Die Türen

Die Förster

21.05.2005, 10:10, Text: linus volkmann, linus volkmann
[7 Kommentare]

Lebt man in dem Forum unserer Webseite intro.de, ist vieles, was es zu der Band zu sagen oder erklären gibt, längst verinnerlichtes Alltagswissen. Denn Die Türen wurden nach wenigen Gigs hier begeistert weitererzählt, bestaunt und hochgeschaukelt, sodass ihre Beliebtheit schnell nach außen schwappte, um sich dort weiter zu verselbständigen. Vor einigen Jahren galt es bei Major-Firmen als clever und zeitgemäß, extra Agenturen anzuheuern, die über so genanntes Guerilla-Marketing in Netzforen Awareness für neue Acts schaffen sollten. Schäbiger Scheiß, meist auch von den Usern als solcher entlarvt und geächtet. Mittlerweile hat sich diese Praktik selbst überholt.

Aber anhand der Türen-Story sieht man mal, wie es gemeint gewesen wäre. Wie es sich der Präsident der Deutschen Phonowirtschaft in seinen heißesten Träumen einst vorgestellt hatte. Nur mit dem Unterschied, dass Die Türen tatsächlich von unten nach oben wuchsen. Und so kommt man nun, wenn man hysterischen, witzigen, tanzbaren PopPop mag, an einer Band nicht mehr vorbei, von der sicher nicht nur ich zu Anfang dachte, der Schulhofhumor-Name sei mindestens ein Verweis auf Unzurechnungsfähigkeit, wenn nicht gar darauf, dass das Ganze ein Fake ist.

Die drei Türen-Characters – Ramin (der exotische Pimpie-Legionär mit den dunklen Augen), Gunter (der sensible Rocker, der einen dauernd in den Arm nimmt) und Maurice (der gutmütige Professor) – haben nun ihre zweite Platte draußen. “Unterwegs Mit Mother Nature” heißt sie und macht so das Band-Erlebnis gleich wieder spürbar. Denn dieses Spiel mit der Sprach-Peinlichkeit fasst einen ja direkt an. “Stück mal’n Rück, zum Bleistift” war einst in einem Max-Goldt-Text der Inbegriff von fehlgeleitetem schmerzhaftem Sprachwitz. “Aber wo Schmerz ist, ist auch Leben”, heißt es in einer bekannten Sitcom. Und daher liegt die Genialität der Türen gerade hier. Sie albern mit dem eigentlich Unsagbaren herum und treffen mit all den (vermeintlich) falschen Tönen immer den richtigen.

Ach, die Zeilen schon voll? Mist. Na, das noch: Münster vs. Berlin. Die Jungs kannten sich über die Münsterszene (Gautsch, Samba, Erobique, Novotny TV etc.) schon vor Berlin. “Ich schäme mich sicher nicht für meine ländliche Herkunft. Aber Berlin ist ein guter Katalysator für eine neue Band, man kann auftreten, ohne dass man sich dafür ein Bein ausreißen muss. Und da wir natürlich auch auf Slackerniveau rumkrebsen, liefert die Stadt eine entsprechende Infrastruktur”, sagt Maurice, der zuletzt übrigens noch mit dem schneeweißen Trainingsanzug, mit dem Missy Elliott immer in die Oper geht, sein HipHop-Nebenprojekt Boygroup (mit u. a. Viktor Marek) live vorführte. Neue Anzüge, neue Hits, neuer Wahn, demnächst sogar ein Försterroman von den Türen, und die Millionen Zeichen Rest, die noch fehlen, finden Sie wie gesagt im Web-Forum unseres Magazins.



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aus Intro #128 (Juni 2005)
 
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  • User: lucktrone
  • lucktrone 24.05.2005 | 17:01:23
    summer fever!
    lang leben die türen!
    die neue scheibe ist schön eingängig und bereitet mir stets gute laune!
    ich glaube ich lege sie mal rein....

  • User: Klangjunge
  • Klangjunge 24.05.2005 | 17:19:28

    Was für eine geile Amazon-Anzeige ;-)

    Schöner Text, Linus!!!

  • Gero von Goell 24.05.2005 | 17:34:24

    “Unterwegs Mit Mother Nature”?

  • User: Harold Z
  • Harold Z 24.05.2005 | 17:36:31

    Die lustigen Jungs von der Gurkentruppe halt.




    (Intro mein ich, nich die Türn)

  • vomdreier 24.05.2005 | 17:40:47

    mother earth war doch ne randrelevante band oder? möddl?

    aber der artikel traut sich irgendwie absichtlich nichts falsches zu sagen, eine hommage an dieses beschissene forum.

  • User: lucktrone
  • lucktrone 24.05.2005 | 17:59:14
    summer fever!
    vomdreier wenn du die jugopunktapes bekommst sieht die welt schon wieder besser aus!
    nächste woche sind sie fertig!

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