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Pivot

An fremden Ufern

26.08.2008, 09:00, Text: Christian Steinbrink

"Nicht ganz Postrock, nicht wirklich Elektronik." Selbst Laurence Pike kommt ins Schleudern, wenn es darum geht, den Stil seiner Band Pivot zu beschreiben. Eines ist aber für Christian Steinbrink sicher: Die Australier sind beispielhaft für die erfolgreiche und spannende Weiterentwicklung des ehemals puristischen Elektroniklabels Warp.

Die wenigen Besucher des kleinen Kölner Clubs Studio 672 sind gerade erst wieder ans Tageslicht getreten, da gehen die Diskussionen über das eben Erlebte schon los. "Electro" scheint als Stichwort zu fantasielos zu sein, stattdessen fallen Begriffe wie "Noise" und "Postrock" sowie diverse Bandnamen, zuerst Autechre und Battles, erstaunlicherweise dann aber auch solche wie Vangelis.

Kein einfacher Fall. Noch lange sitzen die Cliquen am Rand des Kiesweges vor dem Stadtgarten, eine schlussendliche Übereinkunft erzielen sie trotzdem nicht. Einig sind sie sich nur in einem: Dieses Konzert von Pivot, dem neuen Warp-Signing aus Sydney und London, war beeindruckend wie lange keines vorher.

Wenige Wochen später freut sich Pivots Schlagzeuger Laurence Pike über diese Kontroverse, auch wenn ihm Reaktionen solcher Art ziemlich bekannt sein müssten, denn überall stößt seine Musik auf so viel Begeisterung wie Verwirrung, vor allem aufgrund der Konzerte, in denen alles möglich ist und keine noch so kuriose Wendung ausgeschlossen werden kann. "Grundlegend wird unser Set von dem elektronischen Teil bestimmt. Wir bemühen uns aber, unsere Konzerte nicht so statisch wirken zu lassen. Viele Elektronik-Gigs, die wir in der Vergangenheit gesehen haben, kamen uns zu steril vor. Wir wollen so originell und interaktiv wie möglich sein. Es ist auch für uns selbst anregender, verschiedene Elemente in unserem Sound zu haben und freier dafür zu sein, das eine oder andere auszuprobieren oder eben auch nicht." So kann es sein, dass sich ein Gig in eine Richtung entwickelt, die an die Abstraktion von Autechre erinnert. Andere Auftritte sind dagegen hart, kraftvoll und äußerst tanzbar.


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aus Intro #164 (September 2008)
 
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