
Social Distortion / Die Toten Hosen
Elefantenrunde
29.09.2005, 16:33, Text:
Ralph Buchbender,
Ralph Buchbender
Text: Ralph Buchbender / Foto: Reiner Pfisterer
Gerhard Schröder gegen Kanzlerkandidatin Angela Merkel. Eichel vs. Kirchhof. Rudi Völler contra Peter Sippel. Nina Hagen gegen Jutta Ditfurth. Viel geredet wurde in der Zeit vor der Wahl. Besonders beliebt: die Rededuelle. So beliebt, dass dem Spitzenduell Schröder/Merkel mehr Leute zugeschaut haben sollen, als es Wahlberechtigte gibt. Schwer zu toppen. Doch der Festivalsommer brachte die einmalige Chance: Der in Orange County, Kalifornien, lebende Sänger der Punkrocker
Mike, dies ist nicht eure erste Begegnung. Wann habt ihr das erste Mal von den Toten Hosen gehört, und wann seid ihr euch zum ersten Mal begegnet?
M: Wir waren ja erst Anfang der Neunziger zum ersten Mal in Europa, und ich glaube, es war während unseres zweiten Aufenthalts hier, also so ungefähr 1995, als wir uns trafen. Damals spielten wir einige Shows zusammen, wir waren der Opener für die Hosen-Shows. Ungefähr drei Wochen haben wir zusammen getourt.
Habt ihr denn schon vorher von den Toten Hosen gehört, drüben in Amerika?
M: Nein, aber ich bekomme ohnehin nicht immer alles mit, was gerade angesagt ist - nicht mal in den USA.
Campino, ihr habt damals Social Distortion eingeladen. Was waren eure Gründe?
C: Unser Bassmann Andi, der auch einer meiner besten Freunde ist, lebte für ein Jahr in L.A. - ich glaube, das war 1981. Er kannte da schon Social Distortion und versorgte uns mit jeder Menge Stoff, den man bei uns nicht kriegen konnte. Wie z. B. mit den ersten Black-Flag-Singles und den Platten der Circle Jerks. Zu der Zeit habe ich mich hauptsächlich mit englischer Musik und der Londoner Punkszene beschäftigt. Das Einzige, was ich aus den Staaten kannte, waren die Ramones und Johnny Thunders. Und so behielten wir die Szene im Auge und besorgten uns die spannenden Alben. So wurden Social Distortion zu einer unserer Lieblingsbands, neben den Ramones.
Mike, ihr habt bereits Anfang der 80er als Band begonnen und bis Anfang der Neunziger zwei Alben und mehrere Singles veröffentlicht - wieso hat es so lange gedauert, bis ihr auch in Europa populärer wurdet? Habt ihr es damals versäumt, früher nach Europa zu kommen?
M: Absolut. Andere Kollegen von uns, wie die Circle Jerks oder Bad Religion, kommen bereits seit 20 Jahren nach Europa. Aber unsere ersten fünf Jahre waren sehr hart. Ich war drogenabhängig und konnte meine Heimat nicht verlassen, weil ich dachte, dass es mir dann sofort schlecht ginge. Erst 1992 gab es die Chance für uns, in Europa zu touren.
Zu diesem Zeitpunkt hattet ihr einen Deal beim Major Sony. Ist es ihnen zu verdanken, dass Social Distortion internationale Beachtung innerhalb der Musikszene erlangen konnten?
M: Ich glaube, sie haben uns viel in diesen geschäftlichen Dingen geholfen. Ich bin Musiker, ich habe davon keine Ahnung, weiß gerade mal, wie man einen Flyer gestaltet. Nach unserm Album \\"Prison Bound\\" haben viele Major-Labels versucht, uns einen Vertrag zu geben, aber wir haben immer gedacht, es sei besser, es alleine zu machen. Dann waren wir bei der Sony - aber seit knapp acht Jahren machen wir wieder alles allein. Wir sind aus eigener Kraft hierher gekommen, und es fühlt sich tatsächlich besser an.
