
The Raveonettes
Spurensuche
21.05.2005, 10:17, Text:
Serafin Brock,
Serafin Brock
Der unmittelbare Mehrwert eines Raveonettes-Albums ergibt sich für den enzyklopädisch veranlagten Musikfreund in erster Linie durch die liebenswerte Detailversessenheit seiner Schöpfer. Die Fülle an Rück- und Querverweisen in die Geschichte der Rock-, Pop- und Film-Kultur der Fünfziger- und Sechzigerjahre, mit der Sune Rose Wagner und Sharin Foo ihre musikalischen Kleinode stets anreichern, birgt grob geschätzt mindestens acht Wochen ungebremsten Rätselspaß. Auch auf “Pretty In Black”, dem zweiten Longplayer des dänischen Duos, gibt es wieder einiges zu entdecken: Befreit vom Jesus-And-Mary-Chain’schen Feedback-Noise und dem selbst auferlegten strengen Regelwerk hinsichtlich Harmonie-Hegemonie (b flat minor), ist der Follow-up zum 2003er-Album “Chain Gang Of Love” bis zum Bersten gefüllt mit musikalischen Zitaten (Beach Boys, Velvet Underground, Phil Spector), Coverversionen zu Unrecht erfolglos gebliebener Sixties-Kult-Tracks (“My Boyfriend’s Back”) und aus dem Vorruhestand erretteter Stil-Ikonen (Martin Rev, Ronnie Spector, Moe Tucker).
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