
Pink Poncho
Das Southside-Tagebuch 2004
30.06.2004, 15:14, Text:
Britta Kinkeldei,
Britta Kinkeldei
Donnerstag Abend: Da noch keine Bands spielen, ist Fußball angesagt. Von weitem hören wir die Jubelschreie. Alle sind im EM Fieber, was auch sonst? England verliert, auch gut. Wir sind ja schließlich nicht wegen des Fußball Erlebnisses hier. Oder doch?
Freitag: Der Tag beginnt ruhig, da alle erstmal das Festivalgelände erkunden und den Spielplan studieren. Es gibt ja was für jeden - von HipHop über Reggae bis Rock - alles ist vertreten. Der Wind bläst uns um die Ohren. Die Beginner starten das Festival. Lässig wie immer, lassen sie ein paar Sprüche ab und animieren das Publikum zum mitsingen. Ein Beginn, der ans Ende erinnert: Fanta 4 bringen eine verwegen relaxte Mischung aus Unplugged und 'voll auf die 12'.
Samstag: ein neuer Tag bedeutet neues Glück. Die Sonne knallt und nachdem der Strom Richtung Toiletten erstmal abebbt, performen Die Happy unter besten Lichtverhältnissen. Kumpelig wie eh und je beginnt die Band den Auftritt mit ein paar fürsorglichen Worten ans Publikum. Schüchtern und mit einem großzügigen Dekolleté hatte Marta alle Männer zu ihren Füßen liegen - Never change a winning team! Die meisten Besucher fiebern natürlich David Bowie's Auftritt entgegen. Plötzlich die schlechte Nachricht am Nachmittag: Bowie ist im Krankenhaus und muss absagen. Die Setliste wird hastig geändert. Sportfreunde Stiller und andere Bands wurden vorgezogen, die Pixies sind jetzt Headliner. Ihr Auftritt verläuft ohne viele Worte, aber bei der Bühnenpräsenz sind keine Worte nötig. Man vergisst sogar die beißende Kälte - vorteilhaft.
Sonntag: Mogwai treten mit einem furiosen Akustik-Set an. Sie enden ihren Auftritt mit dem berühmten 'My Father, My King' - gekürzt auf 15 Minuten, aber dennoch einmalig. Kurz vor P.J. Harveys Auftritt fängt es mächtig an, zu schütten. Obwohl der Regen fast aufgehört hat, trägt sie immer noch einen pink-farbenen Plastikponcho auf der Bühne. Die Sonne kam raus und P.J. wünscht dem Publikum, dass es so bleiben sollte. Wild tanzend sieht sie aus wie ein Blumenmädchen. Da will man gleich mittanzen. Die Hives spielen auf dem Mainstage und sobald sie die Bühne betreten sind alle völlig aus dem Häuschen. Viele Shoutouts im Publikum und pure Begeisterung übers ganze Festivalgelände heizen das Publikum an. Als Vorgeschmack wurden ein paar Lieder des neuen Albums 'Tyrannosaurus Hives' gespielt. Wahnsinns-Bühnenpräsenz, wie soll man das noch toppen? Als Headliner nun The Cure, doch zur gleichen Zeit spielen Air. Schwere Entscheidung, aber die Karawane zieht weiter, eingepackt und los. Es bleibt der Blick in den Rückspiegel und selbst der ist lohnenswert.
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