Hanne Hukkelberg

Der kalte Nordwind

26.03.2007, 06:00, Text: Christian Steinbrink

Hanne Hukkelberg klingt etwas unsicher, als sie sich am Telefon meldet. Im Gegensatz zu den meisten ihrer Landsleute ist ihr Englisch nicht ganz so perfekt. Aber an Aufmerksamkeit auch über die Grenzen ihrer Heimat Norwegen hinaus wird sie sich gewöhnen müssen. Spätestens, seitdem sie kürzlich den Spellemannpris, den norwegischen Grammy, in der offenen Kategorie gewonnen hat. “Eine große Anerkennung”, meint sie, auf Deutsch. Die Sprache ist ihr fast lieber und vertrauter, nachdem sie kürzlich ein halbes Jahr in Berlin verbracht hat, um ihr aktuelles Album “Rykestraße 68” vorzubereiten. “Das waren tolle Monate. Ich habe die Zeit genutzt, um ein wenig zu mir zu kommen. Nach einer Phase ohne Musik war ich dann wieder bereit, Musik zu machen, zunächst für mich allein, dann auch mit anderen Künstlern.” Letztendlich war das so prägend, dass ihre Adresse zum Titel ihrer neuen Platte wurde. Die Zeit in Berlin nutzte sie auch, um mit Künstlern für sie neuer Stilarten zu kollaborieren. Mit wem, das soll aber erst mal geheim bleiben, nur dass es hörbare Ergebnisse gibt, das lässt sie durchblicken. Man kann darauf gespannt sein, allein schon, da man es sich gar nicht so recht vorstellen kann, wie dem bereits existenten Spannungsfeld aus Jazz, Pop und Avantgarde, das ihre Musik prägt, noch weitere Einflüsse hinzuzufügen sind. Diese klangliche Vielseitigkeit ist das Ergebnis ihrer musikalischen Sozialisation, die sie über Chöre, Pop- und Metalbands direkt ins Gesangsstudium führte und die noch immer nicht abgeschlossen ist: “Ich empfinde es als für mich wichtig, in verschiedenen Milieus aufzutreten. Jedes Umfeld kann mir etwas geben, und ich möchte keine meiner Stationen missen.”




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aus Intro #148 (April 2007)
 
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