
Tocotronic
Bald fliegt der ganze Schwindel auf
28.01.2005, 15:43, Text:
Aram Lintzel,
Aram Lintzel
Frankfurt am Main, Anfang Dezember 2004. Das neue Tocotronic-Album ›Pure Vernunft Darf Niemals Siegen‹ ist längst fertig gemastert und steht kurz vor der Veröffentlichung. Dirk von Lowtzow (DvL) kann sich wieder einem seiner Nebenprojekte widmen. In einem prall gefüllten Saal der Kunsthochschule Städel inszeniert er ein »Vortrags-Musical«. Thema: Seine Arbeitsweise »unter besonderer Berücksichtigung der Konzepte Langeweile und Schnapsidee«. Am andächtig beleuchteten Schreibtisch sinniert DvL darüber, dass die Langeweile »in so hohem Maße bestimmend für mich und meine Arbeit ist, dass ich fast sagen kann, dass die Langeweile ein Lebensprinzip ist.« Als »blinder Passagier« treibe er auf einem Fluss, und dieser Fluss sei die Langeweile.
Das klingt abstrakt und romantisch. Ein halbes Jahr zuvor, im April 2004, ließ sich ein solcher »best and happiest moment« aber ganz konkret in seiner ganzen Tragweite erleben. Ich besuche Tocotronic während der Plattenaufnahmen im Mamasweed-Studio am Berlin-Kreuzberger Paul-Lincke-Ufer. Als ich abends eintreffe, sitzt die Band nach getaner Arbeit Bier trinkend auf dem Sofa und hört sich die Aufnahmen des Tages an. Ich blicke in leuchtende Augen, in den Bandmitgliedern scheint ein namenloses Glück zu glühen. DvL tänzelt durch das enge Studio und fuchtelt begeistert mit den Armen: »Ein Genie! Ein Genie!« ruft er aus und meint damit Moses Schneider, den Produzenten von ›Pure Vernunft Darf Niemals Siegen‹.
Glücklichste Moments in Kreuzberg
Offenbar hat sich hier in diesem schummrigen Kabuff einer dieser »best and happiest moments« ereignet, eine Art von Gelingen, die glücklich macht. Was war geschehen, wie hatte sich da alles mit allem verbunden? DvL dazu: »Es gab vor den Aufnahmen den starken Wunsch, als Band wieder näher zusammenzufinden. Die Arbeitsweise der letzten Platte war sehr fragmentiert, jeder hat an seinem Ding gearbeitet.« Und Bassist Jan Müller (JM) ergänzt: »Das wollten wir nicht weiter auf die Spitze treiben. Deshalb haben wir diesmal schnell und live aufgenommen. Es gab dann sogar so was wie Jammen, was für uns eigentlich untypisch ist. Das war toll.« Gerade mal acht Tage hat der Studioaufenthalt gedauert. Den unentfremdeten Arbeitsprozess hört man der Platte an, sie klingt direkt, dicht und drängend. Weil fast keine Overdubs hinzugefügt wurden, entstand ein rauer, garagiger Sound, dem man sich kaum entziehen kann. Dennoch hat man nie das Gefühl, dass eine Regression »zurück zum Rock« stattfindet. Auf ›Pure Vernunft Darf Niemals Siegen‹ finden sich viele geschwurbelte Manierismen und selbstironische Taschenspielertricks, die den Verdacht des Authentizismus im Keim ersticken. »Das ist ja eine Sache, die man total verabscheut: fit an den Instrumenten, authentisch und so«, sagt JM. 1:1 ist immer noch vorbei – oder wie es jetzt in dem Song ›Gegen Den Strich‹ heißt: »Das hier ist kein Wörterbuch.« Zugleich – und das ist die große Leistung des Produzenten Moses Schneider – geht diese Klangkompression nicht auf Kosten der Transparenz des Sounds: Jedes Instrument nimmt einen autonomen Ort ein und agiert doch stets in Nähe zu den anderen. Instrumente und Gesang kommunizieren miteinander wie selten zuvor, schmiegen sich aneinander, verschleifen sich, reiben sich oft heftig aneinander auf. Dadurch entsteht ein mitreißender und dringlicher Grundton, ein Sog, der zugleich Gefahr und Geborgenheit verheißt. »Wir wollten uns auch beweisen, dass wir diesen riesigen Produktions-Turm der letzten Platte gar nicht brauchen; im Studio gab es das geflügelte Wort von der ›Dogma-Platte‹«, sagt JM. Möglich wurde das skelettierte und zugleich doch sehr körperlich-energetische Klangbild nicht zuletzt durch den zweiten Gitarristen Rick McPhail. Er war bisher Live-Keyboarder und wurde nun als Vollmitglied aufgenommen. Viele produktionstechnische Maßnahmen, die zu dritt einen längeren Studioaufenthalt erfordert hätten, waren nun live möglich. Zudem hat Rick, so erzählen DvL und JM, viele Ideen beigetragen: »Rick hat einen eher am Sound orientierten Ansatz, das hat extrem gut zu den Stücken der Platte gepasst.