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Blood Red Shoes

Gitarrengöttin in Stöckelschuhen

01.04.2008, 17:20, Text: Sandra Grether, Foto: Christoph Voy
[11 Kommentare]

Dem alten Schuhwerk Rockmusik begegnen sie auf Stöckelschuhen und mit extra dreschenden Gitarren. Das sensationelle Brightoner
Duo Blood Red Shoes leuchtet uns den Grunge und lässt Bubenwangen rot erglühen. Sandra Grether traf sie gleich zweimal. Fotografiert hat an ihrer Seite Christoph Voy.




Allein in Berlin
Die leuchtenden Gesichter der teils schon grau melierten Männer im Berliner Bang Bang Club, wo die Blood Red Shoes ihren zweiten Berlin-Gig in Folge spielen, sind wie die von kleinen Kindern, die heimlich verbotene Türchen öffnen und vom Adventskalender naschen. Denn die Blood Red Shoes haben tatsächlich eine Frontfrau, die einen wieder an das Weihnachtspersonal glauben lässt, daran, dass alles verziehen wird, alles gut wird.

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Normalerweise geht die Rock-Crowd ja nicht für Gitarrenheldinnen in die Knie. Aber Laura-Mary Carter hat es ihnen angetan! Die Frauen im Publikum hingegen wirken beleidigt, fast eifersüchtig, angesichts dieses coolen weiblichen Role-Models, fühlen sich damit konfrontiert, dass man auch auf unbürgerlichem Weg – und ohne von führenden Designern verkleidet zu werden – auf einer Bühne bejubelt werden kann. Schlimm, schlimm, wenn darauf die eigenen Jungs abfahren: "Mit der würdest du doch sofort ins Bett gehen, was?" sagt etwa eine Lady säuerlich zu ihrem nach vorne drängenden Freund. Es sind halt nicht nur die Männer daran schuld, dass es Frauen im Rockgeschäft so schwer haben. Die Augen der Girls sind eine einzige Dolchstoßlegende. Wenn es nach ihnen ginge, gäbe es weder das Wahlrecht für Frauen noch die Blood Red Shoes. Dafür aber jede Menge Blut am Schuh.

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aus Intro #159 (April 2008)
 
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  • User: peel77
  • peel77 06.04.2008 | 16:53:37
    muß wohnen und schlafen
    Da lese ich das erste Mal seit Langem doch mal wieder einen Artikel in der Intro und bin auf Anhieb schockiert, ich frage mich was im Kopf der Autorin so vor sich geht, ob da überhaupt noch in irgendwelchen schlüssigen Zusammenhängen gedacht wird.

    "Die Frauen im Publikum hingegen wirken beleidigt, fast eifersüchtig, angesichts dieses coolen weiblichen Role-Models, fühlen sich damit konfrontiert, dass man auch auf unbürgerlichem Weg – und ohne von führenden Designern verkleidet zu werden – auf einer Bühne bejubelt werden kann. Schlimm, schlimm, wenn darauf die eigenen Jungs abfahren: "Mit der würdest du doch sofort ins Bett gehen, was?" sagt etwa eine Lady säuerlich zu ihrem nach vorne drängenden Freund. Es sind halt nicht nur die Männer daran schuld, dass es Frauen im Rockgeschäft so schwer haben. Die Augen der Girls sind eine einzige Dolchstoßlegende. Wenn es nach ihnen ginge, gäbe es weder das Wahlrecht für Frauen noch die Blood Red Shoes. Dafür aber jede Menge Blut am Schuh."

    Ich kann es kaum glauben von einer Popjournalistin, der irgendwie ein vages Images emanzipatorischen Anspruchs anhaftet derartigen sexistischen Schrott zu lesen, in dem ernsthaft die merkwürdigsten Zickenklischees reproduziert werden.

    Selbst wenn sie diesen zitierten Satz tatsächlich vor Ort aufgeschnappt haben mag daraus derartige Schlüsse auf das gesamte weibliche Publikum zu ziehen ist wirklich armselig.

    Und es ist fast ein Hohn dann im Weiteren festzustellen die Band sei "authentisch und aware ob der gesellschaftlichen Sexismen".

    Ein kleines Stückchen Selbstreflexion hilft manchmal.

    Und klaro, es sind zu einem erheblichen Anteil die weiblichenMusikkonsumentinnen dafür verantwortlich daß Frauen es im Musikgeschäft so schwer haben, endlich hat das mal jemand ausgesprochen.
    Herzlichen Dank für diesen Hinweis.

  • User: omg
  • omg 07.04.2008 | 14:02:03

    sorry mit sandra kann ich dir nicht dienen, wollte nur den thread hoch halten.

  • schunkel 07.04.2008 | 14:38:28

    Ist das die Parole Trixie-Nachfolgeband, über die keiner schreiben dürfen soll?

  • User: peel77
  • peel77 07.04.2008 | 14:46:55
    muß wohnen und schlafen
    achso das hatte ich ganz vergessen, das wird dann die Theorie sein falls das Projekt scheitert, die Frauen im Publikum werden die Schuld haben , weil die sind ja allesamt nur eifersüchtig wenn da coole emanzipierte Rolemodels auf der Bühne stehen mit denen 'ihre Jungs' ins Bett wollen, ohje...

  • User: peel77
  • peel77 08.04.2008 | 14:15:22
    muß wohnen und schlafen
    gerade bei Larifari-Durchblättermagazinen lese ich allerdings nie gezielt bestimmte Autoren sondern nach Interesse am Thema...

  • User: ms_bumblebee
  • ms_bumblebee 19.04.2008 | 13:32:25
    shredds, grates, grinds, slice
    über diesen thread bin ich erst gerade gestolpert, aber ich hab mich an anderer stelle auch schon drüber aufgeregt.
    mal ganz abgesehen davon, dass die dolchstoßlegenden-metapher völlig verhunzt ist.

  • User: ms_bumblebee
  • ms_bumblebee 19.04.2008 | 13:45:27
    shredds, grates, grinds, slice
    man könnte es auch noch dahingehend zuspitzen, dass das feminismus-gender-ticket, wenn man nur den richtigen zeitpunkt erwischt hat, eben auch ein asset im musikjournalismus sein kann.

    und die reflexion darauf, wie eng die eigene nische und für wie viele das popkulturell "cooles weibliches role model-sein" eine tragfähiger lebensentwurf ist, dann eben auf der strecke bleibt. zugunsten einer nachgerade klassischen stutenbissigkeit, die den anderen den schwarzen peter von mangelnder solidarität unter frauen, gepaart mit voll bürgerlicher uncoolness zuschiebt.

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