The Departure

Abfahrt im Nightliner

21.06.2005, 18:06, Text: Joachim Schaake, Joachim Schaake

“Dark music that you can dance to”, beschreiben The Departure die Musik ihres Debütalbums “Dirty Words”. So so, das machen doch Interpol schon, denken da sicher viele szenekundige Leserinnen und Leser dieses Magazins und haben gleich eines der Hauptprobleme der jungen Band aus Northampton benannt. Einerseits ist es zweifelsohne eine schöne Geschichte, dass fünf Kids aus der Provinz im vergangenen Jahr ein Demo aufnahmen, dieses offensiv und überambitioniert allen wichtigen Labels in London präsentierten und bereits ein paar Wochen später nach gerade einmal fünf gespielten Gigs einen Plattenvertrag bei Parlaphone unterschreiben durften.

Und wahrscheinlich nicht mal zu schlechten Konditionen, denn allein dessen Vorschuss treibt ein breites Grinsen in ihre Gesichter und beschert ihnen zudem einen solide ausgestatteten Nightliner. Mit dem cruisen sie derzeit als Supportband von Hot Hot Heat durch Europa, und die Leute tanzen tatsächlich zu ihrer dunklen Musik. So weit ist das Ganze höchst unbedenklich. Schon eher bedenklich ist die äußerst unglamouröse Selbstüberschätzung, die sich in Statements wie diesem von Sänger David Jones äußert: “Es gibt immer Bands, deren Songs gut genug sind, um zehn Jahre zu überleben. Ich denke, wir sind eine von denen.” Doch auch das verzeiht der alternde Rockmusikjournalist mit gönnerhafter Kids-are-alright-Geste und schmunzelt höchstens etwas über die von Bassist Ben Winton gezogenen Vergleiche mit den frühen U2, The Cure oder Depeche Mode. Immerhin haben The Departure in ihrer kurzen Karriere auch schon für Gang Of Four eröffnet. Auf die Frage, ob man denn jetzt down sei mit denen, antwortet David Jones ganz ohne Augenzwinkern: “Na ja, die sind ja schon ein bisschen älter, die sind eher unter sich geblieben.”



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aus Intro #129 (Juli 2005)
 
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