« In welchem waghalsigen Spektrum sich Rick McPhails Soundverständnis bewegt, wird klar, wenn man von seinem eigenen Bandprojekt Glacier hört: »Eine Mischung aus Joy Division und Pink Floyd.« Die erste Platte erscheint demnächst, wir sind gespannt.
Limited/Unlimited
Die Formate Band und Rock werden auf ›Pure Vernunft ...‹ neu belebt, dennoch rufen die Songs keine klaustrophobische Indie-Rock-Stimmung hervor. Ein durchgängiger Swing sorgt für optimistische Obertöne. Die historischen Bezüge mögen zwar »Asbach Uralt sein, weil sie aus der Zeit, bevor es das Format ›Alternative Rock‹ gab, stammen« (DvL). Doch werden sie hier nicht sentimental verklärt, sondern in ein zeitgemäßes Klanggeschmeide geflochten. Man denkt an ›Sexbeat‹ von Gun Club, die Go-Betweens, Sonic Youth, C86-Wimppop und bei der Single-Auskopplung ›Aber Hier Leben, Nein Danke‹ an The Fall. Nicht zufällig hört sich diese Namenreihe wie eine Schule der Sound-Askese an – denn nichts auf ›Pure Vernunft ...‹ wurde fett auf Rock getrimmt. Trotz der unüberhörbaren Referenzen sagt JM: »Es war befreiend, sich von Vorbildern frei zu machen; dieses ›Das klingt ja wie‹-Erlebnis gab es im Vergleich zu früheren Platten seltener.« Während die Klangökonomie gegenüber dem Vorgänger ›Tocotronic‹ bewusst sparsam und limitiert gehalten wurde, betreiben die Texte ein semantisches Spiel ohne Grenzen. Schwer verdauliche Vokabeln tauchen auf, vom »All« ist die Rede, von der »Unendlichkeit«, »der Reise ins Licht«, von Angst, Wahnsinn, Zweifel, Exzess und anderen Existenzialien. Zentral ist das Thema des Selbstverlustes: »Ich bin zu weit hinaus gefahren«, singt DvL in ›Der Achte Ozean‹. Nicht nur hier geht es um ein Gefühl der Ortlosigkeit, jenes Gefühl, das sich einstellt, wenn die Anker gelöst sind und nichts einem Sicherheit verschafft. Indem dieses Ausgeliefert-Sein bejaht und nicht beklagt wird, ist etwas Besseres als das behütete ›Hier Leben‹ möglich: ein Leben voller Leidenschaft wider besseres Wissen, eine Hingabe ohne Rückgarantie. »Ich geb’ so viel, bis nichts mehr von mir übrig ist«, heißt es in ›Der Achte Ozean‹. Der Titelsong ›Pure Vernunft Darf Niemals Siegen‹ vertont diesen Ritus der Selbstauflösung auf kongeniale Weise: Ein tribalistisches Schlagzeug trommelt, irgendwann singt beziehungsweise brabbelt ein irrer Seemannschor orientierungslos »lalalala«. Sind wir auf dem Narrenschiff gelandet? Oder haben Tocotronic Dschingis Khan und Adam Ant ins Studio geholt? Weder noch. Was hier vorgeführt werden soll, ist der Moment, wenn man an die Grenzen der Sprache und damit die Grenzen der Vernunft stößt. Dorthin nämlich treiben DvLs Texte unaufhörlich, deshalb hört man wiederholt »aaahhhs« und »ooohhhs«, in denen jedes Verstehen hinfällig wird. Der Singer/Songwriter steht gleichsam neben sich. Man mag das mitunter pathetisch und verkitscht finden, vielleicht sogar gefährlich anti-aufklärerisch. Landet Vernunftkritik ohne Vernunft nicht früher oder später bei einem schummrigen Irrationalismus? Tocotronic sind sich der Gefahren durchaus bewusst; DvLs Texte wurden in der Band ausgiebig diskutiert. Ein retrospektiver Mini-Dialog zum Thema:
JM: Als ich die Texte der neuen Platte das erste Mal gelesen habe, gingen sie mir sehr nahe und haben mich emotional sehr berührt. Trotzdem dachte ich: Das ist schon starker Tobak. Wir haben dann viel darüber gesprochen und noch einige Stellen gemeinsam geändert.