C: Ich glaube, es hängt viel davon ab, ob ein richtiger Fan deiner Musik bei der Plattenfirma arbeitet. Egal, ob Major oder Indie - wenn jemand die Intention einer Band wirklich versteht, ist das eine riesige Hilfe. Ich weiß noch, dass die Ramones auch ständig hin und her wechselten, bis sie irgendwann bei - ich glaube, es war Chrysalis - landeten. Und da hatten sie einen richtigen Fan. Es war eine Frau, die die Band komplett so verstand, wie die Ramones es meinten. Sie lancierte die richtige Promo, etablierte ein Image, und plötzlich schossen die Ramones in die Charts. Und sie flogen wieder raus, als diese Frau das Label verließ. Also war das ganz sicher eine persönliche Leistung.
Campino, ihr habt den Weg vom Underground in den Mainstream mit eurem eigenen Label geschafft.
C: Ja, wir mussten das von Anfang an machen, weil kein Label, auch kein kleines, unsere Sachen veröffentlichen wollte. Wir waren damals völlig talentfrei, und niemand traute uns zu, dass wir uns länger als drei Monate halten würden. Also haben wir unser Geld zusammengeschmissen und unsere ersten beiden Singles selbst finanziert. Doch weil unser Drummer meinte, wir würden bessere Konditionen beim Presswerk bekommen, wenn wir 5000 statt 500 Platten pressen ließen, machten wir das so. Plötzlich standen unsere Wohnungen voll mit diesen Platten, die niemand verkaufen konnte. Zum Glück erzählte jemand aus dem Presswerk der Emi, dass wir 5000 Stück von jeder unserer Platten verkaufen würden. Das stimmte natürlich nicht, aber auf diesem Weg bekamen wir unseren ersten Vertriebsdeal bei der Emi. Unser Erfolg gründet also eigentlich auf einem Gerücht. Später, als wir die Regeln verstanden und unser Lehrgeld bezahlt hatten, dachten wir, es gibt keinen Grund mehr für eine große Plattenfirma. Ziemlich zeitgleich stellte sich heraus, dass die großen Konzerne auch gar nicht flexibel genug waren, um auf Veränderungen zu reagieren. Die Szene bewegte sich viel schneller, es gab jede Menge neue Strömungen, die Fans wollten individueller betreut werden und dergleichen. Und diese Bedürfnisse konnten die kleinen Firmen viel besser bedienen als die großen.
M: Ich erinnere mich noch, als wir bei der Sony waren: Damals hatten sie neben uns auch Pearl Jam oder Michael Jackson im Roster, und bei uns wussten sie wirklich nicht, was eigentlich zu tun war. Niemand von denen verbrachte seine Zeit auf der Straße, um den Puls der Zeit einzufangen.
C: Genau dasselbe Gefühl hatte ich, als wir den Vertriebsdeal bei der Virgin hatten. Da wusste man zu Beginn auch nicht, was man mit uns anfangen sollte. Die haben uns riesige Hotelzimmer angeboten, wie ihren anderen großen Künstlern. Wir fragten sie, was wir mit großen Hotelzimmern sollen. Gebt die Kohle doch lieber für Promotion aus. Lasst Poster von der Band drucken oder was auch immer. Letztendlich lösten wir den Vertrag auf. Niemand hatte Poster gedruckt, aber wenigstens haben sie das ganze Geld auch nicht nur für Hotelzimmer ausgegeben.
Mike, ihr habt bis zum Release eures Albums \\"Sex, Love And Rock'n'Roll\\" im vorigen Jahr acht Jahre kein einziges Album veröffentlicht, habt kein einziges Konzert in Deutschland gegeben und dennoch die Anzahl eurer Fans fast verzehnfacht. 1996 habt ihr in Köln noch vor 450 Leuten gespielt, während es vor kurzem im Kölner Palladium beinahe 4.500 Besucher gewesen sind. Wie erklärst du dir dieses völlig atypische Phänomen?
