Poni Hoax

Abgeschirmt und unbeeindruckt

29.01.2007, 06:00, Text: Heiko Behr

Da saßen sie also. Hatten vier Jahre lang vor sich hin produziert, zwischen den Stilen herumgewirbelt. Komplett unbeeindruckt und abgeschirmt von dem, was da draußen gerade so verhandelt wurde. Aber irgendetwas fehlte, das war auch den vieren selbst klar. Und dann wurde es kristallklar: Es war die Stimme, es war die Frontfigur. Aber kein Problem, das sich nicht lösen ließe. Und kaum war man es angegangen, musste alles ganz schnell gehen – und tat es auch: Sänger Nicolas Ker vervollständigte die französische Band. Die englischsprachigen Texte schrieben sich innerhalb einer Woche wie von selbst.
Das ist nun zwei Jahre her, und seitdem flirren die Songs von Poni Hoax, sie vibrieren, sie glänzen. Ker erklärt sich das so: “Die anderen kommen vom Jazz. Was sehr seltsam war. Wenn ich nämlich gesagt hab: ‘Das klingt ja wie Roxy Music’, sah ich nur Fragezeichen im Studio. Ich hab sie überhaupt erst dazu gebracht, mal Joy Division zu hören!” Womit er selbst schon die beiden Pole eingeführt hat, zwischen denen sein Duktus frei schwebend schwingt. Dieselbe düstere Sexiness, derselbe halbironisierte Glamour. Kers Stimme bietet den hallgetränkten Halt in den schwirrenden Zeichen, die die Band im Laufe der Jahre perfektioniert hat. Kaum ein Song teilt den gleichen Ansatz, die gleiche Form. Sie eint allein eine ungeheure Wucht, die auf die Tanzflächen zielt. Wo sie jetzt endlich angekommen sind.






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aus Intro #146 (Februar 2007)
 
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