SXSW
Hitchcocks Erben
23.04.2008, 17:37, Text:
Thomas Venker,
Felix Scharlau, Foto: Thomas Venker
Intro über Texas. Der Anlass: die Legende unter den Festivals, das South By Southwest (SXSW), das Gipfeltreffen der Musikindustrie. Hier sind sie alle, nicht nur jede amerikanische Band, die in 2008 ein Album vorlegt, sondern auch die ganze weltweite Mischpoke aus Journalisten, Labelmachern, Bookern und Managern drum herum. Und es macht ja auch Sinn: Wo sonst spielen in vier Tagen mehr als 1600 Bands auf (die meisten gar vier-, fünfmal)? Und das bei sommerlichen Temperaturen - was Felix Scharlau und Thomas Venker freilich nicht davon abhielt, ein paar Bands und Festivalbooker zu ihren Erlebnissen vor Ort zu befragen.
Fotostrecke:South By Southwest 2008
Mika Miko
Gesehen: Victory Grill, Vice Saves Texas Party
Im Netz: www.myspace.com/mikamiko
Das Wichtigste: All-Girl-Band in 5er-Besetzung. Mika Miko gehören zu den Hausbands des The Smell, einem All-Ages-Laden in Downtown Los Angeles, der bekannt ist für sein experimentelles Noise-Punk-Rock-Programm und seine Bohemian-DIY-Kultur. Neben Mika Miko haben sich zuletzt u. a. BARR, Health, No Age und The Mae Shi aus dieser Clique hervorgetan. Erste Veröffentlichungen der punkigen Rasselbande gab es auf selbst gebrannten CDs schon bald nach der Bandgründung 2004, das Debütalbum "C.Y.S.L.A.B.F." (Post Present Medium / Kill Rock Stars) erschien 2006.
Akt. Release: "666"-EP (Post Present Medium, 2007). Ein neues Album soll im Herbst auf Kill Rock Stars kommen.
Wie ist es für euch, auf dem SXSW aufzutreten?
Alle [und das nicht immer getrennt]: Es ist total familiär für uns, da wir ja heute Nachmittag nur mit Freunden wie The Mae Shi und Death Party auftreten. Das ist nicht wie sonst in den Clubs, wo du mit irgendwem auf der Bühne stehst. Wobei in den Laden hier ja auch nur 250 Leute reinpassen. Und das auch noch all ages. Mann, was ein tolles Indieding.
Ihr seid ja sehr jung, gleichzeitig aber im Kern schon seit fünf Jahren zusammen. Wo habt ihr euch kennengelernt?
Vier von uns kommen aus dem Valley, bei Los Angeles. Wir kennen uns also schon seit frühester Jugend. Unsere aktuelle Drummerin Kate Hall haben wir im Smell getroffen.
Und dass ihr alle Mädchen seid, ist ein ...
... Zufall. Ja. Vielmehr ein totaler Unfall. Wir sind einfach nur eine Band wie jede andere. Wir machen einfach Musik, aber wenn es andere Leute glücklich macht, dass wir nur Mädchen sind, ist das cool für sie. Wir identifizieren uns jetzt nicht so damit.
Ihr habt ja letztes Jahr in Deutschland getourt. Wie war das denn so?
Cool. Die haben uns Essen und ein Plätzchen zum Schlafen gegeben. Das kennt man aus Amerika gar nicht, das war süß.
Sieht man euch live, so kommt neben der Stilvielfalt (Hardcore, Punk-Rock, Post-Punk) noch der zweistimmige Gesang besonders markant zur Geltung, u. a., da die eine Sängerin ja immer durch ein bearbeitetes Telefon singt.
Ja, wir orientieren uns an vielen verschiedenen Sounds. Hauptsächlich altes Zeug wie Crass und Black Flag, aber eben auch so No-Wave-Zeugs. Und dann wollten wir auch noch Sachen reinbringen, die wir eigentlich total beschissenen finden, den meisten Leuten aber gefallen. So was wie Fleetwood Mac.
Aber nochmals wegen eurer zwei Sängerinnen nachgehakt: Die sind schon bewusst als Kluft angelegt, oder? Und auch textlich? Man versteht ja kaum was.
Oft schreiben wir unabhängig voneinander die Texte. Wir wissen dann oft nicht einmal, was der andere sagt. Erst wenn wir für Aufnahmen die Texte festmachen müssen, checken wir ab, was der andere sagt. Am Schluss macht das irgendwie immer total viel Sinn. Manchmal suchen wir uns aber auch ein Thema und schreiben beide darüber.
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Berlin Boom Orchestra
„Berlin Boom Orchestra - der Sound der erfolgreichen deutschen Ska- und Reggae-Band bringt euch garantiert zum Tanzen. Nach drei Jahren spielt die Band inzwischen in ganz Deutschland und avancierte zu einer der beliebtesten deutschsprachigen Skabands.“ [Riding Higher Festival, 2010]






