
Kochen mit
Debbie Harry
19.09.2007, 13:20, Text:
Thomas Venker, Foto: Rainer Holz
[5 Kommentare]
Was hätte das für ein Fest werden können? Abendessen mit Debbie Harry. Was kann schon schiefgehen, wenn man mit jenem Glamour-Girl eine Verabredung hat, das in den mittleren 70ern die gesamte New Yorker Lower Eastside verrückt gemacht hat mit seinem koketten Charme und seiner abgezockten Coolness und binnen zwei Jahren das ganze Land für Punk, Avantgarde-Pop und ein neues Frauenbild öffnen konnte.
2007 ist nicht gerade das Jahr, in dem Stars noch wirklich Stars sind. Ehrfurcht und Bewunderung sind Wörter aus einer anderen Ära der Poprezeption, das Geschäft läuft mies, und die wenigen vorhandenen Stars sind entweder zu abgenutzt und werden dementsprechend eher wie Senioren respektvoll durchgeschleift oder so jung und ganz offensichtlich auf kurze Zeit angelegt, dass es sich gar nicht lohnt, sich groß auf sie einzulassen. So ist es. Debbie Harry jedoch ist eine von den Alten, bei der das noch anders läuft. Plötzlich sieht man mal wieder erhobene Augenbrauen bei der Nennung des Interviewpartners, ist eine Erregung zu spüren, die nahe am Neid gebaut ist. Da interessiert es schon niemanden mehr, dass ich nicht wirklich kochen werde mit Miss Harry, einfach, da sie nicht so recht den Bezug dazu hat: Dinieren ist ihre Sache.
Erste Zweifel an der besonderen Wertigkeit des Treffens kommen während der Fahrt auf: Rainer, regelmäßigen Lesern des Formats bekannt als Celebrity-Fotograf, hält die Stücke ihres neuen, sechsten Soloalbums \\"Necessary Evil\\" nie länger als zehn Sekunden aus, dann schnaubt er verächtlich das Schnauben eines Mannes, der die 80er schon als Mann erlebt hat, und weiß es auch in Worte zu fassen, womit er hadert. Ich versuche zu beschwichtigen, kommentiere - gefühlt eloquent -, das sei doch nicht so schlecht, eben harmlose Popsongs auf dem Stand der 80er-Jahre, und auch textlich wäre Debbie noch da - auch wenn ich ohne Textblatt kaum was mitbekomme. Klar, das ist nicht mehr der heiße Scheiß, aber erstens ist die Fallhöhe sehr hoch, wenn man bereits vor mehr als dreißig Jahren so frisch wie neu Sinnlichkeit und Punk zu großen Songs vereint hat, und zweitens: HALLO, mehr als 30 Jahre!
Allerdings entsprechen auf der Fahrt auch die großen alten Songs nicht unserem 2007er-Anspruch. Zumindest all jene auf der \\"Best Of\\", die nicht \\"Heart Of Glass\\", \\"Rapture\\" oder \\"Call Me\\" heißen. Hier brachten Blondie so vieles ein, was einen guten Popsong ausmacht: Wehmut, Catchiness, Erinnerungen an gute Momente und das Gefühl zu leben genauso wie die Gewissheit der Endlichkeit des Seins. Perfekte 3-Minüter eben. Aber ansonsten: oh weh. Wie konnten wir das nur so falsch erinnern? Und so sitzen wir reichlich ernüchtert ein paar Minuten im Auto vor dem Atlantic Kempinski rum. Was ist da nur passiert in den letzten vier Stunden? Wann genau hat Debbie Harry ihren Überreiz verloren?
Egal, wir sind Profis. Und als solche nehmen wir die Dinge, wie sie kommen - und machen rein in die Lobby, wo unsere Stimmung sofort viel besser wird: Die Hamburger Kiezgröße Karl-Heinz Schwensen lümmelt neben uns in der Lobby und führt bei Kaffee und Keksen wichtige Gespräche. Leider kann ich - trotz eingenommener (und wahrgenommener) Schieflage - nichts von den Deals aufschnappen, dafür werden wir aber auch schon ins Tsao Yang, das chinesische Restaurant des Hotels, gerufen. Rainer grinst wie ein Honigkuchenpferdle. Das Ambiente, die Küche, alles so schön fotogen. Nun, die Freude endet, als die Harry einläuft.
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nightwindsent 21.09.2007 | 17:08:45
Das einzige, was dieser Artikel lebendig zum Ausdruck bringt, ist die Fantasielosigkeit und Engstirnigkeit eines Journalisten, dessen Ausdrucksfähigkeit in einem Deutsch Grundkurs ihresgleichen sucht.
Die respektlose Einseitigkeit mit der sie Deborah Harry portraitieren ist lediglich ein Spiegel Ihrer eigenen Borniertheit und reflektiert nicht einmal ansatzweise den Charakter dieser einzigartigen, vielschichtigten Persönlichkeit.
Auf ungeschickte, beinahe plumpe Weise wird hier gewagt mit Worten balanciert, welche dem Artikel den Charakter eines mysteriösen, in sich unschlüssigen Konstruktum verleihen und vertuschen, dass die anwesende Person in ihrem Charakter und Erzähltem nicht im geringsten verstanden wurde. Ob sich dafür die Mühe gemacht wurde, wage ich ebenso zu bezweifeln. Das wahre Interesse an der Sache scheint hier auch zu fehlen.
Sollten sie bereits mit der Verwendung einfachster grammatischer und lexikaler Bezüge überfordert sein, was dieser Artikel zweifellos belegt, so empfehle ich Ihnen für die Zukunft doch lieber das Gespräch mit Persönlichkeiten zu suchen, welche ihrem Niveau entsprechen. Deborah Harry jedenfalls ist für solche schreibtechnischen Übungen eindeutig zu schade und hat eine solch schmierige und semiprofessionelle Berichterstattung nicht verdient.
Fangen sie doch lieber klein bei Karl-Heinz Schwensen an.
Haar will atmen 21.09.2007 | 18:14:58
Auf ungeschickte, beinahe plumpe Weise wird hier gewagt mit Worten balanciert
Ja, fürchterlich. Wer macht denn sowas.
lofideluxe 26.09.2007 | 01:18:04
auch hier vermute ich, wie z.b. bei dem pohlmann-klovideo-thread eine ganz große verschwörungstheorie.
demnächst drohen die altabonnenten noch mit kündigung!
Schlüter Zwei 26.09.2007 | 03:14:48
beim eingangsposting muss ich irgendwie an einen stalker, der halbverrückt und mit überschnappender stimme sein idol verteidigt, denken. hab wohl zuviele plumpe filme gesehen...
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