
Why?
Rucksäcke, Haare und Entgrenzung
18.02.2008, 17:24, Text:
Hanno Stecher
Why? ist eines der musikalischen Projekte, für welche die Metapher mit dem "eigenen Universum" erfunden wurde. Mithilfe des Why?-Initiators Jonathan Wolf lässt Hanno Stecher an dieser Stelle noch einmal die Entwicklung einer Band Revue passieren, die nie eine war.
Die Auskunft, dass jemand Musik jenseits des "Schubladendenkens" mache und die Grenzen zwischen Musikstilen verwische, gehört sicherlich zu den am häufigsten verwendeten Floskeln im Musikbusiness schlechthin. Egal, ob es am Ende stimmt oder nicht, für Musiker und deren Promoter scheint es inzwischen beinahe obligatorisch geworden zu sein, auch die popeligste Form eines Mixens von Stilen hervorzuheben und die "offene" Haltung des Künstlers gegenüber verschiedenen Stilrichtungen zu betonen.
Das ist zwar einerseits nervtötend, hat jedoch auch sein Gutes, können doch nun andererseits Menschen wie Jonathan "Yoni" Wolf halbwegs unbehelligt vor sich hin werkeln, die schon seit Jahren daran arbeiten, Genres und Genrecodes zu dekonstruieren, ohne es stets hervorzuheben und jedem aufs Brot zu schmieren.
Näselnder Rap und folkiges Songwriting
Seine Gelassenheit gegenüber Musikgenres und deren scheinbarer Unvereinbarkeit demonstrierte der Sohn eines Rabbis und einer Kunstbuchhändlerin aus Cincinnati bereits als Mitbegründer von cLOUDDEAD gekonnt. Das wegweisende Projekt, das seit 2004 auf unbestimmte Zeit auf Eis liegt, hatte er Ende der Neunziger zusammen mit seinen Anticon-Kollegen Adam Ducker (a.k.a. Doseone) und David Madson (Odd Nosdam) ins Leben gerufen. Noch heute zählt cLOUDDEAD mit seinem nahezu unverortbaren Stil aus abgehangenen Beats, Klangteppichen und quäkigem Sprechgesang zu den wichtigsten Projekten eines "avantgardistischen" HipHop - auch wenn der Style der Truppe immer nur so sehr HipHop war, wie er es auch wieder nicht war.
1 | 2 | 3 | 4 | ... weiterlesen »
Artikel kommentieren
Mehr Infos
Kommentare
Artikel kommentieren - Mehr Forumsdiskussionen
Social Network Login

Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
MEIST GEKLICKT
- 01 Wes Anderson / Moonrise Kingdom...
- 02 Light Asylum - im South by Southwe...
- 03 The Hives - Größenwahn als Inszenierung
- 04 Woodkid / Yoann Lemoine - Vom Kind...
- 05 Best Coast - Coverstory
- 06 Damon Albarn - Ich habe immer das ...
- 07 Friends - Live is life
- 08 Im Koffer der... - Scissor Sisters
- 09 Auf Reisen mit... - Ladyhawke
- 10 Hot Chip - Auf dem Laufsteg
- ... mehr
INTRO-TV
- » ESC 2011: Unsere Favoriten...
- » SXSW / South By Southwest 2011...
- » In Bed With Kreator - Videobl...
- » So wars bei der Gamescom - In...
Gruppen
Real New Wave Party
---HIGHHOLYDISCOMASS comes to town---
Dass Punk und Disco weit mehr verbindet, als nur der Zeitpunkt ihres Entstehens, steht außer Frage. Wem Punk mehr bedeutet als tote Hose und für wen Disco alles andere als ein Schimpfwort ist, der weiß um die Schnittmenge dieser beiden Musikstile, die gleichzeitig beide auch Lebensgefühl waren und sind. Wunderbar beschrieben hat das gerade der englische „NME“ in einer Rezension zu Gossips neuem Album „Music for Men“. “Teenage Jesus and the Jerks crashing Studio 54“, so der Rezensent, vor dessen geistigem Auge beim Genuss von „Music for Men“ die genialen New Yorker No Wave-Dilettanten die wohl bekannteste Disco der Welt aufmischen.
Und auch Gossips dralle Gallionsfigur Beth Ditto selbst, eine Punk-Ikone des 21. Jahrhunderts, bringt es auf den Punkt sprich auf die Tanzfläche, wenn sie „For Keeps“ so erklärt: „I wanted it to be the ‚Don’t You Want Me’ of this record“. „Don’t You Want Me“ war bekanntlich der größte Dancefloor-Filler der Electro-Pioniere Human League.
Auch Arte erinnert sich gerade an die Zeit, als „Don’t You Want Me’ aus jeden Punkschuppen schallte und zu Nummer 25 der meistverkauften Singles aller Zeiten im UK wurde. So propagiert der TV-Sender den „Summer of the 80s“ und unternimmt eine Zeitreise in das Jahrzehnt, das uns Joy Division und New Order bescherte, Style Council und Prince, Duran Duran und Chic.
Grund genug für „HighHolyDiscoMass“. „HighHolyDiscoMass“ (übrigens ein Songtitel der ebenso wie Human League aus Sheffield stammenden Industrial-Avantgardisten Clock DVA) bittet nun mit Bands wie Cabaret Voltaire, Heaven 17, Shriekback, 400 Blows oder Gang of Four (just to name a few) einerseits die Creme de la Creme der 80er Jahre und der damaligen Post-Punk-Ära zum Tanz und schlägt andererseits mit neuen Helden wie Junior Boys, MGMT, Hercules and Love Affair oder White Lies (again just to name a few) die Brücke auf den Tanzboden des dritten Jahrtausends. Da bleibt dann mit David Bowie nur noch eins zu sagen: „Let’s dance!“