DvL: Ich wollte vermeiden, dass man so einen Theorie-Jargon bedient und jetzt statt über Imbissbuden nur noch über postmoderne Theoriegedanken oder »das Imperium« singt. Es ging auch darum, in Bereiche vorzustoßen, wo es haarig wird, wo das Eis dünn wird und man sich an der Grenze des Peinlichen bewegt. JM: An der Grenze des Kuckuckseis!
DvL: Wieso Kuckucksei??? Ach so, dass man sich selber ein Kuckucksei legt ... ja genau, darum ging es!
Gott sei Dank nicht in Deutschland
Was zu viel ist nie zu viel – deshalb auch die ständige Rede vom All, vom Unendlichen, vom Himmel und den Gestirnen. Dahinter verbirgt sich aber mehr als nerdige Sci-Fi-Faszination. Man muss diese Metaphorik im Zusammenhang aktueller Entwicklungen im Verhältnis von Pop und Gesellschaft lesen. Auch Popmusik soll ja plötzlich wieder was fürs Land tun, die Leute reformwillig machen und Zuversicht abstrahlen – und viele Deutschpop-Bands tauschen ihren subkulturellen Claim auch bereitwillig gegen die Nation aus. Wenn sich Tocotronic ins ortlose All begeben, dann setzen sie sich damit indirekt gegen solche Erscheinungen zur Wehr und versuchen einer verantwortlichen Sprecherposition zu entwischen. »Wir sind als Band immer wieder damit konfrontiert, dass uns Radioleute sagen: ›Oh, das können wir nicht spielen, das ist uns zu negativ, zu wenig unterstützend. Den Leuten geht es doch eh so schlecht!‹ Das finden wir wirklich schrecklich, wie man da für ›sein Land‹ in die Pflicht genommen wird. Sollen wir jetzt den Soundtrack zur Hartz-Reform machen, oder was?« empört sich DvL. Die Metaphorik des Universums ist als Antwort auf solche Ansinnen zu verstehen: Wir wollen mit eurem Kram nichts zu tun haben, eure Welt ist nicht unsere Welt! Dieser bewusst asoziale Rückzug aus jenen Orten, wo man mit anpacken soll und Reformpolitiker und sportliche junge Musiker sich im Einvernehmen zuzwinkern, ähnelt der Negationshaltung älterer Tocotronic-Platten. Nur dass die Negation jetzt abstrakt gegen die »Vernunft« als solche gerichtet ist und nicht mehr ad personam gegen Fahrradfahrer, Gitarrenhändler und andere Unmenschen. Von einem geerdeten Indie-Kommunitarismus – von Lebenshilfe und Für-seine-Fans-da-Sein – sind Tocotronic weiter entfernt denn je. Es geht ihnen ja gerade darum, sich selbst den Boden unter den Füßen wegzuziehen, anstatt es sich auf dem Kuschelteppich blöder Vereinbarungen behaglich zu machen. Manche reagieren darauf mit philisterhaften Platzanweisungen. Kürzlich erschien in der taz ein Artikel eines Fanjournalisten. Unter dem Titel »Ich mag dich einfach nicht mehr so« beklagte sich der Autor darüber, dass die Band Tocotronic nun »schwarze Anzüge statt Cordhosen« trage und sich »in elitärer Abstraktion« verliere. Fans und Band sprächen »nicht mehr dieselbe Sprache«. Da fragt man sich: Sollen Tocotronic noch mit 40 ihre Bierbäuche in Trainingsjacken zwängen und jugendkulturelle Sittengemälde von Knutschereien auf dem Teppichboden oder Kalamitäten an der Imbissbude abliefern?
