F.S.K.

Eine Ode von Die Türen

21.01.2008, 16:31, Text: Maurice Summen, Foto: Katja Ruge

Die Freiwillige Selbstkontrolle ist die wichtigste deutsche Band der Gegenwart. Ohne F.S.K. keine Hamburger Schule, ohne F.S.K. keine eigene deutsche Popsprache. Ganz einfach: Ohne F.S.K. kein Diskurspop in der Bundesrepublik.

Ich traf Thomas Meinecke anlässlich des neuen Albums 'Freiwillige Selbstkontrolle' in München. Unser Gespräch habe ich nicht aufgezeichnet. Thomas Meinecke mag keine bemühte Authentizität. Den Block, auf dem ich mir mit dem Kugelschreiber Notizen gemacht hatte, hab ich später einfach in den Altpapiercontainer geworfen. Alles eine Typfrage.


Das Angenehme an Meinecke ist seine Pop-besessene, akademisch-künstlerische Einstellung - gepaart mit seiner gutbürgerlichen \"Hier vorne gibt es ausgezeichneten Schweinebraten!\"-Art. Ich sitze also keinem Mystiker gegenüber, sondern jemandem, der durch das genaue Beobachten und Vermitteln von Pop-Phänomenen immer wieder neue Höhepunkte der Musikgeschichte schafft.

In ihrer ersten Phase, Anfang der 80er-Jahre, produzierten F.S.K. etwas, das man retrospektiv mit dem 'Collosal Youth'-Album der Band Young Marble Giants vergleichen kann: Die zu Drumcomputer-Geplocker gespielten Songs, angesiedelt irgendwo zwischen Heroin-Blues-Chic (Velvet Underground) sowie dem ersten geschliffenen Diamanten der Popgeschichte (Roxy Music) und Bierbauch-Folklore (Bayern), passten in keine Schublade. Im Secondhand-Popland Deutschland verstand das damals so gut wie niemand.

Auf den Konzerten, bei denen F.S.K. mit anderen NDW-Bands spielten, empörten sich alle: Was soll das denn sein? \"So mitreißend wie angebrannte Kohlrabi\", haben Drechsler und Shunt mal schön in einer uralten SPEX-Ausgabe geschrieben.


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aus Intro #157 (Februar 2008)
 
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