Kettcar

Wider den Kanon der Beschissenheit

25.02.2005, 17:15, Text: Rasmus Engler, Rasmus Engler
[4 Kommentare]

›Von Spatzen Und Tauben, Dächern Und Händen‹ heißt das Anfang März erscheinende zweite Album von kettcar. Viel Wortgeklapper braucht die Hamburger Band zur Vorstellung wahrlich nicht. Seit im Oktober 2002 ›Du Und Wieviel Von Deinen Freunden‹ erschien, dürften einige tausend Kilometer von Papierbahnen und einige Kubikkilometer Internet mit Befindlichkeiten zur Befindlichkeit, mit Monologen zum Für und Wider, mit Eitel- und Geschwätzigkeiten, mit klugen und auch mit klassisch verbohrten Zeilen gefüllt worden sein. Fernab vom faulenden Seetang der sich selbst erstickenden Musikindustrie verkauften kettcar bis dato über 30.000 Einheiten ihres Debüts.

Warum nun erneut diese eigentlich überflüssige Zahlenangabe? Weil sie möglicherweise eine der Antworten auf die Frage birgt, warum die Entscheidung zu einem Ja oder Nein zu kettcar nachgerade dogmatische Züge angenommen hat.

Ein Fall für Polarisierungsgegner waren kettcar von Anfang an nicht. In bestimmten Kreisen fliegen Hass- und Speichelfäden, wann immer die Rede auf die fünf Herren kommt. Begriffe wie Kumpelmucke und Betroffenheit werden durch die Hinterzimmer der aufrechten Boheme und der Studierstuben der Sozialpädagogen mit schlecht geschnittenem Iro gezischt: Der Feind, darüber ist man sich im Klaren, sitzt im Neuen Kamp zu Hamburg. Zwar bewegen sich kettcar kein Jota ins Siechenhaus der dummdreisten Deutschtum-Wellness, noch fabrizieren sie den oftmals halluzinierten \"Schweinerock\". Nicht wenige, mit denen ich im Vorfeld des Gesprächs mit Frontmann Marcus Wiebusch sprach, winkten mit dem Verweis auf Neid und Missgunst der Nörgelschwadronen ab - aber macht man es sich so nicht allzu leicht?

Wiebusch: \"Interessanterweise war der Generalvorwurf, den wir uns auf die Fahne schreiben lassen mussten, dass wir auf dem ersten Album sehr befindlichkeitsfixierte, nach innen gerichtete Texte hatten, die nur das eigene Seelenheil behandelt haben, musikalisch ›zu glatt und ohne neue Impulse‹ waren und damit auch noch so erfolgreich wurden. Das hat am Anfang von kettcar noch nicht sonderlich viele Leute interessiert, aber dann wurde die Band wie von Zauberhand immer bekannter, und daraufhin kamen verstärkt diese Angriffe, was mich spüren lässt, dass diese Leute das Gefühl haben, man müsste sich gegen ›die erfolgreichen kettcar‹ abgrenzen, weil man dann a) besser dasteht und b) die Szene so, wie man sie für sich selbst konstituiert hat, unverändert beibehält, in ihrem Status quo belässt. Vielleicht wälzen wir ja was um. Was ich selber letzten Endes nicht wirklich sehe - und Neid und Missgunst spielen da sicherlich auch mit hinein. Nicht als Hauptmotiv, aber man muss es als kleinen Teil der Sache auf jeden Fall auch benennen.\"

Einer der Hauptangriffspunkte, auf die kettcar stetig aufs Neue reduziert werden, ist der einer wie auch immer gearteten Kumpelhaftigkeit.
Das habe ich nie verstanden. Was bedingt denn die Kumpelhaftigkeit? Dass ich zu oft \"wir\" sage? Das einzig Kumpelhafte, was ich an der Band sehe, ist, dass wir eben nicht übertrieben arrogant sind, nicht viele Berührungsängste mit den Fans haben. Aber für jeden Fan, der sagt, dass wir Typen sind, mit denen man geil saufen kann, wirst du auch einen finden, der uns für arrogant hält. Den Vorwurf finde ich wahnsinnig konstruiert. Die zentralen Songs auf dem ersten Album waren ja ›Landungsbrücken Raus‹ und mehr noch ›Balkon Gegenüber‹, und da ist immer von einem \"ich\" die Rede. Der einzige wirkliche \"wir\"-Song war ›Ausgetrunken‹, wo es so halligallimäßig abgeht, aber dieses Kumpelhafte sehe ich definitiv nicht. Und ich habe es auch nie darauf angelegt, ein großes Wir heraufzubeschwören - ich und meine Leute da draußen. Die Lieder sind einfach nicht auf große Verbrüderungsgesten angelegt. Ich kann das einfach nicht nachvollziehen, aber wenn es auf einige so wirken mag ...

