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Portishead

Im Interview: Was lange währt ...

02.04.2008, 16:37, Text: Heiko Hoffmann

Mit 'Dummy'  veröffentlichten Portishead 1994 ein Debütalbum, das zusammen mit den ersten Alben von Massive Attack und Tricky damals den Ruf von Bristol als neues Seattle begründete und zu einem Klassiker wurde. Doch die Mischung aus HipHop-Beats im Zeitlupen-Tempo, 60s-Spionage-Soundtrack-Anleihen und Torch-Gesang wurde bald zur Formel, aus der sich auch Portishead selbst nicht befreien konnten. Heiko Hoffmann widmet sich dem furiosen dritten Album der Band, die niemand mehr auf der Rechnung hatte.


24. Juli 1997. Geoff Barrow sitzt in einem Hotelzimmer an der New Yorker Fifth Avenue und erzählt, worauf es ihm beim gerade fertiggestellten zweiten Portishead-Album ankam. "Wir wollten ausschließlich unsere eigenen Samples machen. Für unser erstes Album haben wir noch auf alte Platten von Isaac Hayes oder Weather Report zurückgegriffen. Diesmal haben wir eigene Loops angefertigt, sie auf Vinyl gepresst und dann mit Scratches und Blenden in die Produktion einfließen lassen." Später am Abend treten Portishead mit einem Orchester im Roseland Ballroom auf, der Mitschnitt des Konzerts, 'Roseland NYC', erscheint im Jahr darauf. Die Musik ist komplett live, nur das ständige Vinylknacksen, das die Songs künstlich altern lässt, kommt aus dem Computer.


Fast elf Jahre später sitzen zwei Drittel von Portishead, Geoff Barrow und Adrian Utley (Sängerin Beth Gibbons zieht es wie meistens vor, keine Interviews zu geben), im Berliner Büro ihrer Plattenfirma. Und tatsächlich ist im letzten Jahrzehnt, sieht man von einigen wenigen Remixen und einem enttäuschenden Beitrag für eine Serge-Gainsbourg-Compilation ab, keine neue Musik von Portishead erschienen. Den Grund dafür konnte man bereits auf dem selbst betitelten letzten Album und dem Live-Album hören.


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