stadtteil Kensington. Selbst 30 Stunden nach dem Auftritt beim V Festival nordöstlich von London sind die Nachwirkungen von der Aftershow-Party bis sieben Uhr morgens noch zu spüren.


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aus Intro #165 (Oktober 2008)
 
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