DvL: »Das ist für mich im Moment das Schlimmste: Diese Infantilisierung der Leute, dass permanent darüber nachgedacht wird: Was kann man den Hörern zumuten? Und diese Forderung: Jetzt bitte wieder Narration und Nachvollziehbarkeit! Diese öde Fakten-Fakten-Fakten-Welt finde ich künstlerisch total unergiebig. Abgesehen davon glaube ich, dass es immer noch ein starkes Bedürfnis nach riskanten Behauptungen gibt! Das hat mich ja immer an Pop fasziniert: dass man eben nicht alles sofort verstanden hat, dass man vor Rätsel gestellt wurde und sich gefragt hat: Hä, was soll das denn bedeuten?«
Manie und Manierismus
Tocotronics Rückzug in eine Atmosphäre der Verbannung erinnert an Blumfelds ›Jenseits Von Jedem‹. Viele Textstellen sprechen über betörende Zärtlichkeit und schützende Intimität. ›Mein Prinz‹ ist ein Kosesong für einen Freund, »Du streichst mir über mein Gesicht« heißt es in ›Gegen Den Strich‹, immer wieder ist von sanften Körperberührungen die Rede. Das geliebte »Du« – der einzige Rettungsanker in einer feindlichen Welt? Diese neurotische Bewegung zwischen Zuneigung und Zerknirschung, zwischen Intimität und Entfremdung wird durch die zwei Songs ›In Höchsten Höhen‹ und ›In Tiefsten Tiefen‹ markiert; zusammen bilden sie eine Art manisch-depressives Double. Die Liebe ist hier anders als bei Blumfeld kein Heilsbringer, sondern nur eine Chiffre für das, was in anderen Räumen als diesen hier um uns herum möglich ist. Dabei handelt es sich aber nicht um Orte, wo Authentizität (als Liebe) endlich möglich ist, sondern um künstlich verfeinerte Gegenwelten, in denen nichts wirklich Halt verspricht. Auch im Intimsten steht alles auf der Kippe, das Begehren ist letztlich aufgeschmissen, weil es sich in endlosen Rollenspielen verzettelt. Jeden Moment könnte der Schwindel auffliegen. ›Pure Vernunft ...‹ erzählt von diesem Abgrund des Genießens. Und die Kulturgeschichte hält genügend Material bereit, mit der sich diese wankende Subjektivität mit Glamour auftanken lässt: Auf ›Pure Vernunft Darf Niemals Siegen‹ wimmelt es nur so vor Anspielungen auf die literarische Decadence und historisches Dandytum. Oscar Wilde wird zitiert, und der Song ›Gegen Den Strich‹ verweist auf Joris-Karl Huysmans gleichnamigen Dandy-Klassiker. Das Leben als Kunstwerk, elegante Verfeinerung, Rückzug von der Welt, Überdruss, Lüge und Illusion – all das wurde schon von Dandy-Literaten zum Menschenrecht erklärt. »Wir brauchen dringend neue Lügen« heißt es in ›Pure Vernunft Darf Niemals Siegen‹, so, als wollten Tocotronic Oscar Wildes ›Der Verfall Der Lüge‹ updaten. DvLs an Dandy-Texten geschulte Vorliebe für Manierismen und »Schnapsideen« findet in ›Gegen Den Strich‹ ihre musikalische Umsetzung. Hier taumelt der Gesang schwankend durch den Text, die Stimme hangelt sich wie einst beim Indie-Pop-Dandy Lawrence von der britischen Band Felt mit hilfloser Eleganz von Silbe zu Silbe. Es scheint, als habe sich ein Dämon über die Stimmbänder gelegt. Vielleicht ist ja der smarte ›Handsome Devil‹, den die Smiths einst besangen, am Werk? Düsternis und Glanz, Fluch und Freude liegen hier wie in so vielen großartigen Momenten des neuen Tocotronic-Albums nah beieinander. Was da als echtes Gefühl übrig bleiben soll, weiß man nie genau.