M: Ich bin mir nicht sicher. In den Staaten erleben wir gerade dasselbe. Ich glaube, es sind mehrere Faktoren, die dies begründen. Zum einen ist eine völlig neue Generation herangewachsen, die auch Punk hört, aber vielleicht eher in Form von Blink-182. Diese Kids haben wiederum ältere Geschwister, die ihnen dann erzählen: \\"Hey, du hörst Blink-182? Das ist cool. Aber check doch auch mal Bad Religion oder Social Distortion.\\" Wir haben also eigentlich zwei Generationen, die im Grunde auf die gleiche Musik stehen und die dadurch voneinander profitieren können. Letzte Nacht habe ich einen Jungen auf die Bühne geholt, der war gerade mal acht Jahre alt. Verstehst du, was ich meine? Unter all den alten Hasen, die auf jedem Konzert von uns waren, sind auch immer welche, die ihr erstes Konzert erleben.
C: Ich glaube außerdem, dass eine ganze Generation von Bands langsam ausstirbt. Die Leute bekommen mit, dass es nicht mehr allzu viele Gruppen gibt, die sie durch ihre ganze Jugend oder einen bestimmten Lebensabschnitt begleiten. Früher standen Bands für eine komplette Mentalität und für den Spirit einer ganzen Jugendgeneration. Von solchen Bands gibt es heute nur noch wenige.
Aber dennoch schaffen es sowohl die Toten Hosen als auch Social Distortion, ständig neue jüngere Fans für sich zu begeistern und sie zu überzeugen. Man findet auf euren Konzerten auch Fans, die vor zehn Jahren noch nicht auf euren Konzerten waren. Unter anderem auch, weil sie damals noch zu jung waren.
C: Ja. Wenn die nicht kommen würden, wäre das ein sicheres Zeichen, dass auch wir langsam aussterben. Es ist wie frisches Blut. Es sind beide Arten von Fans wichtig - die alten und die jungen. Sie zeigen uns, dass wir nicht alles falsch gemacht haben können.
M: Ich treffe immer wieder Leute, die sagen, Social Distortion, die habe ich früher auch gehört - als ich jung war. Und dann frage ich mich immer, was hört derjenige denn heute? Elton John? Aber der Großteil bleibt bei uns und unseren Idealen - den Idealen, die wir hatten, als wir die Band gründeten.
Eine Gemeinsamkeit von euch ist auch, dass ihr ein relativ konstantes Line-up um euch habt. Dennoch habt ihr beide auch Verluste innerhalb der Band zu verkraften. Wie geht ihr damit um? Und was ist mit euren neuen Prioritäten, zum Beispiel euren Familien?
C: Wie alt sind deine Kinder jetzt eigentlich, Mike?
M: Dreizehn und neun Jahre. Aber es war ein schwieriger Prozess. Mit dem Älteren war es damals so: Seine Mutter und ich waren nicht wirklich zusammen. Wir haben uns ein paar Mal getroffen, und dann wurde sie von mir schwanger. Zu der Zeit war ich emotional ziemlich verarmt und sehr selbstsüchtig. Ich lebte ein echtes Rock'n'Roll-Leben. Ich verließ sie und habe meinen Sohn nur sehr selten gesehen. Erst über die Jahre lernte ich, Verantwortung zu übernehmen, und danach entwickelte sich eine echte Freundschaft zwischen seiner Mutter und mir. Ich habe die beiden dann immer in den Ferien besucht. Ich glaube, in der Zeit habe ich auch gelernt, eine Frau richtig zu respektieren. Vorher dachte ich immer, der einzige Grund, warum Frauen auf der Welt sind, ist, den Männern zu dienen. Meine Frau hat das geändert. Sie hat sich meinen Respekt verdient - und in Kürze werden wir sogar heiraten.
