Superpunk

Altern mit Stil

21.01.2008, 16:04, Text: Mario Lasar, Foto: Jan Wilken

Das neue Superpunk-Album \"Why Not?\", das erste für ihr neues Label Tapete, schwingt so locker und subtil wie selten zuvor. Carsten Friedrichs Talent, die Popgeschichte als Archiv auszulegen, das es möglichst unverfroren zu plündern gilt, erlebt seinen kreativen Höhepunkt. Noch extremer als sonst verlegt die Band sich darauf, ihre sich selbst angedichteten Defizite - man sei alt und funktioniere nicht mehr - voller Stolz als die tollsten Errungenschaften aller Zeiten zu verkaufen.


Fällt es schwerer zu altern, wenn man Rockmusik spielt?
Carsten Friedrichs: Das ganze Leben lang hat man ja Probleme mit dem Älterwerden. Andererseits ist es auch blöd, nicht alt zu werden, weil man dann tot ist. Bette Davis meinte, Altwerden sei nichts für Feiglinge, nicht alt zu werden aber genauso wenig.

Normalerweise versuchen Popmusiker, sich jünger zu machen, als sie sind, bei euch ist es eher umgekehrt.

C: Man will sich ja auch abheben, wenn man Musik macht, und übers Altern singt kaum jemand. Verbunden mit poppiger Musik erregt das vielleicht die Aufmerksamkeit, die uns unseres Erachtens zusteht.
Thies Mynther: Rockmusiker sterben ja empirisch gesehen früher ...
C: Aber nur die erfolgreichen! Das ist bewiesen. Also kann man nur hoffen, dass die Platte floppt und wir uralt werden.

Ihr bezieht euch auf diesem Album sehr stark auf Serge Gainsbourg (\"New York, USA\", \"Bon Scott\"), der auch schon um die vierzig war, als er seine großen Hits hatte. Das könnte ja ein Vorbild sein.
C: Klar, abgesehen von der letzten Phase ist er ein Role-Model für alternde Musiker. Er war immer cool, nie lächerlich und hat sich was getraut. Mitte der Sechziger Texte über Tankerunglücke zu machen, verdient schon Respekt. \"New York, USA\" haben wir deshalb gecovert, weil es das einzige Stück war, wo ich den Text raushören konnte. Außerdem mögen wir Songs über Städte, wie dir vielleicht aufgefallen ist.

Ihr spielt das Stück ja auf eine für euch eher ungewöhnliche Weise, ich musste an Krautrock denken, etwa an Neu!.

C: Wir hatten eher an Suicide gedacht, die ja aus New York kommen ...
T: Außerdem hat das Stück einen anderen Beat. Rhythmus C!


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aus Intro #157 (Februar 2008)
 
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