Pete Rock

Survival Of The Soulest

16.05.2004, 18:18, Text: Uwe Buschmann, Uwe Buschmann

Es war ja auch eine tolle Geschichte: One DJ & one MC zogen aus, um HipHop endgültig eine Seele einzuhauchen. Beatmacher Pete Rock und sein MC-Counterpart C.L. Smooth veröffentlichten gleich serienweise die schönsten Rap-Alben, die die HipHop-Culture bis dahin kannte. Was sich auf der Mini-LP ›All Souled Out‹ andeutete, wurde auf den Alben ›Mecca & The Soul Brother‹ (1992) und ›The Main Ingredient‹ (1994) vollendet. Pete Rock entwarf Instrumentals, die wie mit einem Echolot in deepste Soul- und Jazz-Gefilde eintauchten, und die Raps von C.L. Smooth flowten obendrauf wie goldgelbe Butter. Das Ende dieser Partnerschaft klingt bei Pete Rock heute so: »Unsere Egos waren mit uns durchgegangen.

Es gab vertragliche Schwierigkeiten mit der Plattenfirma. C.L. und ich haben uns einreden lassen, dass wir besser getrennte Wege gehen sollten.«

Sein Ruhm brachte Pete Rock zunächst Producer- und Remix-Aufträge ohne Ende: Nas, Public Enemy, Mos Def & Talib Kweli, Notorious B.I.G., Run DMC, Q-Tip, Mary J Blige. 1998 veröffentlichte er sein erstes Solo-Album ›Soul Survivor‹, auf dem er mit diversen Guest-MCs arbeitete. Eine fabelhafte HipHop-Werkschau, der aber nicht der große kommerzielle Erfolg vergönnt war. Und als die nächste Kappen-Generation nachrückte, klingelte das Beat-Auftragstelefon fast nur noch bei Synth-Stakkato-Producern wie Swizzbeatz, Timbaland, The Neptunes, Just Blaze, Rockwilder oder Kanye West. Mit ›Soul Survivor 2‹ versucht Pete Rock jetzt jedoch mit Ureigenstem zurückzuschlagen: »Ich wollte, dass die Kids, die heute HipHop hören, mal Rapper wie Pharoahe Monch, Dead Prez oder Slum Village mit meinen Beats kennen lernen. Nicht, dass Puff Daddy & Co. nicht auch HipHop wären, aber es geht auch anders.«



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