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Santogold

Im Gespräch

29.05.2008, 10:41, Text: Thomas Venker, Foto: Thomas Venker;Felix Scharlau
[13 Kommentare]

Coachella Festival - USA-Palm Springs, CA, 26.04.2008, 13 Uhr

Endlich kommt dein Album: Am Montag erscheint es in den Staaten. War das nicht eine unglaubliche Spannung für dich, so lange auf das Release warten zu müssen, zumal das Album selbst ja in drei Wochen aufgenommen wurde? Hast du Angst, dass es vielleicht zu lange rausgezögert wurde? Die Spannung wurde ja immens aufgebaut: In Austin beim SXSW-Festival beispielsweise habe ich überall die Aufkleber für dich gesehen, alle Hefte droppen deinen Namen schon seit Monaten ....



Ich freue mich so, dass es endlich erscheint. Aber nein, es war kein schlechtes Gefühl, dass es so lange gedauert hat, dafür freue ich mich zu sehr. Außerdem hat es mir viel gebracht, dass ich die Songs immer und immer wieder gespielt habe - das habe ich schon immer so gemacht: Durch das Live-Spielen weiß man genauer, was man mit dem Material machen soll. Es ist aber vor allem so, dass neue Songs entstehen. So war es ein sehr organischer Prozess. Klar, ich hatte schon mal Angst, dass wir den Moment verpassen könnten, dann aber auch wieder nicht, da das Feedback einfach sehr, sehr gut ist und immer besser und umwerfender wird. Das bestärkt einen.

Dein Name löst bei mir erst mal Assoziationen an die klassischen mexikanischen Wrestlingfilme aus. Dem Santo geschuldet. War das ein Bezug für dich?
Was, du kennst den Film mit Santo Gold? [Der Wrestler schreibt sich im Gegensatz zu ihr auseinander.]

Nicht genau den Film, aber wir haben als Teenager viele von diesen campen Wrestlingfilmen aus Mexiko geschaut.
Ich wusste gar nicht, dass es da ein ganzes Genre gibt. Interessant. Ich kenne nur den einen Wrestler, der so heißt. Der Name kommt aber von einem Dealer, der gefakete Goldprodukte verkauft hat. Irgendwann begannen meine Freunde, mich so zu nennen, da ich mir den Trash gerne umhänge. Da war ich zwölf.
Ich habe seine Seite gegoogelt und ein schönes Zitat gefunden: "Explore your dreams and - most important - learn from your mistakes and get passed them like I have!"
Wow. Und das alles bekommt man von dem einen Film mit auf den Weg? Ich sollte ihn mir mal anschauen.

Lass uns über deinen Sound reden. Du hattest früher eine Punkrock/Ska-Band namens Stiffed, deren Album von Daryl Jenifer (Bad Brains) produziert wurde. Siehst du von dieser Band bis heute eine direkte Einflusslinie? Dein damaliger Partner John Hill ist bei Santogold ja auch noch mit dabei.
Ja, ich schon, einfach, da ich Santogold als Ergebnis meines Entwicklungsprozesses von der Band bis heute sehe. Stiffed war minimaler. Simpler, einfacher Postpunk / New Wave. Was das Songwriting angeht und die Stimme, kommt die Musik vom gleichen Hintergrund, nur dass ich für Santogold den Horizont erweitert habe. Ich war nicht mehr limitiert auf die Möglichkeiten einer 4-Mann-Band und die Repräsentation eines gewissen Sounds, ich wollte ein Projekt machen, in das ich mich voll einbringen konnte, ohne Grenzen.

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aus Intro #161 (Juni 2008)
 
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  • User: Legoland
  • Legoland 11.05.2008 | 12:47:54
    love is in the air
    sehr geiles album, das wie selbstverständlich dancehall und indietronic/pop zusammen bringt. mein tip für eine video/single wäre allerdings "creator" gewesen. nun denn. besser als M.I.A. imho.

  • User: Legoland
  • Legoland 12.05.2008 | 09:25:33
    love is in the air
    und warum ist der m.i.a.- vergleich in deiner humble opinion ein oberflächlicher?

  • User: hatebag
  • hatebag 12.05.2008 | 10:12:44
    You're welcome
    Vor allem im Vergleich zu dem obigen in-depth-Gespräch ist so eine, ja fast primitive, Aussage wie: "besser als M.I.A." natürlich wirklich sehr oberflächlich. I Am Highly Offended!

  • User: Reverend
  • Reverend 12.05.2008 | 10:38:30
    brüht im Lichte dieses Glückes
    Weder ist die "besser als M.I.A." noch ist der Vergleich oberflächlich. "Creator" z.B. würde doch wohl ganz locker als M.I.A.-Song durchgehen.
    Der Rest klingt dann manchmal auch z.B. nach Yeah Yeah Yeahs. Mich kitzelt das nicht allzu sehr, in den Rocksongs nervt mich die Stimme relativ schnell.

  • Mehrteurer 12.05.2008 | 10:43:36
    Hitschlampe
    ja, die stimmliche Nähe zu M.I.A. ist bei Creator wirklich nicht zu überhören. Ich find die Stimme gerade bei den Rocksongs spannend zu hören. Ist halt ungewohnt, wenn eine eher an HipHop und Dancehall geübte Stimme in einem Rock bzw. Popsong zu hören ist.

    Für mich macht gerade das den Reiz an Santogold aus.

  • User: schons
  • schons 17.06.2008 | 11:22:24

    für mich das beste album des jahres bis dato. so würde sich m.i.a. in schlau, gut produziert und universell anhören.

  • User: hatebag
  • hatebag 17.06.2008 | 11:44:20
    You're welcome
    Der Burner im Briefmarkensammler und Kreativüberschriften-Forum FÖN (Ex-Spex).

    Editiert von hatebag am 17.06.2008 11:48:54

  • User: schons
  • schons 17.06.2008 | 12:22:59

    ich will geld dafür, dass ich, ob meines spektakulären seins, soviele neuanmeldungen und zweitlogins generiere. oder den grimmepreis.

  • User: schons
  • schons 17.06.2008 | 12:34:22

    geld kann man nie genug haben.

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