Yuppie Flu

Durchhalten im Niemandsland

20.05.2005, 22:48, Text: Christian Steinbrink, Christian Steinbrink

Jahrelang waren Yuppie Flu die ruhelosen Wanderer in den Koordinaten des europäischen Indiepop: Italiener und allein aufgrund dieses Umstandes schon benachteiligt, brachten sie stets schöne Platten auf verschiedenen europäischen Kleinstlabels heraus und ernteten dafür all die Meriten, die in diesen Relationen zu ernten sind. So führte sie ihr Weg für ihre vorletzte Platte “Hollow Beep” auch schon einmal nach Dresden, zum dort ansässigen Doxa-Label, eine Phase, die von Bassist Francesco rückblickend so beschrieben wird: “Wir haben immer versucht, unsere Musik von Labels in Ländern veröffentlichen zu lassen, die potenziell Erfolg versprechend für uns sein könnten.

Doxa hatten uns damals kontaktiert, nachdem sie eine unserer früheren Veröffentlichungen gehört hatten. Dadurch hatten wir auch die Möglichkeit, eine ganze Menge Gigs in Deutschland zu spielen, was uns in jeder Hinsicht einen großen Schub gab.” Nun stehen die Zeichen bei den vier Männern aus Ancona aber auf Sesshaftigkeit: “Toast Masters” ist schon die zweite Platte in Folge, die sie beim heimischen und überdies vorzüglichen Label Homesleep veröffentlichen. Sänger Matteo ist in die Arbeit der Firma involviert, und auch sonst scheint diese Heimstatt Yuppie Flu nun endlich richtig zu passen: “Das sind sehr gute Freunde von uns. Außerdem hat Homesleep eine große Rolle in der Entwicklung einer Art Infrastruktur für Gitarrenpop in Italien gespielt. Ursprünglich bestand ihre Idee darin, sowohl ausländische Bands dem italienischen Publikum nahe zu bringen, als auch gute italienische Musik im Rest der Welt bekannt zu machen. So haben sie es schon auf eine ganze Reihe exzellenter Veröffentlichungen gebracht.” In diese Riege kann sich “Toast Masters” bruchlos einreihen lassen.



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aus Intro #128 (Juni 2005)
 
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