Secret Machines

Kinder der 60er

24.03.2006, 12:00, Text: Thorsten Schmidt, Thorsten Schmidt

Familienbande können so schön sein. Zumindest bei Benjamin und Brandon Curtis: Die Brüder tauschten untereinander Platten und CDs von Bands wie Neu!, Kraftwerk und Can und infizierten sich gegenseitig mit experimentellem Rock und Elektronika aus Deutschland. Anfang 2000 folgte der Umzug von Dallas nach New York und damit die bis heute bestmögliche Selbstverwirklichung ohne Kompromisse. Daran hat sich auch auf \"Ten Silver Drops\" nichts geändert. Warme Harmonien und große Melodien verführen in charmanter Leichtigkeit. Ist das Pop? Verschleppte Gitarrenschleifen Marke Spiritualized oder alte The Verve und psychedelische Rockbrocken sprechen dagegen.

Unter der produzierenden Hand von Alan Moulder sind die Tracks greifbarer geraten als auf dem Debüt von 2004, aber nach wie vor braucht man reichlich Raum zur Entfaltung. \"Wir halten nichts davon, Musik in Stücke zu hacken und Songs als 'Clips zwischen der Werbung' zu vermarkten!\" erklärt Brandon. Die beiden relaxten Amerikaner tragen Hippietum in schwarzen Hemden gepflegt ins neue Jahrtausend. Und das kommt an: David Bowie feiert die Secret Machines als eine der Bands für 2006, Oasis, die Foo Fighters und U2 luden sie höchstpersönlich als Support ein, und Krautrock-Legende Michael Rother (Neu!, Harmonia) bietet ihnen bei Besuchen in Hamburg stets sein Wohnzimmer zum Übernachten an. Daraus resultieren dann gemeinsame Auftritte unter der Leitung des Altmeisters. Hier kreuzen sich ganz viele Geister ... Come together, das Leben ist ein langer ruhiger Fluss - demnächst auch wieder auf unseren Bühnen.



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aus Intro #137 (April 2006)
 
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