Get Well Soon

Pop trifft Pathos

21.01.2008, 11:22, Text: Peter Flore, Foto: Christian Knieps

Der Name verspricht Trost und Schulterklopfen, die Musik will einfach nur umarmen: Ausgerechnet ein junger deutscher Songschreiber landet mit seinem Debütalbum den ersten großen Coup 2008. Peter Flore traf Get Well Soon alias Konstantin Gropper in Berlin. Es ist nicht die Vielzahl an Ideen, die das, was Konstantin Gropper mit seiner Begleitband unter dem Banner Get Well Soon verwirklicht, so besonders macht, es ist die Umsetzung, die man so in diesen Breitengraden bisher noch nicht gehört hat. Nahezu jeder Artikel, jede Konzertreview, die der auch ohne ein Album schnell zum Indie-Geheimtipp avancierte Gropper über sich lesen durfte, lobte seine Kunst als wahlweise \"herrlich undeutsch\" klingend bzw. \"von internationalem Format\".


Im Gegenzug musste der klassisch durch langjährigen Cellounterricht geschulte Songschreiber schon früh mit dem Etikett \"deutscher Conor Oberst\" leben. Darauf angesprochen, muss der Wahlberliner lachen - wenngleich er dem musikalischen Vergleich durchaus etwas abgewinnen kann: \"Bright Eyes, gerade die älteren Alben, sind mit Sicherheit ein Einfluss. Conor Oberst zählt für mich zu einer Bewegung junger Songwriter, die sich nicht scheuen, das Pathos zurück in den Pop zu holen. Das ist auch mein Ansatz.\"

Gropper, Mitte 20 und Kopf und Motor von Get Well Soon, hat insgesamt vier Jahre an seinem Debütalbum mit dem sperrigen Titel 'Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon' geschrieben und aufgenommen - jener Aufmunterung, die der Bandname vorgibt, bedurfte es in der Zwischenzeit allerdings nicht. Im Gegenteil: Gropper weiß, was er tut, und verzettelt sich nicht: 'Rest Now ...' klingt trotz seiner wahrhaft eklektischen Ideenfülle weder überladen noch konstruiert, was bei den unweigerlich auftauchenden Referenzen von Radiohead über Bright Eyes bis hin zu Titeln, die aus einem Morricone-Score stammen könnten, ohnehin schon einem großen Wurf gleichkommt.


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aus Intro #157 (Februar 2008)
 
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