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Death Cab For Cutie

Im Interview: Act Nice And Gentle

23.04.2008, 18:03, Text: Mario Lasar, Foto: Brandan Austin

Der Geist von Ami-Punkrock in anderer Gestalt - ohne Punk und mit wenig Rock, dafür aber auch mit Schmusefaktor und Interesse am musikalischen Experiment. Auf dem neuen Album 'Narrow Stairs' vertont die Band aus Seattle alles, was zwischen Tod und Süße Platz findet. Mario Lasar berichtet, Interview: Anja Tachler.


Death Cab For Cutie (DCFC) stehen in dem Ruf, lieben, konsensfähigen Indie-Pop-Rock zu machen (der, zumindest in den USA, ein Millionenpublikum findet). Ihre Musik, so sagt man, lade dazu ein, mit der/dem FreundIn händchenhaltend vor der Bühne des Immergut-Festivals zu stehen, das hier als Platzhalter für Nabelschau-Romantik herhalten soll. Und obwohl sich das neue Album partiell an spröderen Klängen ausrichtet, hält die Musik grundsätzlich ihre umarmende Qualität aufrecht. Dazu tragen auch die zumeist aus einem melancholischen Habitus heraus geschilderten Texte bei, die häufig Beziehungsprobleme behandeln. Aber unter Umständen ist es ja auch viel ehrlicher, über Themen zu singen, die die Privatsphäre betreffen, als über die großen gesellschaftlichen Zusammenhänge, zumal sich beide sowieso ineinander spiegeln.

Im Fall von DCFC wird die Tendenz zur Befindlichkeit außerdem dadurch gefiltert, dass diese sich an einer grundsätzlichen, diffus "amerikanisch" anmutenden Leichtigkeit reibt, die in meiner Wahrnehmung eine Art Fernweh befriedigt. Dazu passt, dass die Band des Öfteren mit Songs in 'O.C., California' vertreten ist, einer Serie, die, betrachtet durch die Augen eines Durchschnittseuropäers, eine totale Parallelwelt und Gegenwirklichkeit etabliert.

Daran ist nichts verwerflich. Jede Musik wurde immer auch zu eskapistischen Zwecken genutzt. So trägt das letzte DCFC-Album, das großartige 'Plans' aus dem Jahr 2005, Züge eines weichgezeichneten Schlafzimmer-Souls für verklemmte Charaktere wie dich und mich. Scherte sich dieses Album keinen Deut darum, mit seiner smoothen Ästhetik wie die im Indie-Pop verwurzelte Variante von 70er-Jahre-Softpop (Fleetwood Mac und so) daherzukommen, so gibt sich 'Narrow Stairs', das neue, wiederum von Gitarrist Chris Walla produzierte Werk, viel Mühe, einen weniger glatten Charme zu verbreiten.


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aus Intro #160 (Mai 2008)
 
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