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Björk

Melt!, ich komme

12.07.2008, 13:00, Text: Dirk Mönkemöller, Azhar Syed

Zum Auftakt des Melt-Wochenendes unterhält sich Dirk Mönkemöller mit  unserer Lieblingsisländerin Björk über tagesaktuelle Themen wie die olympischen Spiele und ganz wichtig: ihren Gig am 20. Juli auf dem Melt.


Würdest du bei der Eröffnungsfeier der diesjährigen Olympischen Spiele in China auftreten?
Sie haben mich tatsächlich gefragt, ob ich das machen würde, aber es fühlte sich nicht richtig an. Bei einer Olympiade zu singen ist schon eine bedeutende Sache, alles was darüber hinausgeht, ist mir aber zu viel.

Mit was für einer Band tourst du dieses Jahr, und gibt es ein bestimmtes Konzept für die Shows? Darf man gar spektakuläre Gewänder oder außergewöhnliche Kleidung deinerseits erwarten?
Es sind zehn isländische Mädchen dabei, die nur für Blasinstrumente zuständig sind. Mark Bell und Damian Taylor werden diverse elektronische Instrumente bedienen, Chris Corsano spielt Schlagzeug bzw. Percussion, und Jónas Sen ist am Keyboard zu hören. Wenn man das auf ein Konzept runterbrechen könnte, dann wäre es ein angriffslustiges und kriegerisches, mit Neon und Rohheit durchsetzt. Aber vielleicht überrasche ich dich und trage etwas Biederes und Langweiliges.


Du scheinst dich sehr gern mit technischem Kram und Computern zu beschäftigen, sowohl musikalisch als auch filmisch. Fühlst du dich nie von Computern gelangweilt?
Ich arbeite sehr viel mit akustischen und klassischen Instrumenten. Meine Stimme ist akustisch, für mich sind Computer nur Werkzeuge.

Was für ein Verhältnis hast du zurzeit zu deiner Heimat Island? Pendelst du immer noch zwischen New York und Island, und brauchst du diese Extreme in deinem Leben?

Es stimmt, ich befinde mich zwischen diesen zwei Orten, aber ich reise auch sonst sehr viel. Insgesamt verteilt es sich somit zwar, aber Island ist und wird immer meine Heimat bleiben.

Hast du jemals mit Sigur Rós gearbeitet? Was hältst du von ihnen?
Bislang haben wir uns nur ab und an in Bars in Reykjavík getroffen, vielleicht nehmen wir diesen Sommer einen Song zusammen auf, mal schauen.

Du spielst beim Melt!. Hast du Bilder von der Location in Ferropolis gesehen, wo das Festival stattfindet?
Ich wusste zunächst nichts Genaueres über die Location. Wir waren auf der Suche nach einem passenden Veranstaltungsort in Deutschland, da die "Volta"-Tour dort bislang nicht stattfand. Inzwischen habe ich den Ort gegoogelt und bin davon ziemlich beeindruckt.

Warum spielst du nur eine Show in Deutschland? Warum gerade beim Melt!?
Das hat sich einfach so ergeben: das Line-up, die Nähe zu Berlin, das Datum.

Was war der seltsamste Ort, an dem du aufgetreten bist?
Mein Wohnzimmer.

Viele große Festivals sind häufig problematisch für experimentelle Pop-Acts, die dem Publikum nicht genau das geben, was sie scheinbar wollen: geradlinige Songs zum Mitsingen oder Mittanzen. Hast du diesbezüglich schon mal schlechte Erfahrungen gemacht?
Hmm, ich versuche schon im Vorfeld bei den Veranstaltern eine frühe Zeit auszumachen, auch bei den Festivals, bei denen ich Headliner bin. Somit vermeide ich, in solch einer Stimmung aufzutreten, auch weil nur wenige meiner Songs zu dieser Atmosphäre passen würden. Ich kann es aber nachvollziehen, ich selbst würde die meisten Auftritte um die Mittagszeit lieber nüchtern anschauen, um dann später nach ein paar Drinks zu bewegungsorientierter Musik zu tanzen. Das ist das Schöne an Musik, es gibt etwas Passendes für jede Situation.



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aus Intro #161 (Juni 2008)
 
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