Auf dem neuen Album sehe ich das ja auch in gar keinem Falle mehr. Es gibt da eindeutig den Schritt vom Wir zum Ich, vom Ihr zum Du. Du hast gesagt, dass die Texte jetzt weniger autobiografisch sind, während ich den Eindruck habe, dass sie eben genau das sind. Sie lassen weniger Interpretationsfreiraum, haben weniger Identifikationspotenzial. Gerade wenn man die politischen Texte beiseite lässt, hatte ich den Eindruck, dass die Lieder sogar noch expliziter mit deinem Leben zu tun haben.
Du meinst zum Beispiel ›Balu‹?

Genau.
Komplett ausgedacht. Der einzige Song, der von mir handelt, ist ›Nacht‹. Das ist mein Lied für meine Liebste. Das bin eins zu eins ich. ›Balu‹ ... das bin auch ich, aber auf so einer ganz sublimen Ebene. Und mit ›48 Stunden‹ habe ich gar nichts zu tun. Das ist wie bei einem Schriftsteller, der sich einen Roman ausdenkt. Aber: Man kann nicht sagen, dass die gefühlvollen, nicht politischen Texte mehr eins zu eins sind als früher.

Gerade den Text von ›Balu‹ fand ich anfangs tatsächlich haarsträubend. Ich habe mich mit dem Lied aber eben deswegen angefreundet, weil ich mir gedacht habe: Der Wiebusch darf das.
Das ist der beste Song, den ich je geschrieben habe. Da bin ich ganz sicher. Das sage ich nicht im Überschwang des frischen Albums. Das war ein Achttausender, und ich habe ihn genommen. Der innere Kern des Liedes ist hart - es geht darum, Liebe zu bereinigen von all den Projektionen, die uns Hollywood und jeder beschissene Roman anbieten, und darum, Liebe einfach so zu begreifen: dass Liebe anfängt, wenn Romantik weg ist. Und dass dieses Lied nicht allzu viel Bitterkeit ausstrahlt, weil auch einige humorige Elemente vorhanden sind, das erachte ich persönlich als ziemlich geglückt. Wenn ich mir diesen eitlen Ausfall erlauben darf.

Was mir bei den persönlichen Songs aufgefallen ist: Es kommen immer wieder Passagen vor, die Lebenswege reflektieren. Zum Beispiel die Entscheidung, alles auf eine Karte zu setzen und von der Musik leben zu wollen: ›Die Ausfahrt Zum Haus Deiner Eltern‹ nicht zu nehmen, \"die Welt voller Männer, das Leben eines Jungen ...\"
In dem Falle finde ich mich natürlich im Ich des Erzählers wieder. Der Satz ist ja ziemlich zentral in dem Song, und wenn man sich für solch einen jugendlichen Halligalli-Weg entscheidet, dann ist es offensichtlich so, dass man, wenn man mit den Realitäten und Verantwortlichkeiten des Lebens konfrontiert wird, sich umschaut - und man sieht nur Männer und führt selbst noch das gleiche Leben wie vor fünf Jahren.

