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Auflegen mit Klee

Durch die Kölner Nacht

24.06.2008, 17:29, Text: Sebastian Ingenhoff, Foto: Rainer Holz
[54 Kommentare]

Klee versetzen Berge, nun auch offiziell im Titel ihres vierten Albums 'Berge versetzen'. Der Erfolg fiel ihnen, obwohl sie mit ihrem filigran-schwebenden Traumpop genreprägend waren, nicht einfach zu. Spätestens mit dem Vorgänger 'Zwischen Himmel und Erde' haben sie sich aber da etabliert, wo sie hingehören: ganz oben. Mit Sebastian Ingenhoff trafen sie sich zum Plattenauflegen, Trinken und für eine besondere Lesung.

Wir sitzen auf der Dachterrasse des Museums Ludwig, der knapp dreißig Meter hinterrücks gelegene Dom strahlt uns in seiner erhabenen Pracht in den Rücken. Meterhohe Scheinwerfer beleuchten die asymmetrischen Türme an diesem Sommerabend und formen eine Aureole. Ein mächtiger Schatten fällt auf die mit Literatur-Interessierten gefüllte Dachterrasse des Museums.


Ein paar Meter weiter sitzt Bernd Begemann neben dem schottischen Bestsellerautor John Niven und liest die deutsche Version des Kolportageromans 'Kill Your Friends', der die Machenschaften der Majormusikindustrie schonungslos aufdeckt. Natürlich alles fiktiv erdacht. Begemann spricht das lyrische Ich. Er outriert, wodurch er einige Lacher erntet, und gefällt sich in seiner Rolle als moralfreier, sexistischer und Drogen fressender A&R einer großen Plattenfirma. Ganz hinten fläzt sich Suzie Kerstgens neben Freund Stephan Glietsch, ehemals Spex- und Intro-Redakteur, dem das Verdienst zukommt, Nivens Roman kongenial ins Deutsche übertragen zu haben. Die beiden necken und küssen sich wie Teenager, wenn Suzie nicht gerade über Begemanns Späße schmunzelt.
Ich bin das fünfte Rad am Wagen, meine Rolle ist die des Störenden. Gleich soll ich mit Suzie und dem Rest von Klee in der Kölner Bar Pegel auflegen. Die Zeit drängt, offizielle Stage-Time war vor ein paar Minuten, und wir müssen ja auch noch zu dem Laden hinkommen. Ich zeige demonstrativ auf die Uhr und drücke die Köpfe der beiden wie Aufzugtüren auseinander. Suzie antwortet mit einem vielsagenden "Alten, nerv nicht"-Blick. Schließlich erbarmt sie sich: Ich darf ihre und meine Plattentasche zum Taxi tragen. Sie tänzelt barfuß hinter mir her und flötet die Antony-&-The-Johnsons-Version von 'Knocking On Heaven's Door', die nach der Lesung als Rausschmeißer lief. Zwanzig Minuten später sind wir da.

Im Pegel gibt es ein Riesenhallo. Na ja, nicht ganz, wir sind so was wie die Ersten. Neben Sten und Tom, den zwei anderen Bandmitgliedern, die schon ihre Laptops am Mischpult angeworfen haben. Suzie legt, wie es sich gehört, handfest mit Vinylplatten auf, heute Indiegitarren, vorzugsweise aus England. Tom und Sten spielen bekannte Klassiker: New Order, Blur, Smiths, Blumfeld, auch mal Nick Drake. Einziges Manko: Die Musik darf leider nicht laut aufgedreht werden, weil in der Etage drüber ein cholerischer Nachbar haust, der mehrfach gedroht hat, bei nochmaliger Lärmpenetration seine tollwütigen Hunde auf die DJs zu hetzen.


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aus Intro #162 (Juli 2008)
 
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  • User: Der_Brecher
  • Der_Brecher 18.06.2008 | 11:37:45
    Gefalle ich dir etwa nicht?
    hui ist das ein furchtbarer artikel....mich schauderts und zwar nachhaltig...

    huargh, jetzt hab ich hier auch noch alles vollgebrochen...na vielen dank!

    bitte nie mehr einen stift in die hand nehmen, okay?

  • retox 18.06.2008 | 12:43:17
    haltbar bis 30.09.08
    es ist so leicht, klee scheisse zu finden, dass es fast keinen spass mehr macht. fast.

  • frostpfote 18.06.2008 | 12:46:35

    ich hab's versucht. aber ich mag die musik immer noch. die indieschranke scheint zu rosten.

  • retox 18.06.2008 | 12:51:25
    haltbar bis 30.09.08
    indisch ranke? ein gewächs, welches rostet? rastet es auch?