C: Mein Sohn ist erst 17 Monate alt, ich bin also noch ein sehr frischer Vater. Aber ich glaube, man kann es gar nicht mit Worten beschreiben, was da mit einem passiert. Ich meine, alle Väter wissen, wie das ist, aber allen, die keine Kinder haben, kann man das auch nicht erklären. Es ändert einfach dein ganzes Leben. Das ist schon komisch, selbst die Art, wie man mit seinem Partner spricht, ändert sich, weil jetzt immer noch ein Dritter da ist, der zuhört. Ein Kind bringt dich dazu, Dinge zu tun, ohne ein Wort sagen zu müssen. Du bist dir darüber hinaus immer bewusst, dass wenn du jetzt deine Frau aufgibst, dann gibst du nicht nur sie, sondern auch dein Kind auf.
Was eure Fans an euch schätzen, ist eure Glaubwürdigkeit, die ihr all die Jahre bewahrt habt. Man kann von euren Songtexten ablesen, was euch gerade wichtig ist. Gibt es eine gemeinsame Botschaft, die ihr den Leuten heute mitgeben könnt?
M: Ich versuche oft, mit Stereotypen zu brechen. Ich denke, davon gibt es auch im Punkrock eine Menge. Als ich die Songs für das letzte Album schrieb, wollte ich damit sagen: It takes a man to be a mouse. Man muss seine Schwächen zugeben können. Viele Leute denken, dass Menschen wie ich absolut harte Kerle sein müssen. Doch das stimmt eben nicht. Ich habe gelernt, in den Spiegel zu sehen und mir zu sagen: Mike, du verhältst dich gerade wie ein Idiot. Es hat eine Zeit gedauert, bis ich das eingesehen habe. Aber dazu gehört eine Entwicklung, ein Heranwachsen. Und ich glaube, davon handelten im Grunde alle unsere Platten. Es kommt darauf an, sich weiterzuentwickeln.
Mike, du hast nie einen Hehl aus deinem Leben gemacht. Als du damals ins Gefängnis musstest, hieß dein nächstes Album \\"Prison Bound\\". Du hast immer die Wahrheit über dich erzählt, und so etwas schafft Credibility.
C: Ich glaube, das Wort Wahrheit ist ziemlich gefährlich. Ich meine, es gibt verschiedene Wahrheiten. Subjektive Wahrheiten. Und du kannst schließlich nicht mehr als 20 Jahre lang dein Leben leben und dich dabei ständig hinter einem Fake verstecken. Es ist also kein Trick, sich Glaubwürdigkeit zu bewahren, sondern eine Pflicht, wenn du so lange im Business bestehen willst. Das trifft auf Social Distortion und die Toten Hosen gleichermaßen zu.
Auf fast jedem Hosen-Konzert ladet ihr auch hierzulande relativ unbekannte Bands ein, denen ihr die Möglichkeit geben wollt, sich eurem Publikum vorzustellen. Was sind die Gründe dafür?
C: Wir haben immer Bands eingeladen, die wir selbst gerne mochten, und haben sie als absolut gleichwertig betrachtet. Das gilt auch für unser Team. Wenn wir mitbekommen, dass jemand aus der Crew die Band respektlos behandelt, feuern wir denjenigen. Das ist eine goldene Regel bei uns. Respektlosigkeit wollen wir nicht tolerieren. Ich versuche auch immer, mir wenigstens 20 Minuten lang diese Bands anzuschauen, bevor ich mein Warm-up machen muss.
M: Es ist nicht immer ein Vergnügen für Bands, als Opener zu spielen. Und es fühlt sich dann schon besser an, wenn man merkt, dass es dem Headliner nicht egal ist, dass man spielt, sondern das Ganze mehr wie eine Party ist. Es wirkt dann auch viel positiver. Man supportet sich dann gegenseitig.
Ihr habt euch also beide eine gewisse Neugier für neue Bands bewahrt. Auf der anderen Seite versucht ihr aber auch immer, eure Einflüsse herauszustellen.
