Sons & Daughters

Gesund in Manhattan

21.01.2008, 15:38, Text: Felix Scharlau, Thomas Venker, Foto: Jonathan Forsythe

Sie gelten als die fleißigste Band around: Kaum jemand tourte in den letzten zwei Jahren so stetig wie Sons & Daughters. Und deswegen treffen Felix Scharlau und Thomas Venker sie auch nicht in ihrer Heimat Glasgow an, sondern in New York City - was man auch an den Bildern von Jonathan Forsythe sehen kann.


Die Sonne strahlt über Brooklyn. Wir schreiben den letzten Tag des CMJ-Festivals 2007. Wie jedes Jahr im Oktober sind Hunderte Indiebands über die Stadt hergefallen und haben sich von Journalisten, A&Rs und Hipstern im Stakkato bewerten lassen (müssen). Zwischen Zuordnungen als Top oder Flop bleiben einem nur wenige Minuten zum Abliefern. Ganz ehrlich, hätten wir die Sons & Daughters nicht schon vorher gekannt, sie wären auf der Skala wohl eher gen Flop gewandert. Nicht dass der Auftritt am Vorabend im Bowery Ballroom grottenschlecht gewesen wäre, dazu sind die Songs des Quartetts an sich schon stark genug, aber wenn man sie bereits früher gesehen hat, beispielsweise im Vorprogramm der letzten Morrissey-Tournee oder auf einem der Sommerfestivals, die sie 2006 wie an einer Perlenketten aufgezogen absolvierten, dann war da doch ein meilenweiter Unterschied zu spüren.

Als wir die Hälfte der Band, Adele Bethel und Scott Paterson, in einem kleinen Café auf der Bedford Avenue darauf ansprechen, rudern sie erst gar nicht dagegen an: Scott: \"Die Show gestern war in der Tat furchtbar.\" Erklärungen sind bei so was ja immer müßig, besser wird es dadurch selten - das ist irgendwie, als nähme man eine zerfahrene Beziehung in stundenlangen Krisengesprächen auseinander, nur um letzten Endes am gleichen Punkt wieder rauszukommen: Entweder man kriegt den Jive zurück ins Spiel, oder ... Dokumentiert werden sollen sie aber schon, die potenziellen Gründe:

S: Vielleicht war die Show auch nur schlecht, weil wir hier den Vergleich haben. Das war keine normale New-York-Show von uns.
A: Diesmal waren nur Leute mit einer \"Los, beeindruckt uns\"-Haltung da. Normalerweise kommuniziere ich auch viel mehr mit dem Publikum, aber gestern hatte ich den Eindruck, niemand würde sich dafür interessieren.
S: Es war die vierte Nacht des Festivals, und die Leute hatten schon zu viele Bands gesehen, zu viel Musik gehört. Normalerweise ist es toll in New York.


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