
Panda Bear
“Wer Lissabon nicht gesehen hat ...
21.05.2007, 06:00, Text:
Joachim Henn
... hat nichts Gutes gesehen.” So jedenfalls besagt es ein portugiesisches Sprichwort. Dies auf das dritte Soloalbum von Animal Collectives Panda Bear zu übertragen wäre wohl dezent übertrieben. Dennoch hat sich der Umzug Pandas in die portugiesische Hauptstadt spürbar auf “Person Pitch” ausgewirkt. “Ich zweifle daran, dass das Album so geworden wäre, wenn ich es an einem anderen Ort aufgenommen hätte. Es steckt sehr viel davon drin, wie ich mich in Lissabon fühle und wie die Stadt auf mich wirkt. Besonders abends herrschen hier ganz eigentümliche Lichtverhältnisse, die sich definitiv in der Musik niedergeschlagen haben.”
Zumindest hatte der Wohnortwechsel ganz praktische Konsequenzen, denn der schnöde Mammon war mit ausschlaggebend dafür, dass sich das neue Album grundlegend vom Vorgänger “Young Prayer” unterscheidet. Mangels Zahlkraft musste das Equipment in den Staaten bleiben, lediglich der Sampler und ein Mikrofon konnten ins neue Domizil verschifft werden. Abgesehen vom finalen “Ponytail” finden sich nun also digitale Loops, gepaart mit einer (Chor-) Gesangslastigkeit sondernormen; und die Leichtigkeit, mit der das Album dahinrollt, kann sich stellenweise auch als trügerisch erweisen, so mündet etwa “Bros” in ein regelrechtes Vocal-Effekt-Freak-out (nebst Feuerwerksamples).
Sprichwörtlich Pate stand eine weitere einschneidende Veränderung von Pandas Lebensumständen: “Ich sehe das Album als Sound (Pitch), der für eine Person steht, und diese Person sind sowohl meine Tochter, die geboren wurde, als ich an ›Bros‹ arbeitete, als auch ich.” Jedoch schränkt nicht allein der durch Familie und Hauptband gedrängte Zeitplan weitere Aktivitäten bis auf Weiteres ein: “Ich bin ein bisschen ausgebrannt, was das Alleine-Arbeiten betrifft, und kann mir nicht wirklich vorstellen, weiter an Solo-Material zu basteln, zumindest die nächsten Jahre nicht.” Stattdessen werden neue Stücke, die teilweise schon auf den Solo-Live-Sets gespielt wurden, wohl in das Animal-Collective-Repertoire übergehen.
Das lange angekündigte Box-Set des Kollektivs mit diversen Live-Platten (zuletzt war von drei Alben die Rede) auf Catsup Plate lässt noch auf sich warten, soll aber womöglich vor Jahresende erscheinen. Für die Fanbase besteht also kein Grund zur Trauer. “Ich habe das Gefühl, das wird meine Lieblingsveröffentlichung der Band überhaupt. Der Live-Aspekt unterscheidet sich stark von unseren Studioalben, und wir sind alle sehr euphorisch, etwas wie das Box-Set oder den ›Hollindagain‹-Jam zu veröffentlichen.” All good things to come ...
Top 3 Partysongs
Michael Jackson “Off The Wall”
Pantha Du Prince “Saturn Strobe”
Phoenix “If I Ever Feel Better”
Last Birthday Party
Die Geburtstagsfeier meines Neffen, bei der etwa 100 Kinder schreiend herumrannten.
Best/Worst Party
Meine Lieblingspartys fanden in meiner WG in den Brooklyn Heights statt, in der ich mit drei oder vier Kumpels wohnte. Die Partys waren ziemlich entspannt, fast alle meine Freunde waren da, und wir hatten immer einen Riesenspaß.
An eine schlechte Party kann ich mich nicht wirklich erinnern. Einmal bin ich mit ein paar Leuten von außerhalb der Stadt auf eine Party, zu der gemeinsame Schulfreunde kommen wollten. Den Typen, der sie bei sich zu Hause veranstaltete, kannte ich kaum, und als wir ankamen, war niemand da. Aber sie hatten ein Fass, also ließen wir uns direkt davor nieder, tranken das Bier aus und hauten sofort wieder ab. Wir fühlten uns unwohl, aber es war okay.
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