C: Das ist das eigentlich Erstaunliche. Ich meine, wenn wir uns über Musik unterhalten - unsere und die von Social Distortion -, dann wird das immer etwas ganz Verschiedenes sein. Aber wenn du dir unsere Einflüsse anschaust, die auf uns beide eingewirkt haben, sind es zum großen Teil dieselben. Natürlich gibt es aber auch da Unterschiede. In unserem Fall ist das zum Beispiel Johnny Cash. Ich habe nie einen Zugang zu seiner Musik gefunden, aber Mike hat schon sehr früh die Qualität von Cash erkannt.
M: Das geht auch auf eine frühere Fragestellung zurück. Wir haben von unseren Idolen gelernt, wie man Geschichten erzählen kann und dabei ehrlich bleibt. Bei mir geht das sogar bis auf die Folkmusik der 20er-Jahre zurück, als es in Amerika die große Wirtschaftskrise gab. Auch da wurde die Realität besungen. Ähnlich wie später im Punkrock. Beides ist eine Art Klassenmusik, die auf Missstände und soziale Ungerechtigkeit hinweist. In gewisser Weise sind solche Songwriter also den Reportern sehr ähnlich.
C: Ich glaube, in Deutschland haben wir diese Tradition nicht. Hier ist Folkmusik eher wie eine Droge für das Volk, um es ruhig zu halten. Es wird dabei nicht wirklich auf soziale Probleme hingewiesen. Hier gibt es nur leichte Kost, wo es um Liebe und dergleichen geht. Politisch wird es da schon eher bei den Iren. In Irland gibt es eine große Tradition der Volksmusik, die sich mit kritischen Themen beschäftigt.
Die Toten Hosen waren aber immer auch eine politische Band, anders als Social Distortion. Mike, ihr habt nie politische Songs geschrieben. Wenn du soziale Missstände angesprochen hast, war das immer stark autobiografisch geprägt. Doch bei deinen Konzerten in Deutschland prangerst du offen die Regierung Bush an. Zeichnet sich da ein Kurswechsel bei Social Distortion ab?
M: Vielleicht. Ich war zwar bis zur zwölften Klasse in der Schule, aber ich glaube, aufgegeben habe ich sie bereits in der sechsten Klasse. Also bin ich hier im Nachteil. Ein richtiges Interesse an Politik habe ich erst in den letzten zehn Jahren entwickelt. Und dieses Interesse wächst seitdem ständig. Für mich ist es faszinierend, nach Deutschland zu kommen und zu merken, dass die Menschen hier ein größeres Interesse und ein größeres Wissen über die Politik der USA haben als die Amerikaner selbst. Wenn man hier etwas gegen Bush sagt, wird gejubelt. In den Staaten habe ich dagegen sogar mal eine Schlägerei gehabt, nur weil ich etwas gegen Bush gesagt habe. Ich bin froh, dass ich dieses Interesse auch bei mir entdeckt habe. Besser spät als nie. Ich meine, auch ohne hier für irgendeine Seite die Fahne hochhalten zu wollen, hab ich doch eine gewisse Verantwortung, gerade den jüngeren Zuhörern gegenüber, sie für Politik zu sensibilisieren und ihnen die Wichtigkeit eines eigenen Urteils zu vermitteln.
Campino, die Toten Hosen haben auch immer witzige Texte zu ihren Songs. Wie lässt sich das mit dem politischen Anspruch vereinbaren?
C: Wir saßen im Grunde von Anfang an zwischen den Stühlen und haben auf der einen Seite witzige Texte geschrieben und auf der anderen Seite politische Aussagen gemacht. Natürlich kommen damit einige Leute nicht klar, aber ich finde, es ist okay, wenn sich beides die Waage hält. Es ist ja nicht alles Politik, was uns beschäftigt, sondern es ist das ganze Leben, und da gehört Spaß eben auch dazu. Ich glaube, die meisten Leute verstehen das und respektieren es auch.