Ein gern getätigter Vorwurf ist ja stets die angebliche Depolitisierung. Dass man ja so viel revolutionäres Potenzial verschwendet, weil man den Kids und den in Agonie verfallenen Angestellten nicht die Augen öffnet.
Es gibt ja nur zwei politische Texte auf der Platte, ›Deiche‹ und ›Einer‹. ›Einer‹ zählt die Dinge auf, denen man die Schuld gibt an allem, weil man sich die Welt einfacher macht, als sie es eben ist. Und wenn man sich deutlich dagegen ausspricht, dass alle genau das tun, dann ist das politisch. Und der andere Song, ›Deiche‹, ist natürlich viel nahe liegender, da geht es darum, dass man zu einem bestimmten Zeitpunkt gemerkt hat, dass ziemlich viele Leute die Schnauze einfach voll haben davon, wie es hier ist. Weil es eben ungerecht verteilt ist. Und ich finde, man kann es auf dieses alte einfache Motiv runterprügeln. Der Song ist aber dennoch ambivalent, weil er gleichzeitig die eigene Position, die eigene Hoffnungslosigkeit mitthematisiert. Du hoffst: erste Person Plural. Weißt: aber nicht mit mir. Das muss man einfach mitdenken. Auf der einen Seite will ich natürlich das bessere Leben für die Hausfrau am Ende der Straße (a.k.a. soziale Gerechtigkeit), auf der anderen Seite kotzen mich die Leute natürlich auch an.

Siehst du solche Aussagen als Reflex auf die immer virulenter werdende Entpolitisierung von Musik und Szene, das sportive Trallala und die Grinsefresse der Gemeinschaftsduseligkeit?

Nein. Was die Leute nicht verstehen, ist, dass ich auf der ersten Platte genauso politisch gewesen bin wie jetzt. Ich reagiere natürlich, und ich habe immer weniger Hoffnung. Nur weil ich nicht mehr ausschließlich politische Songs schreibe, bin ich ja kein weniger politischer Mensch. Bestimmte politische Ideale bleiben einfach.

Ich habe mich textlich einfach in verschiedenen Richtungen ausprobiert, das äußert sich in eher sinnfreien Stücken wie ›Stockhausen, Bill Gates Und Ich‹, das äußert sich in meinem ersten Liebeslied und eben auch darin, dass wieder zwei politische Texte enthalten sind. Das sehe ich nicht als Reflex.

Wobei ihr euch ja auch durch ein gewisses Nicht-Mittun positioniert. Den Beitrag für die Käsblatt-Compilation ›NeuDeutsch‹ der Rock-Illustrierten Stern habt ihr, ohne die große Glocke zu läuten, rundweg abgelehnt.
Wir haben ja ganz konkret das Angebot bekommen, bei dieser Stern-Compilation dabei zu sein. Und uns war vorher klar, wir wollen überhaupt nicht mehr auf einen deutschsprachigen Sampler. Was wir denen dann gesagt haben, war, dass wir auf keinen Fall auf einen Deutsch-Pop-Sampler mit dem Wort \"Deutsch\" im Titel mit drauf gehen. Das ist natürlich letzten Endes ein Schwachsinnsargument, weil, ob es jetzt ›NeuDeutsch‹, ›New German Liedgut‹ oder ›Junge Helden‹ heißt, ist dann auch scheißegal. Wir sind ja auf so doofen Samplern, das empfinde ich jetzt auch als Fehler, auch wenn ich es nicht so dramatisch sehe, wie es zum Beispiel Blumfeld in ihrem Statement beschrieben haben, in dem sie ja einer ganzen Reihe von Bands Naivität oder Kalkül unterstellen. Das finde ich wahnsinnig ungerecht. Ich halte diese Pop-Sampler für ein kleines lästiges Gräuel; was viel schlimmer ist, ist, wie sich ein Nationalbewusstsein manifestiert durch die Heppners dieser Welt, diese ›Wir Sind Wir‹-Geschichte ..., oder auch durch Mia., da müssen wir nicht drüber reden, wie die sich verhalten haben mit ihrer Kampagne, die sie angezettelt haben. Dass solche Bands was auf den Deckel verdient haben, darum geht es. Klar, diese Sampler sind die Hölle, aber in einem Jahr wird sich dafür keine Sau mehr interessieren, weil sie das Pferd totreiten wie die Wahnsinnigen. Das sind ja größtenteils Industriesampler, weil die aus so einem Quatsch wie \"Neue deutsche Popwelle\" den letzten Pfennig rausquetschen wollen. Ich sehe das jetzt mal ganz unspektakulär und sage: Mein Feind ist Heppner und bestimmt nicht die Bands, die auf solchen Samplern vertreten sind.

