Lucky Jim

Moody Blut auf den Schienen

25.03.2004, 13:02, Text: Eric Leimann, Eric Leimann
[4 Kommentare]

Gordon Graham ist ein schottischer Songwriter, der mit Gitarre und VW-Bus alle Straßenmusik-Klischees von Amsterdam über Paris nach New York gelebt hat. Ein Typ, der noch über die alte Campfire-Fähigkeit verfügt, mit Gitarre und Stimme den Raum zu füllen. Oder eine Fußgängerzone in Benelux, eine Open-Mic-Show in Greenwich Village oder eben einen Club im südenglischen Brighton. Dort nämlich traf Gordon den Drummer und Hobbyproduzenten Ben »I’m a trained producer, haha« Townshend. Zusammen sind Gordon und Ben nun Lucky Jim. Ihr Debütalbum ›Our Troubles End Tonight‹ erschien 2003 in einer Mini-Auflage von 1.500 Stück und war laut Gordon das »fastest selling album« im Londoner Rough Trade Shop.

Das werbliche Konzept? »Sie spielten unser Album im Shop, und es war dort in der Laden-Hitparade«, sagt Gordon. Auch so kann man sich multiplizieren. Und da dann auch noch das Fatboy-Slim-Label Skint und Sony mithalfen, die beiden auch international bekannt zu machen, mussten sie mal eben eine Band zusammenstellen, um das zu zweit aufgenommene Album überhaupt live spielen zu können.

Denn eine Band, die braucht man für diese Musik. Man stelle sich ›Nights In White Satin‹ von den pompösen englischen Progschranzen The Moody Blues vor und mische das Ganze mit Bob Dylans Post-Motorradunfall-Phase von ›John Wesley Harding‹ (1967) bis zu Gordon Grahams erklärtem Lieblingsalbum aller Zeiten, ›Blood On The Tracks‹ (1975). In diesem Zeitfenster eines gravitätisch langsam fließenden Storytelling-Mahlstroms bewegt sich auch die Ästhetik dieses hoffnungslos uralt-romantischen Albums. Procul Harum, The Animals, The Doors. Die ganze depressiv abgründige Orgel-Scheiße. Die Jammertypen von Starsailor können einpacken. Das hier ist härterer Stoff.



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aus Intro #115 (April 2004)
 
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  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 11.10.2006 | 15:26:34

    schon jemand das neue album gehört?

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