Neben euren Texten engagiert ihr euch auch politisch wie zuletzt bei Live 8 oder auf Plakaten der Tierschutzorganisation PETA. Das geht so weit, dass ihr sogar euren lokalen Fußballverein Fortuna Düsseldorf durch Trikotsponsoring supportet habt. Ist das reines Selbstinteresse oder auch ein bisschen Kalkül?
C: Kein Kalkül. Dass wir zum Beispiel die Fortuna unterstützen, ist beileibe keine Politik. Das machen wir aus Spaß, und es hat dem Verein ja auch nicht wirklich geholfen. Das Ganze entstand auf einer Tour von uns: An einem Abend hat die Fortuna in der zweiten Liga gegen einen wirklich lächerlichen Verein verloren, und wir haben uns gedacht, dass wir es uns nicht leisten können, aus einer Stadt mit einem so schlechten Verein zu kommen. Also haben wir ihnen einen Spieler gekauft. Für eine kurze Zeit spielten sie dann auch besser, und wir fanden es natürlich cool, dass das Team mit unserem Logo auf dem Shirt gespielt hat. Die Trikots der Jugendmannschaften finanzieren wir noch heute. Wenn wir bei etwas mitmachen, dann stehen wir auch hundertprozentig dahinter.
Mike, ich weiß aus früheren Interviews, dass du dich nicht sonderlich für Sport interessierst. Hat sich das geändert?
M: Nicht wirklich. Ich mag Boxen und Hockey, aber ich bin kein Fan. Manchmal schaue ich die World Series im Football. Wie letztes Jahr, als die Red Sox nach etlichen Jahren endlich wieder im Finale waren. Das fand ich spannend.
Wenn man so lange im Biz ist wie ihr und so viel erreicht hat, was gibt es dann noch für Ziele, die man in Zukunft erreichen möchte?
M: Ich weiß nicht, ob es ein feststehendes Ziel gibt. Für mich ist es nur wichtig, am Ball zu bleiben, unterwegs zu sein und mich weiterzuentwickeln.
C: Ich glaube, man kann das nie im Voraus sagen. Dinge entwickeln sich mit der Zeit, nicht alles ist geplant. Wir haben noch lange nicht alles erreicht. Sowohl persönlich als auch musikalisch. Ein Traum, den ich vielleicht noch habe, ist, irgendwann mal einen perfekten Song zu schreiben.
Ich danke euch beiden für das Gespräch.
M: Ich hab noch eine letzte Frage an dich - wo zur Hölle sind wir hier eigentlich? Ich meine, es ist ja eine schöne Gegend, aber ich habe nicht die leiseste Ahnung, wo wir hier eigentlich sind ...
Artikel kommentieren
Mehr Infos
Kommentare
Artikel kommentieren - Mehr Forumsdiskussionen
Social Network Login

Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
MEIST GEKLICKT
- 01 Wes Anderson / Moonrise Kingdom...
- 02 Light Asylum - im South by Southwe...
- 03 The Hives - Größenwahn als Inszenierung
- 04 Woodkid / Yoann Lemoine - Vom Kind...
- 05 Best Coast - Coverstory
- 06 Damon Albarn - Ich habe immer das ...
- 07 Friends - Live is life
- 08 Im Koffer der... - Scissor Sisters
- 09 Auf Reisen mit... - Ladyhawke
- 10 Hot Chip - Auf dem Laufsteg
- ... mehr
INTRO-TV
- » ESC 2011: Unsere Favoriten...
- » SXSW / South By Southwest 2011...
- » In Bed With Kreator - Videobl...
- » So wars bei der Gamescom - In...
Gruppen
GelaSkins
Die besten Skins auf dem Planeten.
Original Kunstdrucke von ausschließlich lizenzierten Künstlern (von zeitgenössisch über Urban StreetStyle). Individualiserung total für Laptop, Netbook, iPod, iPhone, Blackberrie & Gaming.
Find yours & join it: www.gelaskins-deutschland.de