In ›Stockhausen, Bill Gates Und Ich‹ heißt es recht konfrontativ \"auf deinen Shirts stehen Dinge, die du gerne wärst, nicht die du bist\" - inwieweit wird hier versucht, zu den allzu unreflektierten Partygästen, die sich nun mal mittlerweile auf kettcar-Konzerten austoben, eine gewisse Distanz aufzubauen?
Wenn mehr als fünfhundert Leute kommen, dann kommen auch die T-Shirts von Bands, mit denen keiner was zu tun haben möchte. Das ist einerseits eine Absage an den Massengeschmack, wenn ich solche Leute direkt kritisiere, aber andererseits weiß ich, dass es völlig affektiert daherkommt, wenn man populäre Musik macht und dann versucht, sich zunehmend von den eigenen Fans abzugrenzen! Das wäre einfach zu aufgesetzt. Lieder wie ›48 Stunden‹ oder ›Balu‹ können nun mal jeden ansprechen. Und dann kommen sie alle. Und dann setzen bestimmte Radiostationen diese Lieder auf ihre Playlists. Und ich kann mich nur innerhalb meiner Kunst positionieren, so wie ich das für richtig halte. Sich innerhalb dessen allzu übertrieben abzugrenzen, das ist einfach nicht unser Weg.

Wobei sich nun die Frage stellt, ob es gerade aus einer solchen Position heraus nicht nahe liegend wäre, den Leuten bewusst schwerere Brocken vorzulegen, mit denen sie sich auseinander zu setzen haben, die sie schlucken müssen.
Das haben wir ja bei den ersten beiden ...But-Alive-Platten umzusetzen versucht, auf einer relativ undogmatischen und selbstreflexiven Ebene. Diese Zeiten sind aber für mich einfach vorbei. Aus der jetzigen Situation betrachtet, war ich damals einfach eingebettet in ein bestimmtes Umfeld, die Hardcore-Szene mit all den gewachsenen Strukturen. Du konntest ja ohne mit der Wimper zu zucken vier Wochen lang auf eine AJZ-Tour gehen, und du wurdest überall ziemlich gut behandelt. Mir war aber damals schon klar, dass ich keinen Böhse-Onkelz-Fan auf die richtige Seite ziehen würde. Wir haben Sätze formuliert, Hoffnungen, Wünsche, Projektionen für diese Menschen mitformuliert, aber man macht halt, was man macht, weil man keine andere Wahl hat, und man kommt in eine andere Stadt und findet dort Verbündete. Diese gleich Gesinnten finde ich heute nirgendwo mehr. Außer vielleicht in Hamburg bei meinen zehn Leuten. Jetzt mache ich einfach Texte, von denen ich glaube, dass sie niemandem mehr ins Gesicht schlagen müssen, weil ich glaube, dass ich das lange genug getan habe. Damit ist das Kapitel für mich auch beendet. Der Glaube daran, mit politischen Songs irgendetwas verändern zu können, ist verschwunden. Mir fällt ja auch keine gute politische Band ein. Von Spar etc., das ist preaching to the converted, das ist das Abnicken von hippen linken Zirkeln ... da ist jede Tocotronic-Platte tausend Mal politischer.

Wie so oft besteht auch und gerade bei kettcar die Gefahr, dass bei aller inhaltlichen Auseinandersetzung der ja nicht unerhebliche Faktor Musik ein wenig außer Acht gelassen wird. Die Einordnung der Band fiel mir nie sonderlich leicht, und oftmals halten sich Rezensenten, erzürnte wie verzückte, in dieser Hinsicht reichlich bedeckt.
Wenn man uns fragt, sagen wir, dass es Pop ist. Aber wir wissen natürlich, dass das der größtmögliche Nenner und demnach auch Quatsch ist. Reimer ist glühender Housemartins-Fan, ich höre zusehends Singer/Songwriter-Kram, und es ist offensichtlich so, dass ich schlicht und ergreifend Pop-Jünger bin. Ich will und kann keinen großen musikalischen Gegenentwurf aus dem Ärmel zaubern. Ich kann nur das, was ich liebe. Und das sind Drei-Minuten-Songs ... Ich bin schon gar nicht mehr Fan von Bands, ich bin Fan von Songs. Ich gehe bei Konzerten manchmal nach dem einen bestimmten Song, den ich hören wollte. Das ist es wohl, was kettcar ausmacht: dass wir uns nicht an Bands orientieren, sondern an Songs.

