
Kevin Blechdom
Präventive Selbstzensur
21.06.2005, 18:04, Text:
Jan Kedves,
Jan Kedves
Würde man Kevin Blechdom in einem Fanbrief beichten, dass man neben ihrer Musik nichts anderes mehr hören möchte – keine Joanna Newsom, keine Feist, keine Roisin Murphy –, würde sie die Stirn in Falten werfen und antworten, dass sie das für ungesund hält: Die Frau weiß selbst zu genau, dass sich ihre perfiden Gabber-Pop-Balladen nicht zur dauerhaften Alltagsbeschallung eignen. Während sich Momente des emotionalen Schlingerns von ihnen umso treffender begleiten lassen. Die gern als kauzig beschriebene Frau, Kristin Erickson mit bürgerlichem Namen, macht keinen Hehl daraus, dass ihre Musik autotherapeutisch motiviert ist. Andere rennen durch den Park, um den Kopf klar zu kriegen, Kristin spielt Banjo, programmiert Beats und inhaliert Lachgas: “Sonst dreh ich durch”, erklärt sie.
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