Das Ende der Enden der Nächte

Nachlese Club Exchange Berlin-Zürich

24.08.2004, 16:40, Text: Pascal Blum, Pascal Blum

24.07. – Zürich, Tresor@Rohstofflager

Aufhören. Auf-hö-ör-en! Ihr Schweine! Es ist doch jetzt schon Sonntagnachmittag. Die Leute spritzen ja schon Buttersäure in ihren Tee. Aber versuch das mal, in Zürich »Aufhören« zu sagen. Villalobos steht wieder, mit Schweiz-T-Shirt, und dreht gerade an irgendeiner Polyrhythmik. Eigentlich sind ja immer dieselben Leute hier. Auf der Babyshake-Party in der Dachkantine, im Zürcher Partyareal, wo früher in den Milchfabriken die Joghurts rauskamen und heute die Musik. Zuvor hatte sich der Club Exchange verabschiedet, dieses Betriebsausflugs-Programm: 16 ausgetauschte Techno-Lokale zwischen Zürich und Berlin.

Das Brett am wirklich letzten Abend fand mit den Tresor-DJs Dry & Dash im Züricher Rohstofflager statt, dem Club, der nach dem dreiunddreißigsten Umbau nun genauso aussieht wie alle anderen im Milchareal, mit großen hängenden Töpfen als Lampen. Eigentlich ging es ja darum, das komplette Club-Umfeld mit Türsteher & Co. mitzubringen, aber der Tresor wollte nicht so recht. Es war egal. Die Resident-DJ Mikky B. geriet ganz aus dem Häuschen, wegen der »speziellen Stimmung«. Das Personal war überfordert, das Lager voll, und viel zu viele Leute hüpften auf den Füßen der anderen herum. Der Name Tresor reißt wohl immer noch was, wohl weniger wegen des Berlin-Geschmacks oder der legendären Geschichte, sondern weil alle wissen, was da kommt: Purer Techno, kein Schnickschnack mit Kringeln drum.

Am Morgen ist dann auch fertig, wer die ganze Nacht drin war, und fast niemand geht noch zur Babyshake-Polyrhythmik. Ich bin da und zähl die Leute. Dieses Tresor-1-2-3-4 macht nun mal einfach Schlafen, im Gegensatz zu diesen Zürcher Afterhours. Wäre der Club Exchange ein reines Züricher Programm, es würde wohl einfach immer weitergehen. Muss es aber nicht. Es war gut.



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aus Intro #120 (September 2004)
 
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