›Von Spatzen Und Tauben, Dächern Und Händen‹ klingt dichter, in sich geschlossener und trotz eines gewissen resignativen Charakters mehr denn je nach einer Band, die irgendwo angekommen ist.
Ich finde, dass die Platte noch ein wenig heterogen ist. Ich bin jetzt ein glücklicherer Mensch als zu dem Zeitpunkt, als die erste LP erschienen ist. Meine musikalische Entwicklung ist dahin gehend, dass ich nicht mehr über den Scheiß singen muss, der in mir selber abgeht, einfach so, dass ich mehrere Wege ausprobieren konnte. Nun ja, ich wünschte, ich könnte ein noch homogeneres Album schreiben. Noch mal einen draufsetzen. So doof es auch klingt, aber man merkt dem Album an, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

xxxLinksxxxGrand Hotel Van Cleef
Im Grunde müsste über die Schallplattenfirma keine Silbe mehr verloren werden. Wohl aber gereicht die Tatsache, dass sich hier Künstler und Labelbetreiber in drei Fällen die Frechheit der persönlichen Überschneidung leisten, nicht wenigen zu böswilligen Unkenrufen. \"Wir wollen das Grand Hotel nicht als künstliche letzte Bastion im bösen Meer der Musikindustrie sehen. Natürlich verkaufen wir Musik als Ware! Aber der zentrale und wichtige Punkt ist eben der, dass wir unsere Musiker so behandeln, wie wir selber als Künstler gerne behandelt werden möchten. Wir erklären sehr transparent und glaubwürdig, wie es ist, und versuchen den Bands langfristig eine Perspektive zu geben. Nicht mehr und nicht weniger.\"

Was Heißt Hier Eigentlich Indie-Charts, Digger?
Die Single ›48 Stunden‹ enthält unter anderem den nicht auf dem Album enthaltenen Song ›Was Heißt Hier Eigentlich Indie-Charts, Digger?‹. Damit wird auf die Zeilen \"Landungsbrücken sprengen / Depressive Anekdoten, die keinem etwas bringen außer Geld\" reagiert, die sich auf dem aktuellen Werk einer semi-legendären Hamburger Punk-Combo befinden. Deren Sänger, der zweifelsohne zu den besten Textern aller Zeiten gehört, erregt sich hier meilenweit unter seinem Niveau. Enttäuschend, wie hohl es aus dem Zeittunnel der Punker-Autoerotik daherplärrt. Und aus.

... But Alive
... waren in den so trostlosen 90er-Jahren neben EA80, Boxhamsters, Dackelblut und Knochenfabrik die wichtigste Punkgruppe deutscher Zunge. Vier Langspielplatten, die allesamt auf Marcus' eigenem Label b.a. records erschienen, und im politischen Bereich die wohl besten Texte, die dieses Genre je hervorbrachte, zementieren noch heute den Status der Band. Mit ihrem letzten Werk ›Hallo Endorphin‹ machte die Band einen Schritt weg vom Punk-Schema, der mit Sicherheit größer war als der von ... But Alive in ihrer Endphase hin zu kettcar.

Fan einzelner Songs
Als solcher verließ der Hamburger Musiker Marcus W. Ende Januar das Konzert der Gruppe Velvet Teen, nachdem diese ihr Stück ›Radiapathy‹ gespielt hatten. Sonst stets um größtmöglichen Opportunismus bemüht, muss ich jedoch in diesem Falle sagen, dass das beste Lied auf der CD ›Out Of The Fierce Parade‹ (Slowdime Records) nicht das eben genannte, sondern ›The Prize Fighter‹ ist. (www.thevelvetteen.com)



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aus Intro #125 (März 2005)
 
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  • Immo1978 03.03.2005 | 17:52:24

    "Vier Langspielplatten, die allesamt auf Marcus' eigenem Label b.a. records erschienen,"

    Leider falsch. Nur die letzten beiden erschienen dort. Für die ersten beiden zeichnete Weird System verantwortlich.

  • Immo1978 04.03.2005 | 20:22:37

    Nein, lediglich ein korrigierender Hinweis, der immer angebracht ist, wenn falsches Wissen journalistisch kolportiert zu werden droht. Zumal, wenn eines der verdienstreichsten Punklabels Deutschlands unterschlagen wird.

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