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MIT / Dillon

Äpfel und Birnen

17.03.2008, 17:29, Text: Sebastian Ingenhoff, Wolfgang Frömberg

Musik aus Köln oder Düsseldorf steht generell unter Karnevals-, Krautrock- oder schlicht Avantgarde-Verdacht. Nur Mit klingen ganz anders, auch wenn sie ihre Herkunft nicht verleugnen können. Und wenn der NME sie erst auf den Titel nimmt ... Wolfgang Frömberg traf Tamer und Edi noch vor dem Hype. Sebastian Ingenhoff huldigt dem Pop-Nesthäkchen Dillon, das sich aus demselben Dunstkreis wie MIT von Köln in die Welt abgesetzt hat.


Stockhausen wäre stolz auf die Jungs. Meint jedenfalls ein vollkommen verzückter englischer Schreiber, der MIT im Februar im Camden Barfly erlebte. Was den enthusiastischen Briten auch dazu veranlasst haben mag, den weltberühmten Komponisten als Referenz anzuführen, es könnte damit zusammenhängen, dass der gute Karlheinz zwar nach eigenem Bekunden auf dem lodernden Stern Sirius eine heiße Ausbildungszeit erlebt hatte und offiziellen Unterlagen zufolge neben Schumis Kart-Bahn in Kerpen geboren worden ist - gemeinhin geht er jedoch als Kölscher Jeck durch. Und eben aus dem Provinzkaff Colonia stammen auch jene Jungs, die im Booklet zum Debütalbum 'Coda' ihre kompletten Namen angeben, so, als stünden sie auf altmodischen Fahndungsplakaten: Tamer Fahri Özgönenc, Felix Stefan Römer und Edi Danartono Winarni.

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Wer dauernd nach neuen Verantwortlichen sucht, die den Inhabern gut sortierter Plattensammlungen mal wieder einen Grund geben, ihren reichen Erfahrungsschatz an passender Stelle funkeln zu lassen, darf 'Coda' aus dem Raster ziehen und die Schreibschablone auflegen. Mit sind schließlich selbst schuld. Weil sich die Bezeichnungen mythischer Fabelwesen - ob Bläck Fööss, Can oder Kraftwerk - wie von selbst neben Städte wie Köln oder Düsseldorf schreiben, rotiert die popkulturelle Achse des Elektronischen und Experimentösen doch als zweischneidiges Schwert zwischen den beiden Metropolen.


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aus Intro #159 (April 2008)
 
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