  • weiche zäune 18.06.2008 | 12:52:25
    love love love yeah
    klee tut nich weh

    oder so.

    der artikel ist voll super. wie der nachwuchsschriftsteller die glücksmomente eines gemeinsamen abends mit kölschen f-promis so lebensnah rüberbringt, das hat klasse. nicht schreiben können ohne etwas mitzuteilen zu haben, in zehn jahren ist er thomas venker.

  • snowwhite 26.06.2008 | 20:17:26

    stimme ich zu....ganz schlimm, aber viel schlimmer sind allerdings KLEE. wusste gar nicht mehr, daß es die noch gibt....manchmal sollte man in würde abtreten.....und dabei gibt es auch wirklich gute und interessante bands, die auch mal als djs-team furore machen...mensch, mensch, mensch.....

  • AmeisenMän 26.06.2008 | 20:23:36
    Die Menschheit zu beschützen!
    hast du dich hier nur angemeldet um über KLEE zu lästern?
    du musst ein sehr spannendes leben haben.

  • AlexColonia 02.07.2008 | 16:41:40

    Da muss ich meinen Vorrednern Recht zuteilen. Man merkt dem Verfasser richtig an, wie er plump versucht, mit seinen deplazierten Fachtermini eine intellektuelle Schreibe vorzugaukeln. Vom Inhalt (?) ganz zu schweigen.

  • User: schons
  • schons 02.07.2008 | 17:16:04

    hast du dich hier nur angemeldet um über KLEE zu lästern?
    du musst ein sehr spannendes leben haben.


    was passiert, wenn man als alternder verbitterter jurist versucht um jeden preis an alten helden und der popkultur festzuhalten? richtig, man nennt sich buenaventura, ameisenmän oder wieauchimmer und projiziert einfach mal wild drauf los. klar, nur weil buenaventuras egales juristenleben nicht allzuviel abwechslung bietet, haben alle, die nicht seiner meinung sind ein "spannendes leben". erbärmliche wurst..

  • User: hatebag
  • hatebag 02.07.2008 | 20:37:05
    You're welcome
    Huch, wurde die Überschrift geändert? Stand da nicht vorher "Die Königin an der Nadel"?

    Dabei war die Überschrift doch noch das Beste!

    Editiert von hatebag am 02.07.2008 20:39:52

  • buenaventura 02.07.2008 | 21:26:29
    hashomer
    huhu, schons!

  • retox 03.07.2008 | 10:43:21
    haltbar bis 30.09.08
    komm, schonsi, erzähl uns langweilern mal was von deinem spannenden leben....

  • User: zilix
  • zilix 03.07.2008 | 11:24:56

    bis aureole?? hab ich mal gelesen, aber klee sind nach wie vor super.

  • User: haru_specks
  • haru_specks 03.07.2008 | 11:39:13
    shine on
    was ich von klee hörte, gefiel. aber wenn ich "künstler" und "auflegen" in einen satz lese, vermute ich schlimmstes.

  • User: Der Jeff_Dieter
  • Der Jeff_Dieter 03.07.2008 | 11:54:14
    proper tea is theft
    klee tut nich weh.

    Doch. Allerdings weit mehr, wenn die Frau redet, als wenn sie singt. Das soll allerdings durchaus schon was heissen.

  • User: Legoland
  • Legoland 03.07.2008 | 13:52:15
    love is in the air
    es ist grundsätzlich nicht in ordnung, will man über reale erlebnisse mit musikern wie in einem roman von heinz-günther konsalik schreiben. gerade wenn die andere hälfte des textes aus namedropping besteht. der hinweis auf klees majordeal mit nivens buch in verbindung zu bringen ist nämlich leider nur unzulänglich gelungen.

  • buenaventura 03.07.2008 | 14:22:23
    hashomer
    geht's jetzt nu um die quali der artikels oder um die von klee? man verliert so leicht den ueberblick!

  • buenaventura 03.07.2008 | 14:40:15
    hashomer
    dann suche ich mir den artikel aus: ich vertrete schon laenger die ansicht, dass es bei intro(.de) nicht um qualitativ hochwertigen popschournalismus geht, so dass artikelschelte bestimmt in ordnung geht. das sage ich einfach mal so, ohne ihn gelesen zu haben. das ist popschournalismus fuer fortgeschrittene!

    meine meinung zu klee kennt schons schon.

  • User: Legoland
  • Legoland 03.07.2008 | 14:44:21
    love is in the air
    ich aber nicht. aber wahrsceinlich ist es keine gute. wie langweilig. wie alles. ich auch. gut so. weitermachen.

    ach so: ich mag ja klee irgendwie manchmal.

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