Señor Coconut - Zwischen den Welten: Interview und Video Artikelbild (groß)

Señor Coconut

Zwischen den Welten: Interview und Video

25.05.2008, 12:17, Text: linus volkmann









Wo bist du geboren / wo lebst du jetzt?

Geboren in Frankfurt am Main, seit elf Jahren in Santiago de Chile.

Welche Eigenschaften der Chilenen hast du angenommen?
Die, in den richtigen Momenten improvisieren zu können.

Und was ist das typisch Deutsche an dir, mit dem du in Südamerika immer noch auffällst?
Meine blauen Augen.

Was könnte sich das Land deiner Wahl von deinem Heimatland abgucken - und umgekehrt?
Ich bin ganz ehrlich weit davon entfernt, die Vor- oder Nachteile beider Länder auf selbige reziprok anzuwenden. Der Grund ist der, dass ich glaube, dass jeder positive Aspekt einen negativen mit sich zieht. Ich würde den Chilenen z. B. gerne etwas mehr Strukturiertheit wünschen, weiß aber, dass diese Strukturiertheit eine negative Seite in sich trägt (im weitesten Sinne sind das Neurosen, Verhaltensstörungen usw., auf die ich hier nicht ausführlich eingehen kann). Die deutsche Durchstrukturiertheit der Gesellschaft bringt leider eine gewisse "Lebensunlust" mit sich. Die leider enttäuschende Konsequenz dieser Einsicht ist die, dass es eine perfekte Gesellschaft nicht geben kann. Ganz konkret versuche ich mir, was mein Leben betrifft, so weit wie möglich die positiven Aspekte und persönlichen Charakterzüge zu bewahren und die negativen abzuwerfen und durch bessere zu ersetzen. Dies zu bewerkstelligen bedeutet in letzter Konsequenz, sich als Individuum von sämtlichen "Ländergedanken", Gesellschaften und der eigenen Position in selbigen zu verabschieden. Eigentlich ist der Erd-Orbit der ultimative Ausweg.

Welchen chilenischen, welchen deutschen Künstler kannst du empfehlen?
J. S. Bach, Violetta Parra.


Video: Señor Coconut - Da Da Da (feat. Stefan Remmler)





Señor Coconut And His Orchestra
"Around The World With Señor Coconut" (Essay / Pias / Rough Trade)



Artikel kommentieren
aus Intro #161 (Juni 2008)
 
  • Mehr Infos

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
  • MEIST GEKLICKT

  •  
 

Spalter: Platte und Film des Monats

Spalter: Platte und Film des Monats

Das Intro-Streitgespräch: Jeden Monat eine neue Platte, ein neuer Film und unterschiedliche Meinungen. [...mehr]

 

INTRO-TV

K.I.Z. schauen fern - Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang

K.I.Z. schauen fern

Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang
... mehr

 

Platten in einem Satz

Platten in einem Satz

Neu bei Intro: Plattenkritiken in SMS-Länge! Die besten "Oneliner" gibt's hier.

 

Gruppen


Real New Wave Party

Real New Wave Party

---HIGHHOLYDISCOMASS comes to town--- Dass Punk und Disco weit mehr verbindet, als nur der Zeitpunkt ihres Entstehens, steht außer Frage. Wem Punk mehr bedeutet als tote Hose und für wen Disco alles andere als ein Schimpfwort ist, der weiß um die Schnittmenge dieser beiden Musikstile, die gleichzeitig beide auch Lebensgefühl waren und sind. Wunderbar beschrieben hat das gerade der englische „NME“ in einer Rezension zu Gossips neuem Album „Music for Men“. “Teenage Jesus and the Jerks crashing Studio 54“, so der Rezensent, vor dessen geistigem Auge beim Genuss von „Music for Men“ die genialen New Yorker No Wave-Dilettanten die wohl bekannteste Disco der Welt aufmischen. Und auch Gossips dralle Gallionsfigur Beth Ditto selbst, eine Punk-Ikone des 21. Jahrhunderts, bringt es auf den Punkt sprich auf die Tanzfläche, wenn sie „For Keeps“ so erklärt: „I wanted it to be the ‚Don’t You Want Me’ of this record“. „Don’t You Want Me“ war bekanntlich der größte Dancefloor-Filler der Electro-Pioniere Human League. Auch Arte erinnert sich gerade an die Zeit, als „Don’t You Want Me’ aus jeden Punkschuppen schallte und zu Nummer 25 der meistverkauften Singles aller Zeiten im UK wurde. So propagiert der TV-Sender den „Summer of the 80s“ und unternimmt eine Zeitreise in das Jahrzehnt, das uns Joy Division und New Order bescherte, Style Council und Prince, Duran Duran und Chic. Grund genug für „HighHolyDiscoMass“. „HighHolyDiscoMass“ (übrigens ein Songtitel der ebenso wie Human League aus Sheffield stammenden Industrial-Avantgardisten Clock DVA) bittet nun mit Bands wie Cabaret Voltaire, Heaven 17, Shriekback, 400 Blows oder Gang of Four (just to name a few) einerseits die Creme de la Creme der 80er Jahre und der damaligen Post-Punk-Ära zum Tanz und schlägt andererseits mit neuen Helden wie Junior Boys, MGMT, Hercules and Love Affair oder White Lies (again just to name a few) die Brücke auf den Tanzboden des dritten Jahrtausends. Da bleibt dann mit David Bowie nur noch eins zu sagen: „Let’s dance!“

» Mehr Gruppen