Petra Jean Phillipson

Handarbeit

24.10.2005, 18:31, Text: Susanne Pospischil, Susanne Pospischil

Eine Trennung nach acht Jahren tut weh. Gerade, wenn ein gemeinsamer Umzug nach London, das Erwachsenwerden und andere Dramen zusammen durchlebt wurden. Erstaunlich, dass Petra Jean Phillipson trotzdem genau jetzt ihr Debütalbum veröffentlicht - und damit quasi ihr Baby (auf) dem Markt aussetzt. Aber es war \"keine schwere Entscheidung, es jetzt zu tun\", kommt es der nun 32-Jährigen leichtfertig über die Lippen - die Zeit war reif, da konnten auch ihre perfektionistischen Züge nichts gegen machen. Und so schütteln Abschluss und Neubeginn sich die Hand und bescheren uns ein düsteres, verzaubertes Album. Passend zu nahenden Herbststürmen, vermag sie Country und Blues mit ihrer kraftvollen Stimme zu verbinden, um diese im nächsten Moment brechen und zart wie Nebel schweben zu lassen.

Aufgenommen mit Ex-The-Verve-Gitarrist Simon Tong in den Londoner Mayfair Studios, fließen auf \"Notes On Love\" auch reiche Erfahrungen ein aus zurückliegenden musikalischen Projekten mit der Beta Band, Martina Topley-Bird, David Holmes und Marc Almond. Wer schon Fußball-Arenen mit \"The Free Association\" füllte oder beim Glastonbury-Festival auf der Bühne stand, hat Selbstbewusstsein gelernt: \"I Want The Impossible!\" Als textliche Grundlage für den ersten Song des Albums diente eine kurz nach dem College einsam in ihrem Londoner Mini-Apartment verfasste Wunschliste - die bis heute Gültigkeit besitzt. Auf der Liste steht u. a. noch: viel mehr Musik mit Frauen produzieren, mit den Händen arbeiten und immer aufrichtige vielschichtige Musik hervorbringen. Abgehakt ist dagegen endlich der erste Punkt: ein Soloalbum veröffentlichen - und das war alle Strapazen wert: \"Was hätte ich Besseres mit den letzten acht Jahren anstellen können?\"



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aus Intro #133 (November 2005)
 
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