Weiter, weiter, weiter ...
In dem Essay ›Der Knacks‹ schreibt F. Scott Fitzgerald: Es gehe darum, »zwei entgegengesetzte Ideen zugleich im Kopf zu haben und doch weiter in Funktion zu bleiben. Zum Beispiel: Man wäre imstande zu sehen, dass die Dinge hoffnungslos liegen, und dennoch fest entschlossen, sie zu ändern.« Tocotronic erzählen von diesem trotzigen Kraftakt, der den Überdruss in Überschwang verwandelt und der alltäglichen Tristesse Tröstendes entreißt. Aus diesem Trotz entsteht ein vermummter Optimismus: sich verlieren, ohne unterzugehen. Die Welt verachten und dennoch jemanden ganz konkret lieben. Sich im Dreck suhlen und trotzdem elegant bleiben. Genau wissen, was man will, und doch heillos übers Ziel hinausschießen. Wider besseres Wissen machen Tocotronic gut gelaunt weiter – wider alle Widrigkeiten und gegen »die lärmenden Anmaßungen des Realismus« (Oscar Wilde). All das macht die Feierlichkeit der neuen Tocotronic-Platte aus. Und wenn es nur eine Schnapsidee oder eine flüchtige Laune ist, die uns über Wasser hält – der blinde Passagier darf sich ruhig selbst Fallen stellen. Zwar gibt es auf ›Pure Vernunft Darf Niemals Siegen‹ zwischen den Zeilen auch eine religiöse Suche nach Erlösung – die Hauptsache bleibt aber: niemals im sicheren Hafen ankommen!
C86
1986 veröffentlichte der NME eine Compilation, auf der neben noch aktiven Bands wie The Pastels oder Wedding Present heute vergessene Heroen des hypochondrischen Gitarrengeschrabbels wie die Shop Assistants oder The Servants zu finden waren. Velvet Underground, Buzzcocks, Josef K., Orange Juice, The Smiths waren wichtige Einflüsse der Anorak und Streifenshirts tragenden ›Class Of 86‹.
Oscar Wilde
Das enfant terrible unter den Dandys ist vor allem durch seinen Roman ›The Picture Of Dorian Gray‹ (1890/91) berühmt geworden. Dorian Gray versucht darin – wie Oscar Wilde im wirklichen Leben –, sein Leben als Kunstwerk zu gestalten. Auf dem neuen Tocotronic-Album hört man das Wilde-Zitat »talent borrows, genius steals«.
Gegen Den Strich
Der 1884 erschienene Roman ›Gegen Den Strich‹ (frz.: ›À Rebours‹) von Joris-Karl Huysmans handelt von dem Herzog des Esseintes, der sich aus Langeweile und hypochondrischer Menschenverachtung in ein abgelegenes Landhaus zurückzieht. Dort errichtet er, von krankhaftem Verfeinerungsdrang getrieben, eine überkünstelte Gegenwelt aus Büchern, Pflanzen, Edelsteinen und anderem Tinnef. Die Geburt des Nerdtums aus dem Verfall des Dandytums.
Felt/Lawrence
Zwischen 1981 und 1989 produzierten Felt zehn Alben. Sänger und Gitarrist war der nachnamenlose Lawrence. Musikalisch bewegten sich Felt zwischen 60s-Pop, Country und Jazz. Im Booklet zur letzten Belle&Sebastian-CD schreibt Sänger Stuart Murdoch: »Lawrence looks so good, it’s too much, it’s like a dream. I can’t believe this band ever existed. They’re so perfect. Fuck the Smiths, fuck Orange Juice, Felt, FELT, FELT!!«
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