Voxtrot

Live & unplugged

21.05.2007, 06:00, Text: Joachim Schaake

Die fünf Mittzwanziger aus Austin, Texas haben sicher nichts dagegen, wenn man sie als amerikanische Britpop-Band bezeichnet. Zwar gibt Sänger, Songwriter und Promotour-Botschafter der Band, Ramesh Srivastava, die Verehrung für die frühen Belle & Sebastian als initiale Gründungsmotivation an, aber ein Großteil ihres selbst betitelten Debüts klingt auf angenehme Art eher nach unbeschwertem, opulent orchestriertem, teils mit “Top Of The Pops” flirtendem Gitarrenpop der 90er-Jahre. Vielleicht waren Belle & Sebastian auch ein Grund, warum Ramesh 2003 nach Glasgow ausgewandert ist, als Voxtrot sich gerade erst richtig formiert hatten.

“Wäre die Band nicht gewesen, wäre ich wohl nie zurück nach Austin gekommen”, erzählt er beinahe wehmütig.
Seine Indierock-Vergangenheit zurücklassend, trieb er sich in Glasgow in erster Linie auf Technopartys herum. Seine Songs dagegen klingen versiert klassisch und natürlich ziemlich indie, reflektieren eigentlich also überhaupt nicht das, was bei ihm derzeit auf dem Plattenteller liegt: “Musik sollte immer auf etwas Bestehendem aufbauen. Wenn man dieser Tage versucht, möglichst originelle Musik zu machen, wird das in den meisten Fällen daneben gehen. Trotzdem ist unser Sound irgendwie immer eigenständiger geworden.” Voxtrot klingen in keinerlei Hinsicht sperrig oder unzugänglich, sondern so catchy, dass man beim ersten Hören denkt: Das kann keinen Bestand haben. Umso schöner, dass einen die Platte dann vom Gegenteil überzeugt.
Nach Rameshs Rückkehr aus Europa ging es dann ziemlich schnell: einige sofort vergriffene EPs, eine Single in den US-Billboard-Single-Top-5, der mittlerweile übliche Hype in den Blogs. Und auch hierzulande ließ der Erfolg nicht auf sich warten, obwohl er mit einer Panne beim ausverkauften Album-Release-Gig im Hamburger Molotov begann: “Wir dachten, es liefe super, aber nachdem wir von der Bühne gegangen waren, wurde uns zugetragen, dass nur die Monitorboxen, nicht aber die fürs Publikum bestimmten liefen. Wir mussten trotzdem zwei Zugaben geben – definitiv ein gutes Zeichen.”

Top 3 Partysongs
New Order “Temptation”
Midnight Star “The Midas Touch”
Green Velvet “La La Land”

Last Birthday Party
Ich habe in der Beauty Bar in Austin aufgelegt, und wahrscheinlich zum ersten Mal haben die Leute in Austin zu Techno getanzt. Das funktioniert sonst gar nicht, aber an diesem Abend schien es einfach eine gute Idee zu sein. Meinen nächsten Geburtstag möchte ich im Pudel Club in Hamburg feiern. Meiner Meinung nach der beste Club der Welt. Wie viel Leute ich wohl zusammenbekommen müsste, damit die sich darauf einlassen? Ich möchte alle Leser bitten, diesen Club zu supporten, damit es ihn noch gibt, wenn ich alles arrangiert habe.



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aus Intro #150 (Juni 2007)
 
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