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Erol Alkan

Im Interview: I Wanna Be Trashed

28.06.2008, 16:26, Text: Thomas Venker, Foto: Marie Harimoto

Er ist DJ, Remixer, Produzent und Mash-Upper. Er nennt sich Kurtis Rush, Mustapha 3000 und Beyond The Wizard's Sleeve. Er ist Erol Alkan - und spätestens seit dem New-Rave-Rummel um Justice, Digitalism und die Klaxons ist er nicht mehr aus dem sich zwischen Indie und Techno räkelnden Clubleben wegzudenken. Thomas Venker sprach mit Erol Alkan über dessen Londoner Clubnacht Trash, das Produzieren und nicht zuletzt über Late Of The Pier, dessen neueste, heiß gehypte Schützlinge.


Auf deiner MySpace-Seite finden sich zwei markante Zitate: einerseits einen dem Hedonismus der Tanzfläche huldigenden Songtext der Band World Of Twist sowie einen die Bedeutung von Erfolg hinterfragenden Einzeiler von Albert Einstein. Bricht das dein Credo runter auf "Hab Spaß und agiere nicht zu kalkuliert"?
Oh ja, ich bin absolut kein Karrierist. Ich verlasse mich bei allem, was ich mache, auf meinen Instinkt. Ich bin mir zwar nicht immer sicher, ob das der richtige Weg ist, die Dinge anzugehen, aber es hält die Aufregung in mir am Leben - und das ist das Wichtigste.

Dein Backkatalog quillt geradezu über von hochkarätigen Namen, die du remixt hast: Scissor Sisters, Klaxons, Digitalism, Daft Punk, Justice, Bloc Party, Tracey Thorn, Chemical Brothers ... - Normalerweise findet sich in solchen Remix-Listen viel mehr Scheiß; in deinem Fall sind es zu 90 % credible Künstler, ja, oft die heißesten Sachen around. Bist du extrem gut im Nein-Sagen, oder bekommst du sowieso nur die crediblen Anfragen?
Als ich anfing mit dem Remixen, beschloss ich, nur mit Bands oder Künstlern zusammen zu arbeiten, die ich persönlich kenne, da ich nur so einen Bezug zu ihnen haben bzw. einen tiefer gehenden aufbauen kann. Als Konsequenz habe ich in der Tat sehr, sehr viele Angebote abgeschlagen - ganz ehrlich, ich könnte dir gar nicht mehr sagen, wen alles, selbst wenn ich wollte. Ich weiß aber eines ganz sicher: Ich habe es in keinem einzigen Fall bereut.

Du hast zehn Jahre lang in London eine eigene Clubnacht gehostet, den Trash Club im The End. Im letzten Jahr hast du ihn dann geschlossen, um dich all den anderen Herausforderungen (weltweite DJ-Bookings, die du bis dahin ja oft ablehnen musstest, da du wirklich jeden Montagabend im Trash in London sein wolltest; Produzentenaufträge und Remixe) widmen zu können. Wie wichtig war das Trash denn für den Erol Alkan, wie wir ihn heute kennen?
Extrem wichtig. Weißt du, die Energie, die ich über Jahre in den Club gesteckt habe, ist vergleichbar mit dem, was ich heute im Prozess des Produzierens in eine Platte stecke. Einen Club zu machen bedeutet so viel mehr, als nur die Türen aufzuschließen und Platten aufzulegen. Du musst den Laden dekorieren, Flyer gestalten, Öffentlichkeitsarbeit ... Deswegen war es mir auch so wichtig, jeden Montag selbst da zu sein, sonst kann das nicht funktionieren. Wenn man sich so involviert, dann prägt es einen. Klar.




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aus Intro #162 (Juli 2008)
 
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